ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:15 Uhr

Noch Zeit für ein liebes Wort?
Pflege – mehr als Tabletten reichen

Der neue Pflegedienstleiter der Median Fontana Klinik in Bad Liebenwerda, Danny Weber (41), mit einem Teil des 15-köpfigen Pflegepersonals.
Der neue Pflegedienstleiter der Median Fontana Klinik in Bad Liebenwerda, Danny Weber (41), mit einem Teil des 15-köpfigen Pflegepersonals. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. In Bad Liebenwerdas Median Fontana-Klinik mit ihren 204 Betten und 190 Mitarbeitern sind neben Ärzten und Therapeuten examinierte Gesundheits- und Krankenpfleger besonders gefordert. Von Frank Claus

Kuren hat in Bad Liebenwerda eine lange Tradition. Genau genommen, seit 1905. Und der Hauptbestandteil von damals kommt heute nicht nur immer noch zur Anwendung, sondern erlebt eine erhöhte Wertschätzung: Moor.

Die Median Fontana Klinik in Bad Liebenwerda ist spezialisiert auf die orthopädische und rheumatologische Rehabilitation. Dabei, so sagt der kaufmännische Leiter Michael Schmid, würden die zumeist von Rentenversicherungsträgern festgelegten Rahmenbedingungen immer komplexere Leistungen erfordern. Das freie Wahlrecht zur Inanspruchnahme von Rehaleistungen habe zudem den Wettbewerb deutlich erhöht.

Doch auch die Arbeit am Patienten habe sich im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte massiv verändert. Die Patienten würden zunehmend älter und auch multimorbider. „Das macht es zwingend erforderlich, dass nicht nur alle Fachbereiche eng vernetzt miteinander arbeiten. Unseren Gesundheits- und Krankenpflegern, die sich vor und nach ärztlichen und therapeutischen Behandlungen um unsere Patienten kümmern, kommt eine immer größere Bedeutung zu“, sagt Michael Schmid. Mit Danny Weber (41) hat die Klinik nun endlich auch wieder die vakante Stelle des Pflegedienstleiters schließen können. Und scheinbar einen Mann gewonnen, der Rehaklinik lebt.

Dabei ist der Diplom-Pflegewirt eigentlich in Akut-Krankenhäusern groß geworden, hat zuerst 15 Jahre im Elsterwerdaer Krankenhaus und seit 2012 in einem großen Klinikum in Freiberg gearbeitet. Nun haben ihn Familie und Heimat wieder nach Hause gezogen. Seit Oktober 2017 ist er in Bad Liebenwerda und hat den Schritt nicht bereut.

Überall, so sagt er, sind Gesundheits- und Krankenpfleger eine wichtige Schnittstelle. In Akut-Krankenhäusern, so bedauert er, fehle trotz größtem Einsatz meist trotzdem Zeit für Hinwendung. In der Reha-Klinik in Bad Liebenwerda erlebe er das anders. „Bedingt durch die längere Aufenthaltsdauer wird die Beziehung zum Patienten viel intensiver“, sagt er und schätzt an seinen 13 Mitarbeiterinnen und einem weiteren männlichen Kollegen ihr außerordentliches Engagement.

„Die familiäre Atmosphäre und die flachen Hierarchien gefallen mir“, sagt er. Dass die „Pflegekräfte“ in Bad Liebenwerda einen guten Job machen, bestätigt ihnen die Weiterempfehlungsrate. „Mehr als 90 Prozent unserer Patienten in Bad Liebenwerda würden uns weiterempfehlen. Damit liegen wir über dem Durchschnitt in der Klinikgruppe“, sagt Michael Schmid.

Den Patienten mit ihren körperlichen Beeinträchtigungen ein seelisch und soziales Rundum-Wohlfühlpakt bieten – das möchte Danny Weber.