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| 14:24 Uhr

Heimatgeschichte im Schradenland
Neuer Grenzstein auf der alten Preußen-Sachsen-Linie

Der neue Grenzstein steht südlich von Merzdorf und westlich von Strauch in Sachsen.
Der neue Grenzstein steht südlich von Merzdorf und westlich von Strauch in Sachsen. FOTO: Gert Oßendorf
Schradenland. Binnen eines Jahres wurde weitere fehlende Grenzmarke im Schradenland gesetzt. Am Sonnabend wird dorthin gewandert.

Die alte, nach dem Wiener Kongress von 1815 neu festgelegte Preußen-Sachsen-Linie steht im Schradenland fast wieder komplett. Unbeabsichtigte Grenzübertritte sind damit so gut wie ausgeschlossen. In dieser Woche ist ein weiterer fehlender Grenzstein zwischen den ehemaligen Königreichen durch einen neuen ersetzt worden. Dieser steht in der Flur Halbe Meile südlich von Merzdorf und westlich von Strauch im benachbarten Sachsen.

Damit ist nach Auskunft von Gert Oßendorf, Heimatfreund und Tourismusbeauftragter im Amt Schradenland, die alte Grenze zumindest im Schradenland wieder fast vollständig mit den Grenzsteinen markiert. Zwischen diesen sogenannten Pilaren stehen die kleinen Läufersteine. Erst vor einem Jahr war ein im sächsischen Steinmetzbetrieb in Bauda gehauener Sandstein, der aus dem Reinhardtsdorfer Gebiet bei Pirna stammt, ebenfalls in der Gemarkung Merzdorf aufgestellt worden.

Im Amt Schradenland wurden um das Jahr 1820 zwischen der Gemarkungsgrenze Großkmehlen/Großthiemig im Osten und Merzdorf/Wainsdorf im Westen 16 massive Grenzsteine mit der eingemeißelten Inschrift KP und KS für die beiden Königreiche aufgestellt. 14 alte und neue Marken verweisen heute wieder auf den alten Grenzverlauf. Heimatfreund Gert Oßendorf sieht damit seine historische Mission erfüllt.

Gert Ossendorf hat federführend dafür gesorgt, dass verschwundene Grenzsteine im Schradenland wieder aufgestellt worden sind.
Gert Ossendorf hat federführend dafür gesorgt, dass verschwundene Grenzsteine im Schradenland wieder aufgestellt worden sind. FOTO: Manfred Feller

Die beiden anderen verschwundenen Steine mit den Nummern 164 und 165 in der Flur Hirschfeld werden wahrscheinlich nie wieder aufgestellt. Denn deren Standort befinde sich heute mitten auf einem beackerten Feld, so Gert Oßendorf. Der engagierte Heimatfreund dankt insbesondere der Gemeinde Merzdorf, die die neuen Steine finanziert hat, sowie dem Amt und dem Landkreis für deren Unterstützung.

Wer entlang der historischen Grenze im Schradenland wandern möchte, kann dies auf dem ausgeschilderten Weg tun. Dieser wurde 2008 angelegt und ist 25,6 Kilometer lang.

Ein sehr alter Grenzstein an der Preußen-Sachsen-Grenze im südlichen Schradenland.
Ein sehr alter Grenzstein an der Preußen-Sachsen-Grenze im südlichen Schradenland. FOTO: Wolfgang Kniese

Ein 17 Kilometer langer Abschnitt dieses Grenzsteinweges wird nach Auskunft von Wolfgang Kniese aus Hirschfeld an diesem Sonnabend erwandert. Es geht vorbei an der höchsten Erhebung Brandenburgs (201,4 müNN) zu dem 34 Meter hohen Heidebergturm. Treffpunkt ist am Sonnabend um 8 Uhr beim Heimatverein Merzdorf in der Großenhainer Straße 12.

(mf)