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| 02:48 Uhr

Neuer Betreiber für Mini-Park Elsterwerda

Elsterwerda. Dem jetzigen Betreiber des Miniaturenparkes in Elsterwerda, Frank Haase, ist es trotz 35 000 Euro Zuschuss aus der Stadtkasse nicht gelungen, kostendeckend zu arbeiten. Im Gegenteil: Die Schulden haben sich vergrößert. Nun zieht die Stadt die Reißleine: Ab 1. April soll Frank Brunne aus Hoyerswerda den Park betreiben. Frank Claus

Der neue Mann hat Erfahrung mit dem Bau und der Vermarktung von Miniaturmodellen. Etwa 30 sind in Regie des Themen- und Informationsparkes Lausitzer Seenland bereits entstanden, darunter der Bahnhof in Welzow, die Krabatmühle in Schwarzkollm und auch die Brikettfabrik "Louise" in Domsdorf. Neueste Idee von Frank Brunne (kleines Foto im Bild oben): die Nachgestaltung des Lausitzer Seenlandes. Am Dienstag der kommenden Woche soll es weitere Absprachen im Elsterwerdaer Rathaus geben.

Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen (parteilos) drückt aufs Tempo. "Unnötig", wie im Gegenzug die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung Elsterwerda, Anja Heinrich (CDU), sagt und Kritik daran übt, dass die Neuvergabe des Betreibervertrages ohne öffentliche Ausschreibung erfolgt. "Ich habe nichts gegen den Betreiber, aber etwas gegen die Art und Weise des Verfahrens", sagt sie.

Dieter Herrchen begründet die Eile damit, dass die Bereitstellung von Fördermitteln an den Park einst auch daran geknüpft war, eine öffentliche Zugänglichkeit des Parks zu gewährleisten. Darüber hinaus hätten Recherchen im Vorfeld ergeben, dass die Zahl der Personen, "die ein nicht unbedingt gewinnbringendes Unternehmen betreiben wollen, mehr als überschaubar ist".

Die Mehrheit der Stadtverordneten folgten am Donnerstagabend in nicht öffentlicher Sitzung seiner Argumentation und stimmte für den Betreiberwechsel, der zuvor mit Frank Haase abgestimmt worden sei. Anja Heinrich sieht den Druck möglicher Fördermittelrückzahlungen so nicht. Die vorgelegten Zahlen hätten sie nicht überzeugt und zudem habe die Stadt keine Versuche unternommen, mit Fördermittelgebern über ein längerfristiges Verfahren für den Betreiberwechsel zu verhandeln. Dieter Herrchen, der sagt, "der Park hat Substanz", will schnell Klarheit für den Weiterbetrieb und setzt auf eine Eröffnung wie alljährlich zu Ostern. Davor seien die Zukunft jetziger und die Anstellung neuer Mitarbeiter, die Imbissversorgung, jetzige vertragliche Bindungen - unter anderem mit Reiseveranstaltern, Modellbauclub und Werbepartnern - zu klären.

Zum Thema:
Größte Baustelle im Park ist das Problem der Wasserversorgung. Inzwischen sind nach RUNDSCHAU-Informationen offene Forderungen in Höhe von etwa 9000 Euro entstanden, die die Stadt begleichen wolle. Zu wenig Marketing beanstanden Stadtverordnete. Für 2014 soll dem neuen Betreiber ebenfalls der städtische Zuschuss in Höhe von 35 000 Euro gewährt werden; ansonsten habe sich der Park von den Einnahmen zu tragen.