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Bauvorhaben in Bad Liebenwerda
Bahn und Stadt planen Umbau der Schrankenanlagen

Der Bahnübergang in der Berliner Straße soll umgebaut werden. Schrankenwärter und Wärterhäuschen werden dann nicht mehr benötigt.
Der Bahnübergang in der Berliner Straße soll umgebaut werden. Schrankenwärter und Wärterhäuschen werden dann nicht mehr benötigt. FOTO: Frank Claus / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Bad Liebenwerda. Der Übergang der Berliner Straße wird automatisiert. Von Frank Claus

 Die Bahn will in Bad Liebenwerda im Zuge einer Rationalisierungsmaßnahme den Bahnübergang in der Berliner Straße umgestalten. Die Stadt nutzt die Chance und will auch Veränderungen am Bahnübergang Dresdner Straße erreichen. Im Jahr 2020 will die Deutsche Bahn den gegenwärtig noch von Schrankenwärtern bedienten Bahnübergang in der Berliner Straße umbauen. Die Arbeit der Aufsichtspersonen soll dann eine automatische Bahnsicherungsanlage übernehmen.

In diesem Zuge müssen die neuen Sicherheitsstandards an Bahnübergängen umgesetzt werden. Momentan befindet sich im von der Bahn festgelegten „27-Meter-Räumbereich“ die einmündende Schlossäckerstraße. Der Bahnübergang verfügt zudem über teils unzureichend gestaltete Gehwege. Nur wenig außerhalb des Räumbereiches mündet auch noch die Ladestraße auf die Bahnhofstraße.

Die Planungen sehen vor, den Bahnübergang mit jeweils zwei Schrankenbäumen auf der Nord- und Südseite sowie Lichtzeichensignalanlagen (gelb/rot) auszustatten. Ausgebaut werden sollen die Gehwegbereiche, die dabei von der Fahrbahn abgesetzt werden. Vom Gebäude der Jobagentur bis zu den Schranken soll ein Gehweg gebaut werden. Momentan gibt es den nicht.

Um die Schließzeiten der Schranken zu verkürzen, sollen beide Gehwegseiten durch separate Fußwegschranken gesichert werden. Konsequenzen hat das für die Schlossäckerstraße. Um die vorhandene Fahrbahn nicht aufweiten zu müssen, soll die Schlossäckerstraße von den Schranken in Richtung Sportplatz zur Einbahnstraße werden — allerdings nur bis zur Bachstraße. Für die Anlieger dieser Straße, die zuvor ausgebaut werden soll, erhöht sich der Verkehr, denn Fahrzeuge  aus der Schlossäckerstraße fahren dann über die Bachstraße, um über die Schrankenanlage in Richtung Innenstadt fahren zu können. Die Anfrage von Eckhard Wagner, sachkundiger Bürger im Bauausschuss, ob die Anwohner davon schon wüssten, verneinte die Verwaltung. Eine neue Verkehrsregelung gäbe es dann auch für die Ladestraße, die zur Hauptstraße wird.

Das Bauvorhaben wolle die Stadt Bad Liebenwerda nutzen, um ebenfalls den Bahnübergang Dresdner Straße weiter zu ertüchtigen. Dort bleiben aus technischen Gründen die Schrankenwärter — immerhin vier im Schichtbetrieb — weiter erhalten. In Absprache mit der Bahn sollen dort beidseits über die Gleise Gehwege entstehen. Auch dort sind sie momentan nicht vorhanden.

Die Kosten an beiden Übergängen beziffert die Bahn auf je 360 000 Euro. 120 000 davon wären kommunaler Eigenanteil, der zu 75 Prozent gefördert wird.