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| 16:47 Uhr

Eine gelungene Premiere
Die Königin hat sich in Saathain selbst gekrönt

 Die neue Orgel in der Fachwerkkirche auf Gut Saathain hat ihre Klangpremiere während eines Konzertes am Sonntagnachmittag mit Bravour bestanden. Das Instrument war erst wenige Tage zuvor aus Siebenbürgen in Rumänien in Einzelteilen angeliefert und dann aufgebaut worden.
Die neue Orgel in der Fachwerkkirche auf Gut Saathain hat ihre Klangpremiere während eines Konzertes am Sonntagnachmittag mit Bravour bestanden. Das Instrument war erst wenige Tage zuvor aus Siebenbürgen in Rumänien in Einzelteilen angeliefert und dann aufgebaut worden. FOTO: Gerd Neuendorf
Saathain. Mit einem Konzert ist die neue Orgel auf Gut Saathain feierlich eingeweiht worden. Dieses Ereignis wollten viele Musikfreunde unbedingt miterleben. Von Stephan Creuzburg

Am Sonntag, dem 29. September, war es Wirklichkeit geworden: Eine neue Orgel wird in der ­Saathainer Kirche eingeweiht.

Der Gedanke, ein solches Instrument für die so schöne Kirche in Saathain wieder zu erwerben – die ehemals vorhandene ist durch die Wirren am Ende des Krieges im April 1945 zerstört worden – ist schon Jahre alt. Das sagt Joachim Pfützner, der unermüdliche und verdienstvolle Vorsitzende des Fördervereins Gut Saathain, in seiner Festrede. Mit warmen und dankbaren Worten schildert er, wie aus einem Traum Wirklichkeit geworden ist.

Der Verfasser dieser Zeilen musste unwillkürlich an einen Aufsatz denken, den er als Abiturient geschrieben hat „Träum vor – pack zu“ . Ja, dann wurde zugepackt. Viele Helfer und Spender und die kluge Finanzführung des Vereins, so Joachim Pfützner sichtlich gerührt und dankbar, haben es ermöglicht, dass eine neue Orgel finanziert werden konnte.

 Viele Saathainer und Musikfreunde aus der Umgebung haben sich dieses Konzert mit der Orgelweihe nicht entgehen lassen.
Viele Saathainer und Musikfreunde aus der Umgebung haben sich dieses Konzert mit der Orgelweihe nicht entgehen lassen. FOTO: Gerd Neuendorf

Sándor Péter aus Siebenbürgen in Rumänien hat diese Orgel gebaut und in Saathain aufgestellt – eine Arbeit die Joachim Pfützner begleitet und bewundert hat. Und nun ist sie da und klingt.

Die Orgel, Königin der Instrumente, ist eher klein und passt sich deswegen harmonisch dem schönen Kirchenraum an. Sie sieht sehr gut aus und klingt ebenso.

Das war bei dem Premierenkonzert mit der Gruppe „Ama Consort“ aus Leipzig sofort zu hören. Es spielten der Isländer Halldór Bjarki Arnarson an der Orgel, Lena Rademann, Barockvioline – hier ein ganz spezielles Instrument gebaut in Leipzig, und Martin Jantzen, Viola da Gamba. Zu hören war von Gottfried Finger, einem deutschen Barockkomponisten aus Böhmen, die Sonata in A-Dur. Hier erst einmal die Orgel als Basso continuo, aber dann in einem Capriccio von Johann Jacob Forberger und besonders die „Vier Variationen“ von Johann Pachelbel, bei denen, sehr gut gespielt, nun diese Orgel ihren Klang allein verströmen konnte. Ja, diese Orgel ist mit einem sehr schönen, warmen Klang in allen Registern sowie einem Manual und einem Pedal sehr willkommen!

 Der Autor des Artikels, Stephan Creuzburg (M.), im Gespräch mit Joachim Pfützner (l.), Vorsitzender des Fördervereins Gut Saathain.
Der Autor des Artikels, Stephan Creuzburg (M.), im Gespräch mit Joachim Pfützner (l.), Vorsitzender des Fördervereins Gut Saathain. FOTO: Gerd Neuendorf

Mit Barockwerken von John Jenkins, einem englischen Komponisten, und Georg Philipp Telemann wurde diese musikalische Feststunde dem Baujahr der Kirche passend begleitet, wie Lena Rademann sagte. Mit all dem Vorgetragenen ist die Orgel sehr gut bei dem begeisterten Publikum angekommen.

Mögen im kommenden Jahr weitere großartige Konzerte mit ihr folgen. Eine Orgel hat immer Geheimnisse. Die Konzertfreunde dürfen und wollen auch freudig gespannt sein, wenn sie in ihrer Festlichkeit und hohen Variabilität – das war schon zu hören – wieder Freude bereiten wird.

Der lang anhaltende, besonders herzliche Beifall galt diesmal nicht nur den hervorragenden Künstlern, sondern auch der neuen Orgel und dem Förderverein Gut Saathain.