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Kunstgenuss
Neue Jahre für das Kulturhaus Plessa

„Das Orchester tanzt“ war am Samstag ein wunderbares Neujahrskonzert mit dem Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus im Kulturhaus Plessa.
„Das Orchester tanzt“ war am Samstag ein wunderbares Neujahrskonzert mit dem Philharmonisches Orchester des Staatstheaters Cottbus im Kulturhaus Plessa. FOTO: Veit Rösler/vrs1 / Veit Rösler
Plessa. Vor acht Jahren noch vom Abriss bedroht, ist das Kulturhaus in Plessa nach erfolgreicher Teilsanierung wieder ein kulturelles Zentrum. Von Stephan Creuzburg

Was noch vor zwei Jahren fast unmöglich erschien, ist Wirklichkeit geworden! Im Kulturhaus Plessa hat am Samstag ein erstklassiges philharmonisches Konzert die Besucher begeistert. Es war ein echter Paukenschlag! Mit dem Philharmonischen Orchester des Staatstheaters Cottbus unter Leitung von Kapellmeister Alexander Merzyn und mit der russischen Sopranistin Liudmila Lokaichuk, seit 2016 festes Ensemblemitglied des Hauses, wurde ein hochkarätiges Konzert geboten, das im weitesten Umkreis sicher seinesgleichen sucht.

Nicht ohne berechtigten Stolz hatten Bürgermeister Gottfried Heinicke und das Vorstandsmitglied des sehr rührigen Kulturvereins Lothar Thiemig die Gäste im ausverkauften Haus begrüßt. „Kunst und Kultur sind Voraussetzungen für ein menschliches Nebeneinander“, so Thiemig in seinen Dankesworten für die, die so tatkräftig mitgewirkt haben.

Damit ist das „Neujahrskonzert“ zur Symbolik geworden: Es beginnen für das Kulturhaus tatsächlich neue Jahre.

Gleich zu Beginn erklang ein Ohrwurm, die Ouvertüre der „Fledermaus“ von Johann Strauß. Quasi leichtfüßig kamen die Melodien daher. Alexander Merzyn führte das große Orchester so beschwingt, dass es unter den Zuhörern zum leisen Mitsingen kam.

Vom Dirigenten launig und gekonnt moderiert, erklang Musik von Tschaikowsky „Romeo und Julia“, Rachmaninoff und der Säbeltanz von Aram Chatschaturjan.

Liudmila Lokaichuk glänzte mit Donizetti und nach den sehr anspruchsvollen Valse triste von Sibelius und Wagners Walkürenritt mit dem Frühlingsstimmenwalzer von Strauß. Allerhöchstes Lob für die großartige Sopranistin. Sie gab dem Frühling eine Stimme! Scheinbar mühelos und mit großem Stimm­umfang bewältigte sie diese Partie. Und – das darf man hier sicher sagen – ausgesprochen sympathisch und gut aussehend war die Freude an ihr nahezu vollkommen.

Der Beifall nach dem langen Konzert war verdient riesig. Nach stehenden Ovationen gab es Zugaben vom Feinsten: aus „Hoffmanns Erzählungen“ die Arie der Puppe Olympia – man durfte den Koloratur­arien genüsslich folgen, bis in die höchsten Töne. Erste Klasse!

Natürlich erklang auch in Plessa der Radetzky-Marsch. Alexander Merzyn dirigierte das toll klatschende Publikum, das vom wunderbaren Orchester begleitet wurde.

Bestens gelaunt gingen die Besucher nach Hause – Plessa ist jetzt schon beste Adresse!

Der Saal  im teilsanierten Kulturhaus Plessa war zum Neujahrskonzert ausverkauft. Das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus lockte viele Musikfreunde an.
Der Saal im teilsanierten Kulturhaus Plessa war zum Neujahrskonzert ausverkauft. Das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus lockte viele Musikfreunde an. FOTO: Veit Rösler/vrs1 / Veit Rösler
Kapellmeister Alexander Merzyn und Sopranistin Liudmila Lokaichuk mit Lothar Thieme (r.) vom Kulturverein Plessa.
Kapellmeister Alexander Merzyn und Sopranistin Liudmila Lokaichuk mit Lothar Thieme (r.) vom Kulturverein Plessa. FOTO: Veit Rösler/vrs1 / Veit Rösler