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Zwischen Hohenleipisch und Gorden:
Moderne Brücke – aber auch Sorge

Das Interesse an der Freigabe der neue Bahnbrücke zwischen Hohenleipisch und Gorden ist am Freitag groß.
Das Interesse an der Freigabe der neue Bahnbrücke zwischen Hohenleipisch und Gorden ist am Freitag groß. FOTO: Frank Claus / LR
Hohenleipisch. Bahn und Landesbetrieb Straßenwesen übergeben Bauwerk über die Strecke Berlin-Dresden. Von Frank Claus

Die neue Brücke über die Gleise der Bahnstrecke Berlin-Dresden zwischen Hohenleipisch und Gorden war mit ihrer Krümmung ein anspruchsvolles Bauwerk für Planer und Bauleute. Pünktlich und in hoher Qualität ist sie übergeben worden. Entstanden ist eine attraktive Schienenüberführung, die mit ihren knapp 25 Metern lichte Weite neben den Bauwerken in Neuhof und Rückersdorf zu den größten im 73 Kilometer langen Ausbaustück zwischen Wünsdorf und Hohenleipisch zählt. Imposant ist sie auch deshalb, weil die Gleise in sechs Metern Höhe überquert werden und beidseitig der Brücke 730 Meter lange, neue Straßenanbindungen entstanden sind.

Wie wichtig dem Land Brandenburg dieser Brückenbau ist, verdeutlicht, dass zur Übergabe am Freitag Dr. Albrecht Klein, Vorstandsvorsitzender des Landesstraßenbetriebes, extra aus Hoppegarten angereist ist. Immerhin hat das Land mehr als vier Millionen Euro für die insgesamt 5,4 Millionen Euro teure Brücke bezahlt. Der Rest stammt von der Deutschen Bahn. „Das zeigt, wie wichtig uns auch die Entwicklung des Südens ist“, sagt Dr. Klein und nennt die Summe von knapp 49 Millionen Euro, die gegenwärtig in der Region in Verkehrsprojekte fließen (Ortsdurchfahrt Finsterwalde neun Millionen; dreistreifiger Ausbau B 101 zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda 8,4 Millionen und B-183-Ortsumfahrung Bad Liebenwerda 31,4 Millionen Euro). Landrat Christian Heinrich-Jaschinski  (CDU) würdigt die Ertüchtigung der Strecke Berlin-Dresden auf Tempo 200, weil dann auch „Einwohner von hier schnell in Ballungszentren kommen.“

Plessas Amtsdirektor Göran Schrey freut sich ebenso über die Brücke, die den daneben befindlichen, für Lkw zu niedrigen Tunnel ablöst – zeigt aber auch auf, dass nun mit den Konsequenzen „veränderter Verkehrsströme mit erhöhtem Lkw-Verkehr durch die Orte Hohenleipisch, Gorden und Staupitz“ umgegangen werden müsse. Massiv setzt er sich dafür ein, dass enge Kurvennadelöhr in Staupitz zu entschärfen.

Die Brücke bei Hohenleipisch darf mit Tempo 70 befahren werden. Auch wenn kein extra Radweg ausgewiesen ist, Radfahrer dürfen sie ebenso nutzen wie Fußgänger. Kritisch merken einige der zahlreich erschienen Bürger an, dass sie sich schon eine sicherere Abgrenzung zum motorisierten Verkehr gewünscht hätten. Und weil am Freitag der Winter schon mal Vorboten schickt und es eisig pfeift am obersten Punkt der Brücke, wird  auch geunkt, dass vermutlich schon bald Lkw auf der relativ steilen Anfahrt bei Glatteis auf der Brückenauffahrt hängen bleiben werden.

Der Tunnel, in dem zahlreiche Lkw hängen blieben, ist Geschichte. Bereits am Freitag ist ihm der Abrissbagger zu Leibe gerückt.
Der Tunnel, in dem zahlreiche Lkw hängen blieben, ist Geschichte. Bereits am Freitag ist ihm der Abrissbagger zu Leibe gerückt. FOTO: Frank Claus / LR
Erhard Kümmel aus Gorden ist der erste Autofahrer auf der Brücke.
Erhard Kümmel aus Gorden ist der erste Autofahrer auf der Brücke. FOTO: Frank Claus / LR