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| 16:41 Uhr

Landwirtschaft
Neue Brücke und ein Spatenstich

Freie Fahrt zu den Feldern der Landwirte, beim Pulsnitzhochwasser und für Radwanderer. Die neue Brücke bei Gröden ist jetzt offiziell freigegeben.
Freie Fahrt zu den Feldern der Landwirte, beim Pulsnitzhochwasser und für Radwanderer. Die neue Brücke bei Gröden ist jetzt offiziell freigegeben. FOTO: Manfred Feller / LR
Gröden. Im Schradenland trägt die Bodenneuordnung Früchte. Sie ist die Grundlage für Investitionen. Von Manfred Feller

Im Schradenland sind am Donnerstag zwei Meilensteine gesetzt worden, die ohne das seit Jahren laufende Bodenordnungsverfahren so nicht oder nicht so schnell möglich gewesen wären. Das vom Land gesteuerte und notwendige Verfahren hat brandenburgweit die Aufgabe, klare Eigentums- und Nutzungsverhältnisse zu schaffen. Zu DDR-Zeiten wurde darauf wenig Wert gelegt. In den Gemarkungen Hirschfeld und Gröden mit etwa 1955 Hektar Fläche außerhalb der Ortslagen sind nicht weniger als 344 Eigentümer beteiligt.

Gemeinsam ist es gelungen, einheitliche Ziele für die Erschließung der landwirtschaftlich genutzten Ländereien zu formulieren. Im Ergebnis wird in dem Gebiet investiert. Jüngstes fertiges Projekt ist die neue Pulsnitzbrücke in der Verlängerung des Grödener Eichenweges.

„Bodenbereinigung kann auch Spaß machen“, sagt mit Blick auf das fertige und mehrere 100 000 Euro teure Bauwerk Iris Reppmann, Regionalteamleiterin Bodenordnung im Landesamt für ländliche Entwicklung in Luckau. Es handelt sich um einen größeren Ersatzneubau – im Volksmund besser unter Kindergartenbrücke bekannt – für die bereits 2008 gesperrte und später abgerissene Brücke. Die Kosten teilen sich das Land und die Flächeneigentümer. Deren 25-prozentigen Anteil hat die Gemeinde übernommen, weil das Bauwerk von allgemeiner Wichtigkeit ist.

Die mehrfache Bedeutung der Brücke in der großen Pulsnitzniederung bei Gröden benennt Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde: Diese ermögliche die Zufahrt zu den Landwirtschaftsflächen. Sie wird für den Hochwasserschutz gebraucht und unterstützt die touristische Entwicklung. Grödens Bürgermeister Klaus Voigt weiß aus der Vergangenheit, dass die Feuerwehren unbedingt gute Zufahrtswege zu den Deichen brauchen.

Er stellt aber auch fest, dass die Süd-Nord-Trassen durch die Niederung gut ausgebaut sind, die kreuzenden Ost-West-Verbindungen jedoch nicht überall. In der Runde am Donnerstag mit der Agrarstaatssekretärin und Landrat Christian Heinrich-Jaschinski wurde von den Akteuren vor Ort mehrfach kritisiert, dass sich die Umweltbehörden auf Kreis- und Landesebene ein ums andere Mal gegen Ausbauprojekte stemmen. Asphalt in der Natur, auch wenn diese bewirtschaftet wird, ist nicht gern gesehen.

Dennoch ist es in Zusammenarbeit mit der Teilnehmergemeinschaft (den Flächeneigentümern) gelungen, ein weiteres Projekt baureif vorzubereiten. Zwischen der Grödener und der Plessaer Brücke wird ein landwirtschaftlicher Weg asphaltiert (Foto unten). Die Gesamtkosten von rund 165 000 Euro werden zu 75 Prozent gefördert.

Wie wichtig gut ausgebaute Wege für die Traktoren und Erntemaschinen sind, zeigt eben jener, wo gestern der symbolische Spatenstich in den steinharten Boden gesetzt worden ist. Um Schlammlöchern auszuweichen, wird von den Fahrern der schweren Technik immer wieder der Deichfuß der Pulsnitz zerfahren. Dies ist kein Einzelfall. Viele Wege entlang der großen Vorfluter sind inzwischen in einem derart schlechten Zustand, dass die Einsatzkräfte im Hochwasserfall große Probleme haben, zu den schadhaften Deichen vorzudringen. Dies wurde unlängst auch bei der Gewässerschau in Regie des Landkreises festgestellt und gehandelt.

Anerkennende Worte gab es schließlich noch von Staatssekretärin Carolin Schilde für die schmucken Schradendörfer und deren Infrastruktur von Einkauf über Handwerk bis Dienstleistungen und Sparkasse: „Man sieht, wo die Leute in Lohn und Brot stehen.“

Damit sticht sie in ein Wespennest. Denn die Gemeinden haben aufgrund der Nähe zu Dresden enormen Baulandbedarf. Doch Potsdam, so Grödens Bürgermeister Klaus Voigt, belegt die berlinfernen Regionen mit Restriktionen, die nicht hingenommen werden.

Am nördlichen Deich der Pulsnitz bei Gröden entsteht ein landwirtschaftlicher Asphaltweg, der auch im Hochwasserfall gebraucht wird. Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde (2.v.r.), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.l.) setzten mit anderen Beteiligten dafür am Donnerstag den ersten Spatenstich.
Am nördlichen Deich der Pulsnitz bei Gröden entsteht ein landwirtschaftlicher Asphaltweg, der auch im Hochwasserfall gebraucht wird. Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde (2.v.r.), Landrat Christian Heinrich-Jaschinski (2.v.l.) setzten mit anderen Beteiligten dafür am Donnerstag den ersten Spatenstich. FOTO: Manfred Feller / LR
Weg am nördlichen Deich der Pulsnitz bei Gröden wird asphaltiert
Weg am nördlichen Deich der Pulsnitz bei Gröden wird asphaltiert FOTO: Manfred Feller / LR
Für Wolfgang Simon, Meli-Bau aus Herzberg, ist die Pulsnitz-Brücke das 60. Bauwerk, das er fachlich betreut hat.
Für Wolfgang Simon, Meli-Bau aus Herzberg, ist die Pulsnitz-Brücke das 60. Bauwerk, das er fachlich betreut hat. FOTO: Manfred Feller / LR