ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:27 Uhr

Neue Ausstellung in Elsterwerda
Wie alte Fischerboote zu abstrakter Kunst werden

Wer die Wahl zwischen vielen Motiven hat, der hat die Quahl. Die Fotokünstlerin Renate Hensel wählt für ihre Ausstellung in der Kleinen Galerie in Elsterwerda aus. Die von der Natur „gemalte“ Marilyn hält sie in den Händen.
Wer die Wahl zwischen vielen Motiven hat, der hat die Quahl. Die Fotokünstlerin Renate Hensel wählt für ihre Ausstellung in der Kleinen Galerie in Elsterwerda aus. Die von der Natur „gemalte“ Marilyn hält sie in den Händen. FOTO: LR / Manfred Feller
Elsterwerda. Renate Hensel aus Senftenberg hat den speziellen Blick und stellt besondere Fotografien in der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda aus. Von Manfred Feller

Jeder kennt das: Ein Urlaubsbild ähnelt in der Struktur dem anderen - Gesamtüberblick Strand, eine schöne Altstadt, Berglandschaften, Wasser- und Sandmeer. Mittendrin die Familie.

Doch das richtig Interessante liegt oft im Detail. Dafür hat die Freizeit-Fotokünstlerin Renate Hensel ein Auge. In ihrer Ausstellung „Der verzauberte Hafen“, die neueste in der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda, beweist sie dies eindrucksvoll.

Bei den Stichworten Wohnort und Hafen ist der erste Gedanke, dass es sich nur um den schmucken Stadthafen von Senftenberg handeln kann. Denn auch von diesem und dem See hat die ehemalige Lehrerin für Deutsch und Kunsterziehung Fotos geschaffen, die eine Ausstellung wert sind.

Doch Renate Hensel hat die Bilder von einem ihrer insgesamt 18 Aufenthalte in der Türkei mitgebracht. „Das ist meine zweite Heimat“, sagt sie, die einst dorthin Bildungsreisen organisiert hatte.

Ihre ausgestellten Fotos, es ist nur eine gerahmte Auswahl, stammen aus einem Hafen in Alanya mit seinerzeit zahlreichen schrottreifen Fischerbooten. Es dauerte nicht lange, da entdeckte sie vom Zahn der Zeit hervorragend gemachte Kunstwerke: Farbe, zigmal aufgetragen und wieder abgeblättert, gespachtelte Planken, darauf Muscheln, verrostete Metallteile und vieles mehr. Je genauer sie hinsah, desto mehr entdeckte sie darin. „Kein Künstler hätte diese Bilder je erschaffen können“, denkt sie insbesondere an die abstrakt arbeitenden Berufsmaler.

„Man kann in jede Aufnahme ein Bild hineininterpretieren“, sagt sie und hält ihr Lieblingsmotiv in den Händen: Tatsächlich, Wind, Wasser und Abnutzung haben die unvergessene Marilyn Monroe erschaffen. Ein anderes Bild zeigt eine Winterlandschaft, ein weiteres Stürme usw. Wird das Motiv auf den Kopf gestellt, ist etwas ganz Anderes zu erkennen. Mit ihrem eigenen Titel zu jedem Bild gibt Renate Hensel dem Betrachter eine kleine Hilfe in die Hand, was er entdecken kann. Am besten, er lässt seiner Fantasie selbst freien Lauf.

In der Ausstellung „Poetische Fotografie“ zu sehen sind 18 großformatige Fotos, zusätzlich ergänzende kleine. Das Galeriegespräch mit der Senftenbergerin findet am 10. August um 19 Uhr statt. Die Galerie hat dienstags bis sonnabends von 9 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.