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| 17:47 Uhr

Wieder neue Auerhähne aus Schweden
„Froh bist du erst, wenn der Hahn abfliegt“

 Naturparkchef Lars Thielemann (l.) und Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann im Basislager in Lappland bei einem früheren Auerhuhnfang.
Naturparkchef Lars Thielemann (l.) und Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann im Basislager in Lappland bei einem früheren Auerhuhnfang. FOTO: LR / Frank Claus
Bad Liebenwerda/Sorno. Erneut fünf Auerhähne und eine Henne in Mittelschweden für den Naturpark gefangen. Im Mai geht’s auf Damenfang und Ende September sollen die Hähne noch mal ins Netz gelockt werden. Von Frank Claus

Auerhähne in freier Wildbahn zu überlisten, selbst erfahrene Auerhuhn-Fangspezialisten sagen, dass das nicht einfach ist. Und trotzdem ist es der Fangcrew des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft vor Ostern erneut gelungen, fünf Hähne und eine Henne in Mittelschweden zu fangen und sie wohlbehalten in ihr neues Zuhause im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zu bringen. Am Osterwochenende sind die Tiere im Bereich Grünhaus (bei Sorno) und Weißhaus (bei Doberlug) im Morgengrauen ausgesetzt worden.

 Auerhähne sind deutlich schwerer zu fangen als Auerhühner.
Auerhähne sind deutlich schwerer zu fangen als Auerhühner. FOTO: dpa / Holger Hollemann

Durchatmen bei  Naturparkchef Lars Thielemann und Projektleiter Dr. Alexander Zimmermann. „So richtig froh bist du erst, wenn der Hahn abfliegt“, sagt Lars Thielemann. Bis dahin, so beschreibt er, herrscht Anspannung pur. Zumal die Rückfahrt über etwa 1400 Kilometer mit Fähre und Pkw diesmal eine zusätzliche Belastungsprobe für die Tiere mit sich brachte. Die Temperaturunterschiede waren enorm. „Im Fanggebiet bei Mittelschweden lagen die Nachttemperaturen noch bei minus acht Grad. Obwohl auch dort am Tag die Sonne schien, so warm wie es hier zu Ostern war, war es dort noch nicht“, beschreibt Lars Thielemann. Und so ist er wie Alexander Zimmermann auch, „zufrieden“ mit der diesmaligen Expedition. „Wir wissen, dass der Fang im Frühjahr immer schwieriger ist. Dennoch nutzen wir jede Gelegenheit, um ausgewachsene männliche Tiere umzusiedeln.“ Schließlich ist jetzt Balzzeit. Zusätzliche „Männer“ für die „Frauen“ im Brandenburgischen sind gefragt.

Doch auch da zeigt sich Alexander Zimmermann zuversichtlich. Inzwischen seien 101 Tiere hierzulande genetisch nachgewiesen. Die Sichtungen durch Förster, Jäger, Ornithologen und Naturfreunde inbegriffen, seien es bereits 111 Tiere. Bemerkenswert: Seit im Jahr 2012 die ersten 28 Auerhühner in Schweden gefangen und um Bad Liebenwerda, Finsterwalde und Dahme ausgewildert wurden, hat sich die Population stetig entwickelt. Inzwischen gebe es nachgewiesen 77 echte Brandenburger. Das sind Vögel, die hier geschlüpft sind. Und: Auch der männliche Anteil hat sich gut entwickelt. Aber: Die jungen „Jungs“ müssen noch etwas zulegen, um den stattlichen „Damen“ zu imponieren. Bis zu 60 Tiere dürfen jährlich in Schweden entnommen werden. Die nächsten Fangaktionen starten im Mai (dann geht es auf Hennenfang)  und Ende September.