Ein ähnliches Wohnmodell habe sich in Köln bereits bewährt, weiß Petrida Hänsel. Nach einem Bericht in einer Illustrierten sei in ihr der Wunsch geboren wurden, Gleiches für Senioren auch in ihrer Heimatstadt anzubieten. Und sie ist sich sicher: Was anderswo funktioniert, klappt sicher auch in Mühlberg. Doch noch herrscht überwiegend typisches Baustellenchaos in den künftigen Wohnräumen. Nur die beiden fertiggestellten Mieteinheiten in der oberen Etage geben einen ersten Überblick über Moderne und Wohnkomfort, der den künftigen Mietern hier geboten wird. Ein schmucker Laminatfußboden, farbenfroh tapezierte Wände und ein elegantes Badezimmer. Selbst moderne Badmöbel und eine kleine Einbauküche sind bereits komplett integriert.
Senioren, die ihren Alltag noch eigenständig bewältigen können, aber nicht alleine leben möchten, sollen sich hier schon bald wohlfühlen. „Ich habe die Räumlichkeiten so konzipiert, dass sich jeweils zwei Mieter eine Wohnung teilen“ , erklärt die Mühlbergerin. Jeder Senioren hätte sein eigenes Zimmer zur Verfügung, Bad und Küche wären von beiden zu nutzen. Insgesamt entstehen in dem Gebäude in der Brauhausgasse, das bis vor wenigen Jahren noch städtische Büroräume beherbergte, vier Mieteinheiten. „Eine Wohnung entsteht als Einraumwohnung. Diese ist barrierefrei, könnte also durchaus von einem Rollstuhlfahrer bezogen werden“ , so die Bauherrin, die erst im vergangenen Jahr das Gebäude erwarb.
Warum sich die 51-Jährige ausgerechnet für die Gründung von Senioren-Wohngemeinschaften stark macht, erklärt sie so: „Ich sehe es tagtäglich während meiner Arbeit als Malerin. Viele Ältere leben alleine. Der Partner verstorben, Kinder und Enkelkinder weit weg von zu Hause. Manche leben geradezu isoliert. Anderen wachsen die hohen Mieten und oft undurchschaubaren Nebenkostenabrechnungen über den Kopf.“ In den Senioren- WGs sollen die Mieter gerade mit diesem Problemen nicht mehr konfrontiert werden. „Eine festgesetzte Miete beinhaltet auch Wasser, Wärme, Strom und Müll“ , erklärt Petrida Hänsel. Vor allem aber, und das ist das Wichtigste für die Bauherrin, kommen die älteren Menschen aus ihrer Einsamkeit heraus und leben unter Gleichen. „Sie könnten sich den Alltag gegenseitig erleichtern und verschönern.“ Gemeinsames Kochen, gemeinsam die Mahlzeiten einnehmen und auch mal die Wäsche des anderen mitwaschen, so stellt sie sich das Zusammenleben ihrer künftigen Mieter vor. Für gemeinsame Aktivitäten und kleine Feierlichkeiten steht im Erdgeschoss sogar ein modern eingerichtetes Gesellschaftszimmer mit separater Küche zur Verfügung. Zum Objekt gehört ebenso ein großer Innenhof mit angrenzender Grünfläche. „Hier könnten alle im Sommer draußen sitzen und vielleicht auch mal grillen.“ Die Bilder hat Petrida Hänsel schon genau vor Augen. „Interessierte können sich gerne bei mir, in der Köttlitzer Straße in Mühlberg melden.“