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| 19:15 Uhr

Neu im Dichterviertel in Bad Liebenwerda
Häuslebau in der Kurstadt: mal so, mal so

 Mit Unterstützung des Baumarktes bauspezi und des Regenbogenhauses sind Insektenhotels gebaut worden. 
Mit Unterstützung des Baumarktes bauspezi und des Regenbogenhauses sind Insektenhotels gebaut worden.  FOTO: LR / Heike Schmidt-Dallüge
Bad Liebenwerdas Großvermieter HGB/IGB erhöht die Wohnqualität im Dichterviertel für kleine und große Lebewesen. Für 1,6 Millionen werden Balkone angebaut und Fassaden gestaltet. Kinder bauen Insektenhotels. Von Frank Claus

Wohnen im Grünen inmitten intakter Natur. Bad Liebenwerdas Wohngebiet „Dichterviertel“ – es heißt so, weil viele Straßen Namen bekannter Dichter tragen – darf dieses Prädikat für sich verbuchen. Die Stadt und die beiden Großvermietgesellschaften legen viel Wert auf ein Wohlfühlklima.

Vor allem die Haus- und Grundbesitzgesellschaft Bad Liebenwerda mbH, einhundertprozentige Tochter der Stadt, hat im Wohngebiet in den zurückliegenden Jahren viel investiert. Markantes Zeichen sind die von Grund auf sanierten ersten beiden Wohnblöcke in der Lessingstraße. Und nun legt der Großvermieter nach. An zwei Wohnblöcken in der Schillerstraße und am dritten Wohnblock in der Lessingstraße werden Balkone angebaut. Für insgesamt 68 Wohnungen soll sich so der Wohnkomfort deutlich erhöhen. Insgesamt 1,6 Millionen Euro, so Geschäftsführer Martin Ehring, sind veranschlagt für Balkone, die Neugestaltung von Fassaden und eine neue Feuerwehrzufahrt am Wohnblock Lessingstraße. „Eigentlich wollten wir erst gar nicht in so großem Stil modernisieren, aber die Baupreisentwicklung und die günstige Situation am Zinsmarkt haben uns bewogen, doch jetzt den großen Wurf zu machen“, sagt der HGB-Chef.

Das Bauvorhaben werde genutzt, um in den Aufgängen eine sogenannte Strangsanierung vorzunehmen. Das heißt, die Trinkwasser- und Abwasserleitungen werden modernisiert. Veränderung der Raumzuschnitte in den Wohnungen soll es nicht geben. Einige Mieter hätten jedoch angefragt, ob die Standard-Badewannen nicht durch Duschen ersetzt werden könnten. „Das ist unter bewohnten Bedingungen ein starker Eingriff“, sagt Martin Ehring, will auf Wünsche von Mietern aber dennoch eingehen. Vorausgesetzt, sie nehmen zwischenzeitliche Einschränkungen in Kauf.

 Vorbild sind die Balkone an diesem Block in der Lessingstraße. Jedoch soll auf Schiebe-Lamellen verzichtet werden. Mieter würden Markisen bevorzugen.
Vorbild sind die Balkone an diesem Block in der Lessingstraße. Jedoch soll auf Schiebe-Lamellen verzichtet werden. Mieter würden Markisen bevorzugen. FOTO: LR / Frank Claus

Die Fassaden – unmittelbar nach der Wende war bereits Wärmedämmung angebracht worden – werden optisch attraktiv gestaltet. „Die Wärmedämmung wird nur in den Abschnitten herausgenommen und später wieder angebracht, wo die Balkone angebaut werden. Die Gründungsarbeiten für die Fundamente haben bereits begonnen.“

Von den Modernisierungen verspricht sich die HGB ein gesteigertes Mietinteresse, auch wenn an diesen Blocks keine Aufzüge angebaut werden. Seit das Vermietunternehmen im Wohngebiet eine Musterwohnung vorhält, weiß sie auch viel genauer um die Wünsche der Mieter und Interessenten. „Die Musterwohnung hat sich bewährt. Wir haben zu den Öffnungszeiten immer Zuspruch und zeigen Mietinteressierten auch immer, wie wir vorhandene Wohnungen umbauen könnten. Das spricht sehr an“, so Martin Ehring.

 Diese zwei Wohnblöcke in der Schillerstraße und einer in der Lessingstraße erhalten noch in diesem Jahr Balkone und neue Fassaden.
Diese zwei Wohnblöcke in der Schillerstraße und einer in der Lessingstraße erhalten noch in diesem Jahr Balkone und neue Fassaden. FOTO: LR / Frank Claus

Die HGB investiert gegenwärtig auch an der Villa in der Dresdner Straße. Dort soll die holprige Zufahrt ersetzt werden, alte Schuppen wurden abgerissen und neue Parkflächen entstehen. „Damit wollen wir den Patienten der Onkologie und ihren Angehörigen eine angenehmere Erreichbarkeit der Praxis ermöglichen.“

Doch die HGB kümmert sich nicht nur um ihre Mieter und die Gebäudesubstanz. Die HGB Haus- und Grundbesitzgesellschaft Bad Liebenwerda mbH und die IGB Ingenieurgesellschaft für Bauwesen und Grundstücksverwaltung Bad Liebenwerda mbH engagieren sich schon seit Langem für den Natur- und Artenschutz in der Kurstadt Bad Liebenwerda. Im Dichterviertel sollen die Aktivitäten nun noch einmal gebündelt werden, wie Heike Schmidt-Dallüge, zuständig fürs Marketing, berichtet.

Im Rahmen der Überarbeitung der Freiflächen „Sonnenhof“ und „Storchenplatz“ sei bereits darauf geachtet worden, dass bienenfreundliche Pflanzen wie Lavendel, Färber-Kamille, Salweide, Kupfer-Felsenbirne und Schmetterlingsflieder gepflanzt wurden.

Das sei ein erster Schritt gewesen, etwas für die Erhaltung der wichtigen Nutzinsekten zu tun. „Allerdings ist uns das nicht genug. Mit den Pflanzen haben wir für Nahrung gesorgt, aber wohnen müssen die Insekten auch“, sagt Heike Schmidt-Dallüge und weiß: „Jede Insektenart hat da eigene Bedürfnisse und auch Ansprüche.“ Aus diesem Grund haben HGB und IGB in Zusammenarbeit mit den Kindern und Jugendlichen aus dem Regenbogenhaus begonnen, Insektenhotels zu bauen und aufzustellen. Auch sollen noch mehr Eichhörnchenkobel und Fledermauskästen installiert werden. Besonders groß wäre die Freude, wenn die Kinder und Jugendlichen die Patenschaft für ein ganzes Beet oder einen Pflanzbereich übernehmen würden.

Die Bewohner der Kurstadt und des Dichterviertels, so die Hoffnung der Marketingchefin, können aktiv in den Insektenschutz eingreifen: „Warum nicht mal einen bienenfreundlichen Balkon gestalten? Es muss nicht immer ein großer Garten sein, um den Bienen ausreichend Nahrung zu bieten. Es gibt viele bienenfreundliche Pflanzen, die den Honigproduzenten beste Versorgung garantieren.“ Heike Schmidt-Dallüge zählt auf: „Löwenmäulchen, Margeriten, Wandelröschen und auch der Lavendel. Aber auch Küchenkräuter wie Thymian, Minze, Koriander, Zitronenmelisse und viele andere tragen zum Wohlbefinden der Bienen bei. Bei den Küchenkräutern gilt, was uns Menschen schmeckt, schmeckt auch den Bienen. Eine ganz besonders feine Mischung für die Bienen ist ein Erdbeer-Minz-Topf.“