Dabei gibt es den Auftakt mit einer Führung zu den Fledermausbunkern in Hohenleipisch just an einem einst von der Sowjetarmee militärisch genutzten Ort, in dessen Nachbarschaft sich ein Truppenübungsplatz der NVA befand. Hier wurde bereits vor mehr als 15 Jahren der Naturparkgedanke geboren. Lars Thielemann blickt in die Geschichte: Schon vor der Wende hatte jeder der beiden deutschen Staaten symbolisch einen Truppenübungsplatz für die Konversion freigegeben. In der Aufbruchstimmung der Wendezeit, so ist es überliefert, hat Prof. Michael Succow aus Lüdersdorf bei Bad Freienwalde den entscheidenden Anstoß gegeben. Der besonders als Moor-Ökologe auch international renommierte Wissenschaftler und Träger des alternativen Nobelpreises (1997) soll bei einem Besuch in der Liebenwerdaer Heide gesagt haben: “Macht doch einen Naturpark draus.„ Ein Aufbaustab und ein Förderverein folgten, der in diesem Jahr schon seinen 20. Geburtstag feiert. Während sich die Entwicklung in den Anfangsjahren im Süden mit den Streuobstwiesen und dem Naturschutzgebiet Forsthaus Prösa konzentrierte, so lebt der Naturparkgedanke inzwischen bis hin zu Orten wie Lugau, Werenzhain und Buchhain. “Wir haben viele Partner gefunden, die die Entwicklung voranbringen„, betont Lars Thielemann. Die Renaturierung an der Kleinen Elster sei so zum Beispiel vom Naturpark angeschoben, aber vom Naturschutzfonds umgesetzt worden. Die Eröffnung des Naturparkhauses als Besucherzentrum sei anlässlich des 10. Geburtstages des Parks ein Höhepunkt gewesen.

Nicht pompös, sondern in einer zum Park passenden Weise sollen nun bis zum November Veranstaltungen für jedermann angeboten werden. An 15 verschiedenen Schauplätzen, die sich nicht zwingend in 15 verschiedenen Orten befinden, soll die Vielfalt der Arbeit des Naturparks deutlich werden. Die nach dem Wunsch von Lars Thielemann darin münden soll, dass aus dem Park als touristischem Pfund Verdienst für die Region generiert wird - so, wie seit Jahrzehnten in der Lüneburger Heide.

Zum Thema:

Eine der ältesten Landschaften Brandenburgs bildet die Kulisse für den Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Die Altmoräne ist vor 180 000 Jahren während eines Gletschervorstoßes in der Saaleeiszeit entstanden. Ihr letzter Gletschervorstoß erreichte die Region schon nicht mehr.Eine glaziale Hochfläche im Herzen des Naturparks ist mit ausgedehnten und weitgehend unzerschnittenen Wäldern bewachsen, die auch ein Moor und große Heideflächen umfassen. Nördlich und südlich grenzen die Niederungen der Kleinen Elster und der Schwarzen Elster an. Im Osten hat der großflächige Abbau von Braunkohle riesige Kippenflächen entstehen lassen. Am Südhang der glazialen Hochfläche im Herzen des Naturparks, bei Kraupa, Hohenleipisch, Döllingen und Plessa, ist aus der mehr als 120 Jahre alten Tradition des Obstbaus heraus Brandenburgs größtes Streuobstwiesengebiet entstanden.Gründung des Naturparks: Mai 1996Größe: 484 Quadratkilometer mit 13 Naturschutzgebieten, sieben Landschaftsschutzgebieten, elf Flächennaturdenkmalen.