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Nächstes Jahr steigt die Doppel-Party

ELSTERWERDA.. Ordentlich Zünd stoff gab’s beim Stammtisch von RUNDSCHAU und Elsterwerdaer Stadtverwaltung für die Ortsteile Krauschütz und Kotschka unlängst vor allem, was die umstrittene Querungshilfe über die Bundesstraße 101/169 anging (die Heimatzeitung berichtete ausführlich). Welche Themen bei der mit mehr als 40 Gästen in diesem Jahr am besten besuchtesten traditionellen Diskussionsrunde im Tennis-Vereinsheim am Holzhof noch zur Debatte standen, haben wir im Nachgang wie immer zusammen gefasst. Kai Dietrich


2006 steigt die Doppel-Party
Selbst einigen eingefleischten „Ureinwohnern“ schien diese Info von Bürgermeister Dieter Herrchen neu gewesen zu sein: Wie Recherchen im städtischen Archiv bestätigt hätten, stehen in den beiden kleinsten Stadtteilen im nächsten Jahr parallel Dorfjubiläen an. Während die Krauschützer urkundlich belegt auf eine 600-jährige Historie zurück-blicken können, ist Kotschka immerhin mit 550 Jahren dabei. Was die sicherlich etwas umfangreicheren Feierlichkeiten als gewöhnlich angehe, werde man die Stadtteile bei der Haushaltsplanung 2006 berücksichtigen, versicherte der Stadtchef. Der garantiert nicht in erster Linie an das gewisse Sparpotenzial dachte, als er dann auch noch einen Wunsch äußerte: „Vielleicht ist es ja sogar denkbar, dass Krauschützer und Kotschkaer ihr Jubiläum gemeinsam feiern.“
Der Termin für die Doppel-Party könnte schon stehen. Wie Jens Unger vom Heimatverein in Krau schütz ankündigte, habe man sich für das „erweiterte Teichfest“ im nächsten Jahr das Wochenende um den 23. und 24. Juni ausgeguckt. Derzeit sei man dabei, erste Ideen für das 600-Jährige zu entwickeln. „Für Anregungen und Vorschläge aus der Bevölkerung sind wir deshalb jederzeit dankbar“ , sagt Unger, der nun auch auf einen Anruf aus Kotschka wartet. So ein Doppelpack-Jubiläum möchte schließlich gründlich vorbereitet werden.

Ruhiger übern Reißdamm
Keine Entwarnung, aber immerhin eine leichte Verbesserung konnte Elsterwerdas 1. Beigeordneter Ansgar Große in Sachen Verkehrschaos auf dem Reißdamm verkünden. Vor allem Radler und Fußgänger hatten sich beim Stammtisch im vergangenen Jahr darüber beklagt, sich auf dem landwirtschaftlichen Asphalt-Weg in Richtung Gröden und Plessa-Süd nicht mehr sicher zu fühlen. Grund waren nicht allein die Auto- und Lkw-Fahrer, welche die nach wie vor erlaubten Tempo 100 auf der schmalen Piste nur allzu gerne ausreizten. Vor allem auch die Absätze an den Randstreifen, die durch das Ausweichen zeitweilig „Treppen-Qualität“ angenommen hatten, stellten besonders für Zweiradfahrer Gefahrenquellen dar.
Zum einen hätten Ausbesserungen an den Rändern, zum anderen aber vor allem ein geringere Belastung der Straße dazu beigetragen, dass sich der Ärger um den Reißdamm etwas gelegt habe. Ansgar Große: „Einige Baustellen in der Umgebung sind Vergangenheit, jetzt fließt wieder wesentlich weniger Verkehr, vor allem sind nicht mehr so viele Laster unterwegs.“
Keinen Erfolg habe man derweil mit dem Versuch gehabt, beim Straßenverkehrsamt eine Geschwindigkeitsbeschränkung durchzusetzen. Lediglich durch eine seitliche Bepflanzung stelle man jetzt Überlegungen an, die Straße optisch noch ein bisschen einzugrenzen und die Autofahrer somit zur Vorsicht zu bringen. „Wir haben beobachtet, dass auf dem Abschnitt ohne Bewuchs wesentlich schneller gefahren wird, als auf den Streckenteilen mit Büschen und Bäumen am Rand“ , so Große, für den auch eine Teileinziehung der Straße (also ein Verbot für den motorisierten Verkehr) als Variante noch nicht vom Tisch zu sein scheint. Nur mit den angrenzenden Gemeinden könne es in dieser Hinsicht schwer werden, Einigkeit herzustellen.

Parkplätze sorgen für Ärger
Auf Probleme, die vor allem ältere oder behinderte Bürger beim Auf-suchen des Elsterwerdaer Krankenhauses hätten, wies Werner Schönitz ausdrücklich beim Stammtisch hin. Schon öfter sei es ihm persönlich so ergangen, dass er auf dem Parkplatz an der Promenade keine Abstellmöglichkeit mehr gefunden hätte, da den gesamten Vormittag über alles von den Schülern des Elsterschloss-Gymnasiums zugeparkt sei. „Die sind zu bequem, mal ein Stückchen weiter zu laufen. Der Parkplatz in der Burgstraße wird zum Beispiel kaum benutzt“ , wetterte Schönitz, der mit seiner Gehbehinderung regelmäßig auf eine Stellfläche so nah wie möglich am Klinikum angewiesen sei.
Abgesehen davon, dass für solche Fälle stets drei Plätze im Krankenhaus-Hof vorgehalten seien, versprach Bürgermeister Herrchen die Sachlage schnellstmöglich prüfen zu lassen. „Wenn wir wissen, wer genau dafür zuständig ist, wird sich da auch eine Lösung finden lassen.“ Vielleicht wird dann ja auch der Vorschlag von Werner Schönitz umgesetzt, der es für richtiger hielte, zumindest einige Flächen von der Parkdauer zu begrenzen. „So könnte man wenigstens auch in der Schulzeit ein paar Plätze für Kranke und Besucher freihalten.“
Im Fokus stand benannter Parkplatz kurze Zeit später gleich noch einmal. Weil er nämlich ausgerechnet immer dann wie leer gefegt sei, wenn in der Elbe-Elster-Halle sportliche oder kulturelle Höhepunkte stattfinden. „Dann ist um die Halle herum und auf der Straße davor alles zugestellt. Was, wenn da mal im Ernstfall ein Rettungsfahrzeug durch muss“ , sorgte man sich im Stammtisch-Publikum. Bis auf die Möglichkeit, bei einer der nächsten Veranstaltungen mit dem Ordnungsamtteam mal genauer auf die Parkordnung zu schauen, sahen sich die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in dieser Sache kaum befähigt, großartig einzugreifen. „Für den sicheren Weg des Rettungsdienstes hat der Veranstalter Sorge zu tragen“ , forderte der Bürgermeister für die Zukunft zu verantwortungsbewussterem Handeln und Kontrollieren auf. Doch auch im Allgemeinen sei die Sache kein neues Problem für Elsterwerda. Ein neues Verkehrs- und Parkleitsystem, das mit der Innenstadtgestaltung bereits in Planung ist, könnte dabei schon bald Klarheit und Abhilfe schaffen.

Großenhainer Straße nervt
„Wenn bei uns nachts die Laster vorbeidonnern, klappern im Wohnstubenschrank die Gläser.“ Da war es wieder, das leidige Problem der schlechten Elsterwerdaer Straßen. Ausnahmslos in allen Stadtteilen heiß diskutiert, beschwerten sich diesmal besonders die Anlieger der Großenhainer Straße - nicht nur über Lärm und Dreck, sondern vor allem auch über immer mehr Risse und Schäden, die die kaputte Fahrbahn an den Häusern hinterlasse. Wann ist endlich Besserung in Sicht, gingen die fragenden Blicke Richtung Verwaltungsbank.
Die sich in dieser Sache zwar der Ernsthaftigkeit des Problems bewusst zu sein beteuerte, aber im gleichen Atemzuge nur auf die Zuständigkeit des Bundes verweisen konnte. Anders als für die Dresdener Straße, die derzeit für einen grundhaften Ausbau 2007 überplant werde, wusste Bauamts chef Uwe Schaefer über Vorhaben des Landesbetriebes für Straßenwesen die Großenhainer Straße betreffend nichts Aktuelles zu berichten. Seitens der Stadtverwaltung habe man es hier auch mit einem zweischneidigen Schwert zu tun. Einerseits sei man natürlich am ordentlichen Zustand der Elsterwerdaer Straßen interessiert, so Schaefer. Andererseits spiele gerade in diesem Bereich auch die geplante Südumfahrung von Gröditz in Richtung Senftenberg eine nicht zu unterschätzende Rolle, hakte Bürgermeister Herrchen ein. Man könne nicht auf den Ausbau der Ortsdurchfahrt und gleichzeitig vehement auf das Vorantreiben der Umgehung pochen, die wie die Nord-Variante jetzt immerhin in das Raumordnungsverfahren aufgenommen worden sei. Es könnte sich so ganz weit hinten am Horizont also ein Hoffnungsschimmer abzeichnen für die Anlieger der Großenhainer Straße - bis es s o weit ist, wird man nicht nur mit den klappernden Gläsern im Stubenschrank leben müssen.