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| 19:16 Uhr

Was nach dem Luther-Pass kommt
Psst, noch ist alles streng geheim!

Das ist einer der geheimnisvollen Orte, zu denen der „Kulturschatz-Sucher“ führt. Das Foto entstand in Elbe-Elster.
Das ist einer der geheimnisvollen Orte, zu denen der „Kulturschatz-Sucher“ führt. Das Foto entstand in Elbe-Elster. FOTO: Janine Kauk
Elbe-Elster . Die RUNDSCHAU lugt durchs Schlüsselloch und entdeckt den Nachfolger des Luther-Passes: den „Kulturschatz-Sucher“ Von Frank Claus

Es ist Mittwoch kurz vor 10 Uhr. Schloss Doberlug. Fast ins oberste Stübchen hat sich das kleine Grüppchen, bestehend aus Frauen und Männern, verzogen. Dort stecken sie die Köpfe zusammen, um Elbe-Elsters neuem Clou den letzten Schliff zu verpassen. Es sind Kulturmacher, Grafiker, Tourismusverantwortliche, Geldgeber. Kein Ton dringt durch die schwere Tür nach außen. Geheimnisvolles wird besprochen.

Es geht um das neue touristische Marketingprodukt nach dem so überaus erfolgreichen Luther-Pass im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“. Nur eine Stunde lang darf die RUNDSCHAU quasi durchs Schlüsselloch lunschen, Fotos von dem, was da entsteht, sind noch nicht erwünscht. Der Name jedoch wird schon mal verraten: „Kulturschatz-Sucher“. Der Titel ist bewusst gewählt. Das Jahr 2018 wird europaweit als „Europäisches Kulturerbejahr“ unter dem Motto „Sharing Heritage“ („Das Erbe teilen“) begangen. Da könnte Elbe-Elsters Produkt, eng abgestimmt mit „Kulturland Brandenburg“, ein Knaller werden und für Furore sorgen.“

Schätze entdecken, geheimnisvolle Orte erkunden, vergessen Geglaubtes neu entdecken, das will Elbe-Elster initiieren. Nicht nur in den eigenen Kreisgrenzen, sondern weit darüber hinaus. 30 Einrichtungen in 23 Orten sind beteiligt. Cottbus, der Spreewald, Senftenberg, Jüterbog, die Lutherstadt Wittenberg, das Kloster Neuzelle, natürlich Elbe-Elster und sogar Elbe-Elsters polnischer Partnerkreis Ratibor stehen auf der Schatzkarte. Welche Einrichtungen genau, das wird noch nicht verraten.

Den ganz großen Aufschlag soll es erst zur Elbe-Elster-Kulturkonferenz im Februar und danach auf der Internationalen Tourismusbörse Anfang März in Berlin geben. Bei der bevorstehenden Grünen Woche in der Bundeshauptstadt wird schon mal die Werbetrommel geschlagen, werden Kärtchen verteilt, mit denen auf das neue, spannende Projekt neugierig gemacht wird.

Erwachsene und Kinder sollen gleichermaßen erreicht werden. Die Jüngeren gehen auf Spurensuche, um ganz am Ende ein Memory mit 30 Spielkarten in ihren Händen zu halten. Die Erwachsenen werden ihre Sammelleidenschaft mit 30 Karten bedeutender touristischer Ziele befriedigen können. Alle sind attraktiv gestaltet und mit den wichtigsten touristischen Informationen versehen. Ausgestattet werden die Kulturschatz-Sucher mit einem Starter-Kit, das die ersten Karten beinhaltet und dazu eine Schatzkarte, auf denen alle möglichen Ziele vermerkt sind.

Die Idee für das neue kulturtouristische Produkt hatten Elbe-Elster-Kulturamtsleiter Andreas Pöschl und die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes, Susanne Dobs. Sie haben viele Partner an ihrer Seite, die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“, die Werbegrafiker „Die Piktografen“ aus Finsterwalde und Mitarbeiter aus Tourismuseinrichtungen.

Der „Kulturschatz-Sucher“ ist angelehnt an den so überaus erfolgreichen Luther-Pass und in seiner Ausführung doch ganz anders. Doch die Erfahrungen des Luther-Passes, der in seiner Neuauflage nun sogar Wegweiser zu Zielen in vier Bundesländern (Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen) ist, fließen ein. Die Erkenntnis, themenbezogen auch über Kreis- und Landesgrenzen hinaus zu denken, war ein Erfolgsgarant.

Im Reformationsjahr war der Ruf des Passes, der 60 000 Mal in mehr als 80 Ausgabebestellen und im Onlineversand bezogen werden konnte, sogar bis zur Wartburg nach Eisenach und nach Frankfurt/Oder geschwappt. Beide Luther-Orte wollen nun im Nachfolgejahr unbedingt auch im Pass vertreten sein.

Besuchs-Passstation bleibt Jüterbog, wo der Ablasshändler Tetzel Geld eintrieb. Die Lutherstadt Wittenberg wartet mit den Stätten des Weltkulturerbes, dem Asisi-Panorama „Luther 1517“ und den originalen Schauplätzen der Reformation auf. In Frankfurt/Oder entstand ab 1517 der katholische Gegenpool zu Wittenberg. In Bad Liebenwerda traf sich Luther mit dem Abgesandten des Papstes, der ihn von den Thesen abbringen wollte. Zwischendurch weilte Luther (nicht ganz freiwillig) auf der Wartburg in Eisenach und übersetzte das Neue Testament ins Deutsche. An der Elbe auf Schloss Hartenstein in Torgau entwarf der Reformator die Grundzüge der ersten protestantischen Visitationsordnung. In Doberlug-Kirchhain war einst ein Kloster, das wie viele Klöster jener Zeit verschwand. In Finsterwalde begibt sich der Gast auf die musikalischen Wege der Reformation. Schließlich kann der Besucher in der multimedialen Ausstellung in der Elbestadt Mühlberg die Schlacht von Mühlberg miterleben. Dort wurden 1547 die Truppen der Protestanten vernichtend geschlagen. Übrigens gibt es dort auch die Passbilder, die den Pass wirklich zu einem persönlichen Dokument werden lassen.

Genauso spannend aufbereitet wird der „Kulturschatz-Sucher“. Längst werden die Macher an diesem Mittwoch unruhig. Die Zeit drängt, viele Details sind noch zu besprechen – zu den Ausgabestellen, zum Online-Vertrieb, zur Internet-Vermarktung der Aktion. Die besten Kartensammler sollen auch gewinnen können. Wie das sofort ins Auge fällt, muss auch noch besprochen werden. Sicher ist eins: Zur ITB ist Start in einer Auflage von 10 000 Starter-Kits.