ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:06 Uhr

B183-Ortsumfahrung
Immer noch zu viele Lkw in Bad Liebenwerda

 Die neue Kreuzungsanbindung Zeischaer Weg/Dresdner Straße in Bad Liebenwerda hat am Mittwoch die erste Asphaltschicht erhalten.
Die neue Kreuzungsanbindung Zeischaer Weg/Dresdner Straße in Bad Liebenwerda hat am Mittwoch die erste Asphaltschicht erhalten. FOTO: LR / Jens Berger
Bad Liebenwerda. Wenn das nicht Ausdauer ist: Seit Oktober 2018 – da wurde die neue B-183-Ortsumfahrung übergeben – wollen die Bad Liebenwerdaer erreichen, dass die neue Piste ihren Zweck erfüllt – vor allem Lkw um die Stadt herumzuführen. Von Frank Claus

Wenn es um den Verkehr in ihrer Stadt – immerhin Kurstadt – geht, lassen die Bad Liebenwerdaer nicht locker. Sie ärgert, dass nach Freigabe der langersehnten B-183-Ortsumfahrung im Herbst des vergangenen Jahres immer noch viele Lkw durch das Stadtzentrum über den Roßmarkt, vorbei an den Kurkliniken, dem Lubwartturm und durch den Kurpark rollen.

Und sie setzen sich für die Lärmminderung und Luftverbesserung auch deshalb ein, weil Bad Liebenwerda den Heilbad-Status anstrebt und die Verleihung des Titels durch den Abgasmief gefährdet sein könnte. „Dieser Zustand wird für Bad Liebenwerdas Entwicklung zu einem immer bedrohlicheren Problem“, schreibt der Bad Liebenwerdaer Guido Seifert und fügt an: „Es kann doch nicht sein, dass man erst eine Ortsumfahrung für mehr als 30 Millionen Euro baut und es dann nicht schafft, über eindeutige Beschilderungen und ausgewiesene Fahrverbote für Lkw die Stadt endlich frei von Brummis zu bekommen.“

Bürgermeister Thomas Richter (CDU) hört fast täglich solche Reaktionen aus der Bevölkerung, wenngleich, wie er glaubt, eine deutliche Entspannung seit Freigabe der Ortsumfahrung bereits eingetreten ist. Aber auch für ihn sind es noch zu viele Lkw, die durch die Stadt rollen. Er weiß auch, dass weitere Bürger sich vehement für ihre Kurstadt einsetzen. „Günter Raspe hat sich mit einer Petition an die Brandenburger Verkehrsministerin gewandt“, erklärt er und freut sich über das Engagement der Kurstädter. Günter Raspe schildert in seinem Brief ebenfalls die Situation und hat der Ministerin Fotos und eine Skizze für eine verbesserte Beschilderung beigefügt. Beide Bürger glauben zudem, dass Verwaltungen zu schwerfällig reagieren würden, um Bad Liebenwerda noch konsequenter vom Lkw-Verkehr zu entlasten.

Inzwischen haben Landesbetrieb Straßenwesen und Straßenverkehrsamt reagiert. An die Vorwegweiser aus Richtung Lausitz (Einfahrt aus Mühlberg/Torgau) und Oschätzchen (Einfahrt aus Reisa; Foto) sind Zusatzschilder angebracht worden, die Lkw-Fahrer zur B 101 lenken sollen ohne wie bisher die Innenstadt zu durchfahren.

 Endlich: Zusatzschild für die B 101 von Oschätzchen kommend.
Endlich: Zusatzschild für die B 101 von Oschätzchen kommend. FOTO: LR / Frank Claus

„Wir sollten das jetzt mal vier Wochen beobachten“, sagt Thomas Richter und regt dann eine nochmalige Verkehrszählung durch das Straßenverkehrsamt an. Zudem beruhigt er ein wenig: „Die Luftgütemessungen, deren Ergebnisse eine Grundlage für den Heilbad-Status bilden, beginnen im Mai und dauern ein Jahr.“ Auch an den geplanten innerstädtischen Veränderungen der Verkehrsführung – Nutzung der Querspange/Hainsche Straße als Landesstraße  – werde gearbeitet.

Gut voran gehe es beim Neubau des Kreuzungspunktes Dresdner Straße/Zeischaer Weg. Dort haben am Mittwoch bereits die Asphaltarbeiten begonnen. Wie Matthias Schneller von der Stabsstelle Kreisentwicklung sagt, liege das 894 000 Euro teure Vorhaben im Zeitplan und solle am Ende der Sommerferien abgeschlossen sein.

„Wir sind dort den an der etwa 2,1 Kilometer langen Straße nach Zeischa liegenden Unternehmen entgegen gekommen und haben zwei Bauabschnitte ausgewiesen.“ Jetzt solle zuerst der Abschnitt von der Kreuzung an den Schranken bis zur Fürst-Pückler-Betriebsstätte fertiggestellt werden. Ende Mai beginnen die Bauarbeiten im Abschnitt von Pückler bis zur Kreuzung in Zeischa. Diese Bauzeitenplanung komme den beiden Baumschulen und dem Baustoffhandel mehr entgegen. Denn im Frühjahr sei Pflanzzeit, in den Sommerferien sei es etwas ruhiger.

3688838_3_DJI_0211
Luftaufnahmen Ortsumfahrung Ba FOTO: