Es ist Freitag, 10 Uhr. Die zu diesem Zeitpunkt in der Polizeiwache in Elsterwerda tätigen Polizisten treten vor die Tür. Punkt 10 Uhr kommt der Funkspruch aus der Potsdamer Leitstelle, der die Polizisten zu einer Schweigeminute auffordert. Im Gedenken an die 24-jährige Polizeianwärterin und den 29-jährigen Oberkommissar, die am Montag bei einer Polizeikontrolle in Kusel (Rheinland-Pfalz) auf brutale Weise mit mehreren Schüssen getötet wurden. Die beiden Beamten waren in ihrem Landkreis auf einer routinemäßigen Streifenfahrt, als es bei einer Verkehrskontrolle auf der Kreisstraße 22 gegen 4.20 Uhr zu dem tödlichen Zwischenfall kam.
Die Polizisten haben ihre Schweigeminute gerade beendet, als ein roter Kleinwagen auf den Parkplatz vor der Wache einbiegt. „Jetzt bin ich wohl einen Moment zu spät?“, fragt eine ältere Dame, die aus dem Auto steigt und sagt: „Ich wollte mit ihnen mittrauern.“

Tochter ist Polizistin in Cottbus

Es ist Christina Kurz aus dem Elsterwerdaer Nachbarort Döllingen. Sie berichtet, dass ihre Enkelin auch bei der Polizei ist, in Cottbus. „Sie ist auch gerade mal 23 und hat ihre Ausbildung im gehobenen Dienst gerade abgeschlossen“, sagt sie und Tränen schießen ihr in die Augen: „Ich habe Angst um sie. Ich kann nicht mehr richtig schlafen.“ Es sei unfassbar, was da passiert ist, „mit welcher Brutalität“, ringt sie um Worte. Und sagt, was in diesen Tagen sicher viele denken: „Sie haben doch einfach nur ihren Dienst getan.“