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| 02:41 Uhr

Nach dem Feiern kommt nun das große Fasten?

Manfred Fritsch
Manfred Fritsch FOTO: Linda Haazipolo
Elbe-Elster-Kreis. Nach dem Karneval beginnt die Fastenzeit, in der früher viele Menschen bewusst auf etwas verzichteten aus religiösen und auch gesundheitlichen Gründen. Wie es mit dem Brauch des Fastens heute aussieht, dazu hörte sich die RUNDSCHAU um. Linda Haazipolo

Die Fastenzeit hat am gestrigen Aschermittwoch begonnen. Traditionell dauert sie in jedem Jahr 40 Tage. "Das hat biblischen Ursprung. Die Zahl 40 ist dort eine besondere Zahl. Auch Jesus ist für 40 Tage in die Wüste gegangen", erklärt Pfarrer Kersten Spantig aus Finsterwalde. Das Fasten, wie man es von früher kenne, habe auch mit der Passionszeit und dem Mitleiden der Menschen mit Christus zu tun, erzählt er. Heute habe das Fasten ja eher Wellness-Charakter, sagt er.

Die Finsterwalderin Annekathrin Grimmer, bestätigt das. Aus religiösen Gründen würde sie nicht fasten. "Aber aus gesundheitlichen Gründen schon, wenn es mir jemand richtig erklärt", sagt sie. Bisher hat sie noch nicht gefastet. "Das wäre für mich auch sehr schwierig", erklärt sie. Denn bei ihrer Arbeit in der Küche eines Pflegezentrums würde sie sicherlich in Versuchung kommen.

"Ich faste nicht. Davon halte ich nicht sehr viel", erzählt Brunhilde Herndt aus Finsterwalde. Immerhin sei, so sagt sie, das ganze nach 40 Tagen schon wieder vorbei. "Ich esse lieber das ganze Jahr über gesund", erklärt sie. In Maßen alles essen und genießen, das ist ihr Motto, wenn es um Ernährung geht.

Auch Leonore Janke aus Bad Liebenwerda fastet nicht. "Ich halte mein Gewicht auch so. Habe noch nie gefastet", sagt sie. Niemals verzichten könnte sie auf Süßes: "Das brauche ich ab und zu mal für meine Nerven." Ansonsten ernährt sich die Bad Liebenwerdaerin aber gesund.

Auch Manfred Fritsch aus Finsterwalde verzichtet in der Fastenzeit nicht bewusst auf etwas Bestimmtes. "Ich esse so weiter, wie schon das ganze Jahr", erklärt er. Bei seiner Ernährung hört er nur auf seinen Körper und auf das Gefühl, was ihm guttut.

Die Herzbergerin Barbara Weichert will in der Fastenzeit lernen, es ruhig angehen zu lassen. "Ich möchte bewusster essen, bewusster leben und dabei mehr Sport machen." Sie möchte auch ihr Leben entschleunigen und geduldiger werden. Am liebsten möchte sie den Versuch, der nun mit der Fastenzeit startet, nicht nur bis Ostern, sondern am besten für ihr gesamtes Leben beibehalten.

Auch Angelika Schubert möchte in diesem Jahr fasten. "Auf was genau ich verzichten werde, weiß ich noch nicht" sagt sie. Die Inhaberin des Reformhauses in Finsterwalde hat in den letzten Jahren in der Fastenzeit auch schon auf Fleisch oder Schokolade und Kakao verzichtet. Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen fasten wollen, kommen oft in ihren Laden und fragen nach Rat oder bestimmten Produkten. "Es sind jedes Jahr wieder einige, die sich dafür interessieren", erzählt sie. Dann kann sie Tipps aus erster Hand geben, denn Heilfasten hat die Finsterwalderin selbst auch schon öfter gemacht. "Dann fahre ich allerdings weg. Dafür muss man sich schon mal eine Auszeit nehmen", sagt sie.