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| 02:40 Uhr

Musizierende Engel an der Decke des Kirchenchores

In der St. Martinskirche in Gröden werden sehr alte Deckenmalereien vermutet. Das wäre nicht nur für Dr. Sebastian Rick eine Sensation.
In der St. Martinskirche in Gröden werden sehr alte Deckenmalereien vermutet. Das wäre nicht nur für Dr. Sebastian Rick eine Sensation. FOTO: privat
Gröden. Ende des vergangenen Jahres hatte sich die evangelische Kirchengemeinde Gröden dazu entschlossen, den Innenraum der St. Martinskirche sanieren zu lassen. red/mf

Bevor die Arbeiten jedoch beginnen können, beauftragte die Kirchengemeinde einen Restaurator, die historischen Farbfassungen im Inneren zu erkunden. Wie Dr. Sebastian Rick, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Gröden, informiert, hat Restaurator Ralph Schirrwagen acht historische Farbschichten im Kirchenchor ausmachen können. Die älteste Schicht ist mehr als 500 Jahre alt.

Besonders sticht eine barocke Farbfassung aus dem Jahr 1700 hervor, die nach Recherche von Sebastian Rick vom Kunstmaler Christian Schilling stammt. In alten Unterlagen der Kirchengemeinde ist verzeichnet, dass Schilling unter anderem die Decke des Kirchenchores mit musizierenden Engeln verziert hatte. "Heute ist von dieser alten Gestaltung nichts mehr zu erkennen. Wie jedoch die von Schilling ausgemalte Grödener Kirche ausgesehen haben könnte, kann man heute in Löbnitz im Kreis Nordsachsen erahnen", empfiehlt Sebastian Rick einen Ausflug dorthin. In Löbnitz hat sich die größte bemalte Kassettendecke Mitteldeutschlands erhalten, die von eben jenem Christian Schilling bemalt wurde und einen Eindruck seines Könnens gibt.

"Sollte sich herausstellen, dass sich in unserer Kirche ein ähnliches Kunstwerk befindet, wäre dies natürlich sensationell", sagt er. So stehe bereits jetzt fest, dass die barocke, im 19. Jahrhundert übermalte Farbfassung in der Grödener Kirche kunsthistorisch sehr wertvoll sein dürfte. Wie groß die Bedeutung tatsächlich ist, werde derzeit weiter untersucht. Dazu legt der Restaurator an der Holzbalkendecke sowie am Rundbogen zum Kirchenchor weitere Farbschichten frei.

Ist der Umfang der alten Malereien festgestellt, werde die Gemeinde mit dem Restaurator und dem Denkmalschutz eine Konzeption zum Neugestalten des Kircheninneren ausarbeiten. "Dabei hoffen wir, dass wir einiges von den Malereien von Schilling wieder freilegen können", so der Gemeindekirchenratsvorsitzende.

Dazu bittet die Kirchengemeinde auch um Spenden aus der Bevölkerung. Folgendes Spendenkonto wurde zur Unterstützung der Arbeiten eingerichtet:

Sparkasse Elbe Elster DE 21 1805 1000 3300 1030 95

WELADED1EES

Verwendungszweck: Kirche Gröden

Gern stellt die Kirchengemeinde Gröden auch Spendenbescheinigungen aus.