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| 13:51 Uhr

Rhythmische Völkerverständigung
Musiker aus Elbe-Elster helfen mit Konzerten in Namibia

Hier gibt das Bläserensemble Riesa mit Musikern aus Elbe-Elster ein Konzert in der evangelischen Kirche in der namibischen Stadt Swakopmund.
Hier gibt das Bläserensemble Riesa mit Musikern aus Elbe-Elster ein Konzert in der evangelischen Kirche in der namibischen Stadt Swakopmund. FOTO: privat
Elbe-Elster/Namibia. Andrea Müller, Frank Werner und Sebastian Weber waren als Gastinstrumentalisten mit dem Bläserensemble aus Riesa auf großer Reise. Von Manfred Feller

Mit dem Beginn der Nachwendezeit begann das Bläserensemble Riesa musikalisch die Welt zu bereisen und trägt damit zur Völkerverständigung bei. Seit ein paar Jahren sind auch Instrumentalisten aus Elbe-Elster als Gastmusiker dabei.

Der jüngste Flug führte die Lehrerin für tiefes Blech an der Kreismusikschule „Gebrüder Graun“, Andrea Müller (Bassposaune), Frank Werner aus Plessa (Tenorsaxofon) und den Musikschüler Sebastian Weber (Tuba) aus Großbahren nach Namibia. Während der zwölftägigen Reise wurden an acht Tagen Benefizkonzerte für die dortige Autismus-Organisation, verschiedene Behindertenprojekte und Schulen gegeben. „Die genauen Zahlen habe ich noch nicht, aber nach ersten Schätzungen ist ein beträchtlicher Betrag eingegangen“, schreibt Petra Dillmann von der Autismus-Organisation mit Sitz in Windhoek in einem Dankesbrief an die Musiker aus Riesa und Elbe-Elster. In dem Land mit wenig Wirtschaft und 35 Prozent Arbeitslosigkeit sei es sehr schwer, finanzielle Unterstützung für Behinderte zu erhalten.

Begeistert waren die Konzertbesucher, wie der deutschstämmige Herbert Schier aus Swakopmund. Für die Allgemeine Zeitung Namibia hat der begeisterte Zuhörer sogar einen Leserbrief über die dargebotene „Himmlische Musik“ in der evangelischen Kirche geschrieben. Darin heißt es: „Es war ein beschwingtes Konzert, habt Dank für Euren Beitrag hier in unserer Heimatstadt, dem Juwel an der namibischen Küste.“ Die 28 Musiker um Andrea Müller, Frank Werner und Sebastian Weber legten während ihrer Konzertreise durch das landschaftliche abwechslungsreiche Land etwa 4000 Kilometer zurück.

Den Kontakt nach Riesa hat die Musiklehrerin vor vier Jahren über das Landesgymnasium Sachsen hergestellt. Dort bereiten sich auch Schüler aus Elbe-Elster auf ihr Musikstudium vor. Da das Bläserensemble für seine Reisen die volle Orchesterstärke braucht, werden gern auch Gastmusiker verpflichtet. Dadurch habe sich ein guter Kontakt zur Kreismusikschule „Gebrüder Graun“ entwickelt.

Die Musiker haben in Namibia nicht nur Konzerte gegeben, sondern sich auch die herrlichen wechselnden Landschaften angesehen.
Die Musiker haben in Namibia nicht nur Konzerte gegeben, sondern sich auch die herrlichen wechselnden Landschaften angesehen. FOTO: privat

Die für die Musiker relativ günstigen Auslandsaufenthalte bereitet der dortige organisatorische Leiter Wolfgang Haufe vor. Seit 1994 waren die Sachsen bereits in acht europäischen Ländern, dreimal in den USA, in China, Russland, elfmal in Israel, zweimal in Chile und in Ägypten.

Andrea Müller, seit 2014 dabei, hat sich besonders in das atemberaubende Land Chile verliebt. „Dahin gibt es sogar freundschaftliche Kontakte“, sagt sie. Nach der Namibia-Reise wurde sie zur musikalischen Leiterin des Bläserensembles berufen.

Mit einem Instrument in der Welt unterwegs zu sein, sei etwas Anderes. „Ich mag das Reisen mit Musik. Musik ist die einzige universelle Sprache. Die Leute sind begeistert, glücklich und dankbar“, schwärmt sie von den Auftritten. In Namibia saßen Deutschstämmige und Fremdsprachler, Weiße und Schwarze in den Reihen. Das bunte Programm von deutscher Klassik über Barock bis hin zu populärer Musik habe alle gleichermaßen in ihren Bann gezogen.

Die Musiker aller Altersgruppen hatten einige nachhaltige Erlebnisse: Kontakt mit Deutschstämmigen in x-ter Generation, mit deutscher und fremder Lebensart in dem fernen Land und mit wilden Tieren, die beim Morgenkaffee an der Terrasse vorbeizogen. „Als leidenschaftliche Sternguckerin war für mich der Südhimmel, den ich zum ersten Mal gesehen habe, beeindruckend“, schwärmt Andrea Müller. Kein des Nachts störendes Kunstlicht wie in Europa stört dort die Beobachtungen. Dadurch ist der Himmel überflutet von Sternen. Sie und die anderen fiebern nun der nächsten Fernreise entgegen.

Die Mitfahrgelegenheit ganz vorn auf einem Geländewagen ließ sich Andrea Müller, Lehrerin an der Kreismusikschule in Elbe-Elster, natürlich nicht entgehen.
Die Mitfahrgelegenheit ganz vorn auf einem Geländewagen ließ sich Andrea Müller, Lehrerin an der Kreismusikschule in Elbe-Elster, natürlich nicht entgehen. FOTO: privat