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„Musik ist mein Leben“

Ob Hochzeiten, Geburtstage oder das Hirschfelder Musikfest, er ist immer mit von der Partie: DJ Ingolf Timm und sein Party Sound Express. „Musik ist mein Leben, und zwar jegliche Art davon“ , sagt der 44-jährige Großthiemiger. In der RUNDSCHAU-Serie „Man kennt sich“ soll er näher vorgestellt werden. Von Dana Schülbe

Im August 2004 gründete Hobby-DJ Ingolf seine eigene Firma. Was als Diskothek begann, wurde schnell auf andere Bereiche ausgeweitet. Heute konzipiert er zusätzlich Veranstaltungen, zum Beispiel für Gaststätten oder Ortschaften, vermittelt Künstler, druckt Poster und Flyer. Es ist ein 24-Stunden-Job. Freizeit ist Mangelware und das Geld reicht einigermaßen, um über die Runden zu kommen. Dennoch ist sich Ingolf Timm sicher: „Ich bereue nicht einen Tag.“
Der Wunsch, sich selbstständig zu machen, sei bei ihm schon immer ausgeprägt gewesen. „Aber ich habe immer gute Jobs gehabt“ , begründet er die späte Entscheidung für die eigene Firma - bis der Wunsch nach beruflicher Veränderung kam. Also machte er sich ein Konzept, was er erreichen und wie er vorgehen wollte. „Die erste Zeit hatte ich ganz schön zu knabbern. Ich musste auf vieles verzichten“ , erinnert sich der 44-Jährige. Da hieß es zunächst einmal hausieren gehen, herum telefonieren, Kontakte knüpfen. Zu gute kam ihm dabei seine frühere berufliche Tätigkeit. Zehn Jahre hatte Ingolf Timm als Vertriebsleiter gearbeitet. „Mein Vorteil lag darin, dass ich schon immer organisiert und Kontakt zu Menschen gehabt habe“ , sagt er, fügt aber hinzu: „Man braucht einen langen Atem.“
Den langen Atem hatte er. Inzwischen ist er nicht nur in unserer Region unterwegs, sondern wurde sogar für Betriebsfeste der Leipziger Messe engagiert. Er hegt gute Kontakte zu den Agenturen, kennt viele Künstler sehr gut. Ein Beispiel: Die Amigos, die im Sommer auch beim Hirschfelder Musikfest mit dabei sind. Zu ihnen hält Ingolf Timm seit vergangenem Mai engen Kontakt, konnte sie bereits dreimal für eine Veranstaltung gewinnen. „Die Chemie muss einfach stimmen“ , sagt er. Dass dies nicht bei allen Künstlern der Fall ist, weiß der DJ nur zu gut. „Manche sind natürlich geblieben, wie zum Beispiel Susann Schubert. Andere bilden sich etwas auf den Erfolg ein, heben ab“ , erklärt er. Solche würde er den Veranstaltern nicht empfehlen, wenn er ihnen das passende Party-Paket schnürt. Es sei denn, sie bestehen darauf.
Natürlich hat Ingolf Timm auch eigene Wünsche, wen er mal engagieren will. DJ Ötzi zum Beispiel. Dass er für viele Veranstaltungen Schlagerstars ranholt, sieht er als selbstverständlich an: „Das ist der Trend im Augenblick, auch bei jungen Leuten.“ Festlegen will er sich bei Musik aber nicht. „Ich mag alles, von Blasmusik bis Rock“ . Nur reine Techno- oder Hip-Hop-Partys würde er nicht organisieren.
Auch wenn das Geschäft mit kleineren und größeren Künstlern verlockend ist, nach wie vor stehen private Veranstaltungen im Mittelpunkt seiner Arbeit - ein bisschen auch aus Eitelkeit: „Da bekommt man die meisten Lobhuldigungen und die Leute empfehlen einen weiter.“ Dennoch sind Privatpartys die größeren Herausforderungen. Schließlich kommen die Gäste nicht, weil ihnen das angekündigte Programm zugesagt hat. „Man muss die Leute immer bei Laune halten und sich auf sie einstellen“ , erklärt er. Dass da das Lampenfieber nie ganz ausbleibt, ist verständlich. „Manche wollen eine tosende Party, manche gemütlich Musik hören. Das ist immer ein Unterschied wie Tag und Nacht“ .
Auch wenn sich Ingolf Timm mit seiner Firma bereits einen Traum erfüllt hat, ausgeträumt hat er noch lange nicht: „Ich will später mal eigene Veranstaltungen durchführen und sie nicht nur für andere organisieren.“ Und dann ist da noch der Wunsch nach seiner eigenen Musikerkarriere: „Die habe ich wohl schon früh verpasst. Ich habe kein Instrument gelernt und nie Gesang geübt“ , sagt er, denkt nach und fügt hinzu: „Aber mit dem Singen, das kann ja noch kommen.“