Schon seit einigen Wochen kündigen sich die Bauarbeiten an. Es sind Krötenzäune aufgestellt worden, damit bis etwa Ende Mai die schützenswerten Amphibien abgesammelt und wohlbehalten an ihren Bestimmungsort gebracht werden können, ist aus dem Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg zu erfahren. Er ist der Bauherr des Projektes, das fachlich als zweiter Teilabschnitt der Umverlegung der Ortsdurchfahrt Mühlberg bezeichnet wird.

Konkret bedeutet das nach Aussage von Jörg Franke, Dezernatsleiter Planung Süd beim Landesbetrieb, dass die vorhandene Landesstraße L 67 an den Stadtrand verlegt wird. Die vorhandene Straße wird zu einer kommunalen Straße abgestuft, deren Baulastträger dann die Stadt sein wird.

Die neue Wegeführung der L 67 führt künftig vom Kreisel am Ortseingang Mühlberg kommend vorbei am Westsee und an Elbekies und schließt schließlich an die nach Fichtenberg und auf die weiter zum Hafen führende Straße. Die Bauzeit beträgt fünf bis sechs Monate.

1500 Meter neue Asphaltstraße sind auf einer Schottertragschicht zu bauen. Für die reguläre Zufahrt auf die verlegte Ortsdurchfahrt entsteht im Kreisverkehr ein neuer Abzweig. Weiter geht es dann im Wesentlichen auf dem schon vorhandenen Sandweg Richtung Kieswerk, das eine separate Einmündung erhält.

Auch an die Transporte der langen Windmühlenflügel Richtung Hafen ist gedacht. Damit die über die neue Straße problemloser angeliefert werden können und keine lange Kreisfahrt machen müssen, wird es schon von Weinberge kommend zwischen dem ersten und dem zweiten Kreisel für sie eine Abfahrt geben. Die Fachleute nennen es "Bypass", der direkt auf die L 67 mündet. Er wird abgeschrankt, damit er nicht von anderen Fahrzeugen genutzt wird, sondern wirklich nur den Transporten der langen Windmühlenflügel dient.

Für alle Baumaßnahmen sind 1,3 Millionen Euro veranschlagt, die laut Auskunft von Jörg Franke zum Termin abrufbar sind. "Die Finanzierung erfolgt aus dem P-100-Programm des Landes Brandenburg. Der erste Teilabschnitt wurde ja bereits 2012 fertiggestellt. Für diesen betrugen die Baukosten 550 000 Euro", erläutert der Fachmann aus dem Landesstraßenbetrieb.

Einschränkungen für den normalen Straßenverkehr werden sich während der Bauzeit nach seinen Angaben in Grenzen halten. Franke lässt außerdem wissen: "Seit März ist die Durchfahrt an den kommunalen Straßen Triftweg, Am Bahnhof und Am Viertelfeld untersagt. Bei Anschluss der neuen Straße an die L 663 Richtung Fichtenberg wird es zu einer kurzfristigen Sperrung kommen. Wenn die L 67 an den Kreisverkehr am Ortseingang von Mühlberg angebunden wird, wird mit einer Ampel der Verkehr richtungsweise im Kreisverkehr über zwei Quadranten geführt."