Wertvolle Geschichte gesichert! Die zum historischen und denkmalgeschützten Ensemble des Klosters Marienstern in Mühlberg gehörige Einfriedungsmauer ist in einem ersten Teil saniert und nun als Denkmal des Monats Juli der Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischen Stadtkernen (AG) gewürdigt worden.
Sie entstand, so Jana Wilhelm vom Mühlberger Sanierungsträger Stadtpartner, abschnittsweise ab dem 15. Jahrhundert und ist überwiegend noch in originaler Substanz erhalten und daher von besonderer baukultureller Bedeutung. Die stellenweise bis zu 2,50 Meter hohe Mauer um das Kloster ist insgesamt etwa 430 Meter lang und weist erhebliche bauliche Mängel auf.

Sechsstellige Summe in Nonnengang des Klosters Mühlberg geflossen

Im Jahr 2021 wurde die historische Mauer in einem ersten Abschnitt – vom Tor zum Altstädter Markt bis an die Klosterkirche – mit einem Kostenaufwand von etwa 255.000 Euro saniert. Für die gesamte Einfriedung sind 641.000 Euro Fördermittel bewilligt worden.
In dem nun sanierten Abschnitt befand sich der ehemals überdachte Gang über das Südtor der Klosteranlage bis zur Empore der Klosterkirche und diente vermutlich als Zugang für die Nonnen (der sogenannte Nonnengang). Er war durch Fenster in der südlichen Außenschale zur Stadt hin belichtet und besaß vermutlich ein massives Dach.

Jämlitz

Primäres Ziel der Sanierungsmaßnahme, so Jana Wilhelm, sei die nachhaltige Sicherung der vorhandenen Bausubstanz gewesen. Restauratoren und Architekten hätten mit Herzblut dieses gebaute Stück Geschichte für die Nachwelt erhalten.

Historisches vor dem weiteren Verfall gerettet

Diese Arbeiten wurden realisiert: An den offenen Fassadenöffnungen und am Mauerwerk wurden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Lose Ziegel und loses Fugenmaterial wurden entnommen und ergänzt beziehungsweise ersetzt sowie verfestigt. Im Bereich der einzeln stehenden Mauer wurde die Krone gegen die Witterungseinflüsse durch Vermörtelung und Bleiabdeckung gesichert.
Im Bereich des Nonnengangs wurde eine leichte Stützen-Riegel-Konstruktion auf den unteren Bereich aufgesetzt, ausgekreuzt und punktuell am Südgiebel der Abtei verankert. Den Abschluss bildet eine Abdeckung aus Sicherheitsglas. Diese neue Tragekonstruktion, so Jana Wilhelm, sei „bewusst auf das Notwendigste reduziert und möchte keine historische Überdachung nachahmen“.

Die „Elbekinder“ sagen „Dankeschön!“

Mühlberg hat den erfolgreichen Schritt der weiteren Stadtsanierung feierlich begangen. Bodo Broszinski, Vorstandsmitglied der AG und Bürgermeister von Doberlug-Kirchhain, überreichte die Plakette. Den Bauschaffenden und Planern sagten Kinder der Kita „Elbekinder“ mit einem niedlichen musikalischen Beitrag Dankeschön. Planerin Dr. Barbara Braun berichtete aus der Geschichte von Kloster und Klostermauer und erklärte den Jüngsten, wie einst die Bewohnerinnen dort lebten und wozu der Nonnengang diente.