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| 17:22 Uhr

Moor ist ein gefragtes Heilmittel
Die Kurstadt verkauft ihr „schwarzes Gold“

Chefarzt Dr. med. Wolfgang Lehmann-Leo, Belegungsberaterin Silvia Harnisch, Kerstin Jahre (Tourist-Info) und Bürgermeister Thomas Richter (v.l.) zeigen die Fünf-Liter-Eimer.
Chefarzt Dr. med. Wolfgang Lehmann-Leo, Belegungsberaterin Silvia Harnisch, Kerstin Jahre (Tourist-Info) und Bürgermeister Thomas Richter (v.l.) zeigen die Fünf-Liter-Eimer. FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Es wird immer mehr nachgefragt: Deshalb verkauft die Kurstadt Bad Liebenwerda ab sofort Moor auch in der Tourist Information. Von Frank Claus

Schwarzes Gold, so nennen die Kumpel Kohle und die Bohrleute ihr Erdöl, das sie zutage fördern. In Bad Liebenwerda ist das schwarze Gold das Moor. Obwohl es nicht mehr aus dem benachbarten Naturschutzgebiet „Loben“ zwischen Hohenleipisch und Döllingen kommt, sondern inzwischen südlich von Weißwasser in den „Neuen Jeseritzen“ abgebaut wird, erhält es seine Aufwertung erst durch die Anwendung als Heilmittel in der Median Fontana-Klinik in Bad Liebenwerda. Heute wird das Moor nicht nur bei Rheumaschmerzen eingesetzt, sondern hat darüber hinaus weitere Anwendungsgebiete erobert.

Der Chefarzt der Rheumatologie, Dr. med. Wolfgang Lehmann-Leo, führt vielfältige Einsatzmöglichkeiten an. Das Naturmoor werde in der Therapie sämtlicher Gelenk- und Muskelbeschwerden sowie Erkrankungen des Bewegungsapparats (u.a. Arthrose, Osteoporose)  eingesetzt. Zudem würden die Moor­anwendungen den Heil- und Genesungsprozess nach Operationen beschleunigen und chronische Schmerzen lindern. Mooranwendungen würden darüber hinaus die Beweglichkeit, zum Beispiel nach Knie- und Hüftoperationen verbessern, die Sauerstoffversorgung und Durchblutung steigern und die körpereigenen Abwehrkräfte stärken. Auch in der Frauenheilkunde seien die Pflanzenstoffe des Moores ein äußerst wirkungsvolles Naturheilmittel.

Dr. Wolfgang Lehmann-Leo verweist auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach eben nicht nur die Kälte- und Wärmeanwendnungen das Moor zu einem wichtigen, begleitenden Heilmittel machen. Der besonders hohe Gehalt an Huminsäuren, Eisen und verschiedensten Mineralien sei dafür verantwortlich, dass dieses Naturheilmittel als überaus wert- und wirkungsvoll bezeichnet werden könne. Diese Bestandteile des Moors würden die systemische Entzündungsaktivität entzündlich-rheumatischer Prozesse senken. Das Moor erreiche tiefer gelegenes Muskelgewebe und schlecht durchblutete Regionen und sorge auch dort für wohltuende Entspannung und Schmerzlinderung durch Wärme.

In der Bad Liebenwerdaer Klinik, so Belegungsberaterin Silvia Harnisch, würden jährlich etwa 130 Quadratmeter Moor angeliefert und aufbereitet. Etwa 3000 Patienten kommen pro Jahr  in den Genuss von Moorteilpackungen, Moorvollbädern sowie erlangen bei Moortreten und Moorkneten Linderung.

Immer mehr Patienten der Klinik aber auch Gäste in der Tourismusinformation, so Kerstin Jahre, würden anfragen, weil sie sich Moorpackungen für weitere Behandlungen mit nach Hause nehmen wollen. Diesen Wunsch wird die Stadt Bad Liebenwerda ab sofort erfüllen. Sie verkauft das Naturheilmoor in Fünf-Liter-Eimern zum Preis von zehn Euro und liegt damit unter Preisen, die im Internet aufgerufen werden.

Bad Liebenwerdas Bürgermeister Thomas Richter (CDU): „Das Moor ist ein Alleinstellungsmerkmal, weshalb immer mehr Gäste unsere Klinik für ihren Aufenthalt auswählen. Wenn wir helfen können, auch nach der stationären Behandlung Mooranwendungen weiter zu unterstützen, wollen wir das gern tun.“ Intensiv werde auch beraten, wie ambulante Moorbehandlungen erweitert werden können.

Moorvollbäder gehören zum täglichen Behandlungsspektrum in der Median Fontana-Klinik in Bad Liebenwerda.
Moorvollbäder gehören zum täglichen Behandlungsspektrum in der Median Fontana-Klinik in Bad Liebenwerda. FOTO: Veit Rösler/vrs1