ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:48 Uhr

Möglenz ringt um Ortsbeirat und Ortsvorsteher
Wenn sich die „Alten“ nicht grün sind: Übernimmt die Jugend das Steuer?

 Wer wird Nachfolger von Elke Hainke in Möglenz? Hagen Hentschel (r.) oder übernimmt die junge Garde das Steuer im Ort? Eine Nachwahl soll es am 13. Oktober geben, die Kandidaten müssen bis Anfang August feststehen.
Wer wird Nachfolger von Elke Hainke in Möglenz? Hagen Hentschel (r.) oder übernimmt die junge Garde das Steuer im Ort? Eine Nachwahl soll es am 13. Oktober geben, die Kandidaten müssen bis Anfang August feststehen. FOTO: Landkreis
Interessierte Möglenzer debattieren drei Stunden. Von Frank Claus

Es war, als würde daheim der Familienrat mal gehörig auf den Tisch hau’n: Jetzt wird ausgesprochen, was ausgesprochen werden muss – und dann müssen Lösungen her.

Zumindest Teil 1 ist am Mittwochabend in der Möglenzer Gaststätte Schirrmeister mit etwa 20 engagierten Einwohnern in gut dreistündiger Debatte gelungen. Für Teil 2 gibt es noch Bedenkzeit. Zur Vorgeschichte: Mit ordentlicher Wahlbeteiligung haben die Möglenzer Einwohner zur Kommunalwahl ihre drei Kandidaten für den Ortsbeirat bestätigt. Dieter Uwe Kohlhoff (205 Stimmen), Hagen Hentschel (173) und Roland Jost (145) sollten die Geschicke lenken. Alle drei waren sich einig, dass Hagen Hentschel Ortsvorsteher werden würde. Bis dann jenes ominöse Plakat an der Bushaltestelle klebte, auf dem Hagen Henschel als „Kasper“ bezeichnet worden war und das die beiden Übrigen aus dem Ortsbeirat kannten, es aber weder entfernten noch Hagen Hentschel informierten. Dessen Reaktion: „Für mich ist damit das Vertrauensverhältnis futsch, ich schmeiße hin.“

Roland Jost tat es ihm gleich – und das Vorzeigedorf Möglenz steht seitdem ohne Ortsbeirat und Ortsvorsteher da. Denn die Noch-Amtsinhaberin Elke Heinke, unter deren Regie sich Möglenz in den vergangenen zehn Jahren prächtig entwickelt hatte, hat nicht mehr kandidiert.

Am Abend wird schnell deutlich: Zwischen Dieter Kohlhoff und Hagen Hentschel knirscht es, wirkliche Freunde werden die wohl nie. Und scheinbar haben beide auch Probleme, den Stil des jeweils anderen zu akzeptieren. Einwohner wollen zunächst trotzdem, dass sie sich zusammenraufen, geben Hagen Hentschel auch zu verstehen, dass er sich zu mimosenhaft verhalten habe und in der Politik noch mancher unangenehme Moment drohe. „In diesem Job hast Du nicht nur Freunde“, heißt es immer wieder. Schließlich kommt die Jugend ins Spiel – zunächst für nur eine Stelle im Ortsbeirat und dann wird die Überlegung laut, ob nicht Toni Luckert, Rayk Walther und Francis Barra den „Laden“ ganz übernehmen könnten. Letzterer wird der Chefposten zugetraut, Elke Hainke sichert ihre „Patenschaft“ zu. Dieter Kohlhoff erklärt, er müsse nicht unbedingt in den Ortsbeirat, würde seinen Platz freimachen, wenn sich damit eine neue, gute Entwicklung für Möglenz möglich mache. Auch er wolle weiter mithelfen.

Was nun folgt ist eine Auszeit. Alle sechs Kandidaten (die Jugend plus Kohlhoff, Henschel, Jost) gehen vor die Tür, haben Gesprächsbedarf. Und sind noch zu keinem Ergebnis gekommen. Bis Donnerstag wollen sie sich positionieren.

 Wer wird Nachfolger von Elke Hainke in Möglenz? Hagen Hentschel (r.) oder übernimmt die junge Garde das Steuer im Ort? Eine Nachwahl soll es am 13. Oktober geben, die Kandidaten müssen bis Anfang August feststehen.
Wer wird Nachfolger von Elke Hainke in Möglenz? Hagen Hentschel (r.) oder übernimmt die junge Garde das Steuer im Ort? Eine Nachwahl soll es am 13. Oktober geben, die Kandidaten müssen bis Anfang August feststehen. FOTO: Landkreis