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Mittelalter-Motto schlägt voll ein

Claudia Sieber, Vorsitzende des Fördervereins, begrüßt "Burgfräulein" und "Knappen" zum Schulfest.
Claudia Sieber, Vorsitzende des Fördervereins, begrüßt "Burgfräulein" und "Knappen" zum Schulfest. FOTO: Karsten Bär (bae1)
Bad Liebenwerda. Im Grundschulzentrum "Robert Reiss" in Bad Liebenwerda haben Kinder, Eltern und Lehrer am Samstag ein tolles Schulfest gefeiert. Karsten Bär / bae1

Jubel, Trubel und Spektakel - und zwar Mittelalterspektakel - gab es am Sonnabend im und um das Grundschulzentrum "Robert Reiss" in Bad Liebenwerda zu erleben. Im Jahr des Reformationsjubiläums hatten Schulleitung und Förderverein der Schule das Thema Mittelalter zum Motto des traditionellen Schulfestes gewählt. Was ganz offenkundig bestens ankam, nimmt man die Zahl als Knappen und Burgfräulein kostümiert erschienener Kinder, aber auch Erwachsener, zum Maßstab.

Bereits am Donnerstagabend und am Freitagvormittag war mit der Aufführung des Musicals "Mönsch Martin!" durch Kinder des Grundschulzentrums in der Nikolaikirche der Startschuss für das aller zwei Jahre stattfindende Fest gefallen. Sonnabendvormittag begann das Spektakel dann auch auf dem Schulhof, wo Claudia Sieber, Vorsitzende des Fördervereins, nach einem Ständchen des Kurstadtsingkreises die Anwesenden amüsant in mittelalterlicher Sprache begrüßte, für jeden sättigende "Atzung" an den Versorgungsständen des Festes versprach und den "Meister aller Bürger" - gemeint war Bürgermeister Thomas Richter - zur Begrüßung nach vorn bat. Ebenjener gab seiner Freude über das aktive Schulleben Ausdruck und verwies auf die Anstrengungen der Stadt zur Sanierung des Schulgebäudes.

Rund ums Mittelalter waren viele der Angebote gestrickt, die an den Ständen auf Festbesucher warteten. Altes Handwerk wie Flachsbrechen, Spinnen, Seilern und Weben wurde beispielsweise von Mitgliedern des Heimatvereins Hirschfeld gezeigt. Selbst Jungs hätten keine Berührungsängste, sich ans Spinnrad zu setzen, freute sich Vereinsvorsitzende Heidrun Lösche über das große Interesse.

Den Bogen in die Neuzeit schlugen hingegen die Angebote von Vereinen wie dem HC und FC Bad Liebenwerda oder von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Liebenwerda, die mit ihren Präsentationen und Mitmachangeboten zugleich auch Nachwuchswerbung betreiben konnten.

Ein Gaukler veranstaltete unter Mitwirkung der Kinder und Eltern in der Turnhalle ein Ritterturnier. Eine Mittelaltermodenschau zeigte, wie in alten Tagen Kleider Leute machten. Bauchtanz, Trommelklänge, Sagen aus der Region und vieles mehr stand auf dem Programm.

Zufrieden mit dem Verlauf zeigte sich Claudia Sieber. Das Programm sei gut angenommen worden. "Auch wenn sich manches erst kurz vor Beginn geklärt hat", lacht sie und fügt an "Wir sind zwar keine Profis, aber wir werden immer professioneller." Ein harter Kern von zehn Leuten aus dem Förderverein habe die Organisation im wesentlich getragen.

Unterstützung gab es indes auch von vielen Eltern, die verschiedene Aufgaben übernahmen, Vereinen aus der Region, die sich mit Angeboten einbrachten und sich präsentierten, und weiteren Unterstützern. Sie alle trugen zum Gelingen des Festes bei, das sich, wie die Fördervereinsvorsitzende sagte, zur Tradition entwickelt hat und auch Tradition bleiben soll. "So ein Schulfest schweißt ja auch Schüler, Lehrer und Eltern zusammen." Ein nicht unwesentlicher Nebeneffekt: "Alle Einnahmen des Festes gehen in die Kasse des Fördervereins, der sie zu 100 Prozent wieder für die Ausgestaltung der Schule einsetzt", so Claudia Sieber.