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Mit Täve auf dem Rad für den Frieden

Bei der 7. Kleine Friedensfahrt in Elsterwerda gab es Starthilfe durch Bürgermeister Dieter Herrchen und Radsportlegende Gustav-Adolf "Täve" Schur. Beim Start zur Eröffnungsrunde hatten sich zahlreiche Elsterwerdaer und Gäste auf den Drahtesel geschwungen.
Bei der 7. Kleine Friedensfahrt in Elsterwerda gab es Starthilfe durch Bürgermeister Dieter Herrchen und Radsportlegende Gustav-Adolf "Täve" Schur. Beim Start zur Eröffnungsrunde hatten sich zahlreiche Elsterwerdaer und Gäste auf den Drahtesel geschwungen. FOTO: Veit Rösler
Elsterwerda. Mal eben auf den Marktplatz gehen und danach über den eigenen Körper bestens informiert sein, das bot sich den Besuchern des Gesundheitstages am Samstag in Elsterwerda. Bei insgesamt 17 Ausstellern aus dem gesamten Bundesgebiet, wie dem Schlaganfallbus, der Rollenden Arztpraxis, an Ständen von Apotheken und Krankenversicherungen, konnten die Gäste zum Beispiel den Venendruck und die Venenfunktion, den Blutdruck, den Blutzucker, die Cholesterinwerte oder das Diabetesrisiko ermitteln lassen. Veit Rösler / vrs1

Mit im Angebot: Ultraschallmessungen, Fußdruckmessung, Körperfettmessung und Allergiebestimmungen. Wurden gesundheitliche Problemchen festgestellt, waren nicht selten auch gleich noch bei den regionalen Gesundheitsdienstleistern die heutigen Möglichkeiten der Behandlung vor Ort in Erfahrung zu bringen.

Neben der Stadt Elsterwerda und dem Sun-Sport-Team e.V. Elsterwerda hatte auch das MEDIS Ärztenetz den Veranstaltungstag organisiert. Es hat selbst mehrere Themenfelder der medizinischen Versorgung im Angebot. Prävention war natürlich ein Schlüsselwort und so galt einer der Höhepunkte der sportlichen Betätigung. An der 7. Kleinen Friedensfahrt nahmen mehr als 140 Kinder und Jugendliche in sechs Altersklassen teil. Radsportlegende Gustav- Adolf "Täve" Schur und Friedensfahrtsieger Axel Peschel aus Maasdorf waren erneut Ehrengäste und Anführer bei der Einführungsrunde. Mit dabei der letzte Teamarzt und Chefmediziner der letzten Friedensfahrt 2006, Prof. Dr. Friedemann Weber aus Senftenberg.

Der 86-jährige Ehrengast Täve Schur machte auf die Unterschiede seiner Lebensepochen aufmerksam. Während die Menschen früher noch viel mit dem Rad oder per Fuß unterwegs waren, wird heute fast nur noch das Auto benutzt. Die Menschen würden nur noch sitzende Tätigkeiten ausüben, eben im Auto, vor dem Fernseher oder vor dem Computer. Das sei auch bereits bei Kindern und Jugendlichen so. Das Radfahren sei eine der kreislaufintensivsten Sportarten und gleichzeitig noch gelenkschonend. In seinem Leben habe er etwa 400 000 Kilometer auf dem Rad zurückgelegt, davon etwa 20 000 allein bei Friedensfahrten. Am Ende einer jeden Strecke sehe man, welche weiten Strecken ein Mensch durch eigene Kraft schaffen kann. Das habe ihn immer wieder zufrieden gemacht. "Ich bin ein glücklicher Mensch", meinte Gustav-Adolf Schur am Ende seiner Startrede.

Elsterwerdas Bürgermeister Dieter Herrchen erinnerte an den Begriff der "Friedensfahrt". Es sei eine Fahrt für den Frieden. Leider gehe in der heutigen turbulenten Zeit das Ringen um den Frieden immer mehr unter. Er selber sei Mitglied in "Mayors for Peace" - der Organisation "Bürgermeister für den Frieden", die sich zum Ziel gesetzt habe, weltweit alle Kernwaffen abzuschaffen. "Wir haben uns zwar an den Frieden gewöhnt. Wir dürfen aber nicht wegsehen. Auf deutschem Boden sind noch immer Atomwaffen stationiert, für deren Einsatz deutsche Piloten ausgebildet werden und die jederzeit durch die USA in den Einsatz geschickt werden können", so Dieter Herrchen. In einer Friedensfahrt, selbst in einer kleinen Friedensfahrt, sei jeder Teilnehmer und auch jeder Organisator ein Botschafter für den Frieden.

Nach diesen Worten ließ Taubenzüchter Günter Fischer aus Beutersitz nach alter Friedensfahrt-Tradition 90 Friedenstauben in den Himmel über Elsterwerda steigen. Strecken von 1000 und 2000 Metern mussten diesmal bei der 7. Kleinen Friedensfahrt innerhalb des Stadtgebietes von Elsterwerda bewältigt werden. Nachdem Dieter Herrchen für eine weitere Amtszeit nicht mehr kandidieren will, was rät er seinem Amtsnachfolger? "Ich hoffe, dass dieser die guten Dinge nicht fallen lässt. Veranstaltungen um Kinder und ihre Eltern für und mit Vereinen zu organisieren, macht viel Mühe und Arbeit. Menschen zusammenzubringen bringt aber immer Werte für alle Beteiligten. Die kleine Friedensfahrt hat eine Geschichte, diese Geschichte kann man weiter schreiben", so Herrchen.

So eine Geschichte weitergeschrieben hat auch das TSC Sportensemble Elsterwerda. Eben erst vom Deutschen Turnfest aus Berlin zurück, gab es am späten Nachmittag auf dem Marktplatz einen kleinen Querschnitt der Programmpunkte, mit denen die Sportler ihre Heimat in Berlin vertreten haben.