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| 02:52 Uhr

Mit Luthers Gattin durch die Kurstadt

Luther in Bad Liebenwerda – am Sonntag werden erstmals die speziellen Stadtführungen im Reformationsjahr vorgestellt.
Luther in Bad Liebenwerda – am Sonntag werden erstmals die speziellen Stadtführungen im Reformationsjahr vorgestellt. FOTO: Frank Claus
Bad Liebenwerda. Mit gleich zwei Veranstaltungen startet das Elbe-Elster-Land an diesem Wochenende in Bad Liebenwerda in das Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation. Am Sonnabend ist ein Symposium mit dem Luther-Ausspruch "Das land t(a)uget nichts!" überschrieben, am Sonntag werden erstmals die thematischen Luther-Führungen vorgestellt. red/fc

In Bad Liebenwerda, einem Ort des Luther-Passes, wird an diesem Sonntag um 11 Uhr der Auftakt zum Reformationsjubiläum begangen. An diesem Tag werden die beiden thematischen Reformationsführungen erstmals einem breiten Publikum vorgestellt. Man darf gespannt sein auf Katharina von Bora, die über ihr Leben "mit einem wilden Gatten und dicken Reformator" berichtet, und auf den geschichtlichen Blick aus der Luther-Perspektive. Was mag Luther wohl gesehen haben, als er sich 1519 mit dem Abgesandten des Papstes in Liebenwerda traf? Beide Führungen zeigen eine besondere Perspektive auf die Kurstadt und beinhalten auch einen Besuch in der Kirche.

Herr Luther selbst wird anwesend sein - allerdings als kunterbunt bestempelte Skulptur. Auf dem Luther haben alle der acht teilnehmenden Stempelorte des Luther-Passes ihren Stempel hinterlassen.

Zeitgleich zum Auftakt präsentiert der Landkreis den Luther-Pass und die vielen Luther-Produkte, die - meist kulinarisch - den Landkreis repräsentieren und natürlich auch über den Luther-Pass informieren.

Hintergrund: Vor 500 Jahren begann mit Luthers Thesenanschlag an die Schlosskirche zu Wittenberg eine gewaltige Umwälzung der Religion, aber auch des Lebens für das einfache Volk. Im "Zweistromland der Reformation", zwischen Elbe und Elster, ging Luther seine ersten Schritte und verbreitete seine Lehre in Herzberg, in Bad Liebenwerda und natürlich in Torgau. "Ohne das Land zwischen den zwei Flüssen Elbe und Elster hätte die Reformation nicht stattfinden können", sagt der Historiker Ulf Lehmann aus Herzberg. Denn hier fanden sich zuerst die Anhänger der neuen Bewegung im einfachen Volk. Überall hinterließ Luther seine Spuren - und sei es indirekt mit der Schlacht bei Mühlberg, bei dem sich Protestanten und Katholiken gegenüberstanden.

"An den Führungen Interessierte sollten sich ganz schnell in der Tourist-Information unter Tel. 035341 6280 oder auch per Mail info@bad-liebenwerda.de anmelden", sagt Kerstin Jahre von der Touristinfo Bad Liebenwerda. Bei Bedarf können an diesem Tag auch nach Voranmeldung weitere Führungen gebucht werden. Preis: 7 Euro mit Kirchenführung

Viertes Lichtmess-Symposium

Schon einen Tag vor den Stadtführungen gibt es ein Symposium im Kreismuseum in Bad Liebenwerda. Der Titel: Das Elbe-Elster-Land zwischen 1000 Jahre Kulturlandschaft - 500 Jahre Reformation - ökumenischer Gegenwart.

"Das land t(a)uget nichts!", hat Martin Luther in seinen Tischreden formuliert, als es ihn ins Sächsische - ins ernestinische Kurfürstentum Sachsen - nach Wittenberg verschlug. Ralf Uschner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museum, hat den spannenden Vormittag organisiert.

Das Programm 9 Uhr: Begrüßung

9.15 Uhr: "Je suis Wittenberg" - Das Reformationsjubiläum 2017; Christof Enders (Superintendent des Kirchenkreises Bad Liebenwerda)

9.45 Uhr: Urban Gaubisch - Augustinermönch und Buchdrucker - Zum Meister des Erstdruckes von Luthers Tischreden (1566); Danny Duismann (Ortrand)

10.45 Uhr: Von einer Kontakt- zur Siedlungslandschaft - das Elbe-Elster-Land zwischen Christianisierung und Landesausbau im 11. und 12. Jahrhundert; Ralf Uschner (Kraupa)

11.30 Uhr: Ortsnamen und Frühgeschichte zwischen Elbe und Schwarzer Elster - ein Beitrag zur Namenslandschaft im Ergebnis des Landesausbaus im 12. und 13. Jahrhundert; Dr. Christian Zschieschang (Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa, Leipzig)

Teilnahmegebühr: 3 Euro; Anmeldung: Museum des Mitteldeutschen Marionettentheaters, Burgplatz 2, Tel. 035341 12455 und E-Mail kreismuseumbadliebenwerda@lkee.de