| 02:38 Uhr

Mit Latein und Psychologie punkten

Die "Mädels" haben 2005 ihr Abitur am Elsterschloss abgelegt und wollen jetzt die Lehrer für ein Klassentreffen im März dieses Jahres einladen: Nadine Häßlich (31) mit Noah (sechs Monate) und Tochter Lena (4) aus Großthiemig; Jennifer Klemm (30) mit Henriette (18 Monate) aus Merzdorf und Susann Thieme (31) aus Dresden. Sie ist Patin von zwei Kindern. "Es wäre schön, wenn sich ganz viele zum Klassentrefen einfinden oder melden würden", sagen sie und haben sich für die Organisation extra in Elsterwerda getroffen.
Die "Mädels" haben 2005 ihr Abitur am Elsterschloss abgelegt und wollen jetzt die Lehrer für ein Klassentreffen im März dieses Jahres einladen: Nadine Häßlich (31) mit Noah (sechs Monate) und Tochter Lena (4) aus Großthiemig; Jennifer Klemm (30) mit Henriette (18 Monate) aus Merzdorf und Susann Thieme (31) aus Dresden. Sie ist Patin von zwei Kindern. "Es wäre schön, wenn sich ganz viele zum Klassentrefen einfinden oder melden würden", sagen sie und haben sich für die Organisation extra in Elsterwerda getroffen. FOTO: Mona Claus/mcl1
Elsterwerda. Das Elsterschloss-Gymnasium in Elsterwerda ist nicht nur MINT-Schule und damit für sein Engagement in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik speziell zertifiziert, es gehört auch zu den wenigen in der Region, die neben Latein Pädagogik- und Psychologie-Kurse anbieten. Noch eins fällt beim Tag der offenen Tür am vergangenen Sonnabend auf: Zunehmend mehr kommen auch Lehrer, die es sich vorstellen können, an dieser Schule zu unterrichten. Mona Claus / mcl1

Tage der offenen Tür gehören mittlerweile zum Schulalltag. Die Schulen zeigen was sie haben, was sie können und für wen sie zukünftig genau die Richtige ist.

In den Klassen- und Fachräumen des Elsterschloss-Gymnasiums in Elsterwerda, inclusive Sporthalle, stehen am Sonnabend die komplette Lehrerschaft von mehr als 40 Lehrkräften plus etwa 150 Schüler als Hostessen und als Referenten für Fragen künftiger Gymnasiasten zur Verfügung. Mitunter sind die einen von den anderen kaum zu unterscheiden. Schon gegen 10 Uhr ist das Elsterschloss sehr gut besucht.

Warum das so ist und wo die weiteren Vorteile im Elsterschloss liegen, darauf antwortet Schulleiter Martin Goebel. "Im Altkreis Bad Liebenwerda besitzt das Elsterschloss-Gymnasium Alleinstellung und wird durch den Nahverkehr recht gut bedient", sagt er. Nicht zu leugnen sei ebenso die Strahlkraft dieser Einrichtung. Viele Jahre Arbeit der Lehrerschaft und des Schulträgers, des Landkreises Elbe-Elster, würden dahinter stecken. Damit verbunden seien es oft die Ehemaligen, die ihren Kindern und Enkelkindern diese Einrichtung ans Herz legen würden, weiß Martin Goebel.

Jüngste Aufmerksamkeit erfährt die Schule durch ihre MINT-Freundlichkeit, im Speziellen sogar wegen des einmaligen Angebotes eines Leistungskurses Informatik. "Wegen dieses Angebotes gibt es Anfragen über Landkreisgrenzen hinaus", erklärt der Schulleiter. Daneben punktet das Haus mit Lateinunterricht, Pädagogik und Psychologie. Die Form der offenen Ganztagsschule bietet neben der Kooperation mit der Musikschule ebenso Kunst-, Chor-, Fremdsprachen- und Theaterprojekte. Martin Goebel: "Die Anmeldezahlen zeigen eine große Konstanz. Die Klassenstärke liegt bei 27 bis 28 Schülern."

Mit einer Notensumme von Sieben steht einem Gang zum Gymnasium nichts im Weg. Das Grundschulgutachten sei eine gute Orientierung. Und wer darüber hinaus beweisen muss, dass er für das Gymnasium gemacht ist, könne das bei einem Probeunterricht im März im Sängerstadt-Gymnasium in Finsterwalde. Spätstarter aus der Oberschule, die nach dem Abschluss der 10. Klasse die Berechtigung für den Weg über die gymnasiale Oberstufe zum Studium nehmen wollen, müssen am Gymnasium die 10. Klasse wiederholen. Warum? Das Schuljahr ist notwendig, um gewisse Voraussetzungen, früher war das die Einführungsphase in der 11. Klasse, zu schaffen. Dabei hilft außerdem ein sechswöchiges freiwilliges Förderprojekt an der Schule. Defizite, Unsicherheiten und Lücken werden aufgedeckt, gefestigt, geschlossen. Martin Goebel: "Wer das Abitur schafft, hat schon was geleistet."

Elsterwerdas Bildungseinrichtung besäße einen guten Ruf. "Wie das Gymnasium von außen wahrgenommen wird, zeigt uns zum Beispiel die Rückkopplung vom Hasso-Plattner-Institut in Potsdam, das uns eine gute Ausbildung bescheinigt. Ich denke, es ist ein Ammenmärchen, dass der Name der Schule ausschlaggebend für die Studienzulassung ist", sagt Martin Goebel.

Wo in der Welt die Elsterschloss-Schüler überall Kariere gemacht haben, könne man auf einer Karte sehen, die aus Anlass des 25. Jubiläums angefertigt worden ist, erklärt der Schulleiter mit Stolz in der Stimme.

Versöhnt hat sich Martin Goebel mit dem Gedanken, dass nicht alle Schüler bis zur 12. Klasse durchziehen. Die Lehrstellensituation sei eben ausgezeichnet. Noch immer unbefriedigend dagegen sei, dass die langen oder auch nicht gegebenen Busverbindungen Mühlberger Schüler nach Sachsen wechseln lassen und das schon ab dem 5. Schuljahr. "Gern würden wir wieder mehr Mühlberger bei uns sehen", sagt er.Übrigens: "Erst wenn der Erstwunsch aller Schüler aus Elbe-Elster erfüllt ist, werden Bewerbungen aus dem sächsischen Gröditz und Lauchhammer, die es regelmäßig gibt, berücksichtigt", stellt der Schulleiter fest.

Im für den Tag der offenen Tür eingerichteten Schulleiterzimmer gleich hinter der Eingangstür des Neubaus stellen sich nicht nur neue Schüler mit ihren Eltern vor. Junge Lehrer würden immer wieder gern die Gelegenheit nutzen und nach einem neuen Wirkungskreis suchen, erklärt Martin Goebel. Dass hier etwas in den nächsten Jahren passieren wird, sei kein Geheimnis, lächelt der Direx beim Erzählen und erklärt, dass die Mehrzahl der Lehrer die 50 bereits überschritten habe. Außerdem treffen sich viele Ehemalige an diesem Tag und bitten die Lehrer zu ihren Klassentreffen.