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Mit Kultur die Jugend von Elsterwerda fördern und fordern

Elsterwerda. Das Bläserklasse-Projekt der Grundschule Plessa geht in die nächste Runde. Bereits zum sechsten Mal haben in der vergangenen Woche die Schüler der vierten Klasse ihre Instrumente aus den Händen der Sechstklässler entgegen genommen. Anja Brautschek

Sie wollen ein neues Veranstaltungskonzept für die Elsterwerdaer Jugend entwickeln. "Ziel ist es, eine Nachhaltigkeit zu entwickeln und regelmäßig Veranstaltungen anzubieten", sagt Stephanie Brehm.

Angebote für Jugendliche seien in Elsterwerda bislang überschaubar. Veranstaltungen wie die Woche der Vielfalt oder der Mach-mit-Aktionstag gibt es nur wenige. Auch der geplante offene Jugendtreff konnte aufgrund der schwierigen Haushaltslage bislang nicht realisiert werden. "Die Jugendlichen brauchen einen Ort, wo sie sich entfalten können. Das ist auch wichtig für die Zukunft der Stadt", sagt Dimitri Hegemann. Der Gründer des Techno-Clubs Tresor hat sich auf Einladung der Jugendkoordinatorin vor Ort die Situation angeschaut.

Neue Impulse für die Stadt könnte das Projekt "Pop to go" des Bundesverbandes für Popularmusik geben. Dabei werden kulturelle und kreative Maßnahmen für bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche über Bundesmittel gefördert. "Für Brandenburg ist in diesem Jahr noch ein Budget von 20 000 Euro offen", sagt die Popularmusikbeauftragte Franziska Pollin. Werden in Elsterwerda alle Voraussetzungen erfüllt, könne das Geld bereits für einen Workshop in den Winterferien Ende Januar 2017 eingesetzt werden. "Diese Finanzierung könnten wir nutzen, um den Stein ins Rollen zu bringen", erklärt Stephanie Brehm. Über den Bundesverband sei eine Finanzierung des Projektes über drei Jahre möglich. Nun muss das Konzept dafür erarbeitet und konkretisiert werden.

Denkbar wäre beispielsweise eine Art Hip-Hop-Camp mit verschiedenen Workshops. Auch Musical-Produktionen, Festivals oder Bandworkshops wurden in anderen Bundesländern bereits dadurch etabliert. In Brandenburg werden derzeit zwei Schulprojekte in Guben und Seelow über diese Mittel gefördert.

In Elsterwerda soll aber nicht nur das Kulturelle eine Rolle spielen. Auch die Identität der Jugendlichen sollen mit spannenden Workshops erarbeitet werden: Was bewegt sie? Was machen sie? Was fehlt in der Stadt? Ein ähnliches Konzept hat die Jugendkoordinatorin bereits entwickelt, ist mit dem Förderantrag dafür jedoch beim Landesverband für Soziokultur gescheitert.