„Und da gehört es dazu, dass man alles geben muss.“
Am Montagabend ist es auf dem Hinterhof der Firma Reiss Büromöbel GmbH taghell. Scheinwerfer leuchten die Szenerie aus, vier Einsatzfahrzeuge mit 30 Kameraden der Kurstadt-Wehr sind angerollt. Der Alarm, um 19.11 Uhr ausgelöst, überraschte die meisten Feuerwehrleute, von denen ein Teil am regulären Ausbildungsdienst teilnahm, der dieses Mal in der Schweinemastanlage Oschätzchen stattfinden sollte. Eine Explosion bei Schweißarbeiten habe sich ereignet, zwei Personen werden vermisst, wird den eintreffenden Einsatzkräften vor Ort mitgeteilt. Ziel der Übung: Die ausgebildeten Atemschutzträger der Wehr sollen den Einsatz proben. „Das ist einmal im Jahr vorgeschrieben“ , so Karl Schlegel. Geübt wird dabei auch das Zusammenspiel der Einsatzkräfte: Es wird Löschwasser angepumpt und der Einsatz der Atemschutz tragenden Angriffstrupps koordiniert. „Wichtig ist es, dass der Einsatzleiter in ständigem Funkkontakt mit den Trupps bleibt, die da unten sind“ , erklärt der Wehrführer. „Das Schlimmste wäre es, wenn einer verloren geht.“ Auch ein solcher Fall wird simuliert. Neben den zwei Puppen, die die Vermissten darstellen, muss auch ein Angriffstrupp im mit Disco-Nebel verqualmten Keller gefunden werden, zu dem der Funkkontakt abgerissen ist.
Knapp zwei Stunden sind die Feuerwehrleute mit ihrer Übung beschäftigt. Von 24 Atemschutzträgern, die es in der Kurstadt-Feuerwehr gibt, sind 15 anwesend und können ihre Pflichtübung absolvieren. „Das ist schon eine ganze Menge“ , sagt Karl Schlegel. Für die, die dieses Mal nicht dabei waren, wird es im Herbst eine nächste Gelegenheit geben.
„Im Wesentlichen ist unsere Atemschutzübung erfolgreich verlaufen“ , fasst der Wehrführer zusammen. Detailliert ausgewertet wird das ganze Geschehen noch am Abend nach dem Einsatz. „Was dabei genau besprochen wurde, bleibt aber intern“ , gibt Karl Schlegel zu verstehen.