ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:09 Uhr

Kulturpreise Elbe-Elster 2017
Mit ansteckendem Enthusiasmus viel bewegt

Anja Heinrich wird mit dem Kulturpreis 2017 ausgezeichnet.
Anja Heinrich wird mit dem Kulturpreis 2017 ausgezeichnet. FOTO: Frank Claus
Herzberg. Anja Heinrich bekommt den Kulturpreis 2017 für ihr beispielhaftes Wirken.

Aus der Laudatio: Nicht jährlich vergeben, ehrt die Verleihung des Kulturpreises Menschen, die übergreifend auf verschiedenen Gebieten des kulturellen Lebens unseres Landkreises beispielgebend wirken. Ein solcher Mensch ist Anja Heinrich. Blickt man auf ihre Vita der letzten zehn Jahre, so kann man kaum glauben, dass sie noch ein Zeitfenster für kulturelle Aktivitäten in ihrer Heimat offenhalten konnte. Sie konnte – und was sie aus diesem schmalen Zeitfenster alles in Bewegung setzte, ist bewundernswert.

Anja Heinrich wurde 1971 in Elsterwerda geboren. Sie wuchs in Hohenleipisch auf, legte ihr Abitur ab und studierte anfänglich von 1988 - 1991 Musik und Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Zwickau, um dann von 1991 - 1995 die Fachhochschule Fulda zu absolvieren und als Dipl.-Sozialpädagogin abzuschließen. Von 2006 - 2009 bildete sie sich am Berliner Institut für Familientherapie weiter. Viele Jahre war sie im Diakonischen Werk Elbe-Elster tätig.

Ihre kontinuierliche Wahl zur Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung in Elsterwerda in der Zeit von 2003 bis 2014 beweist, wie sehr man ihr Engagement für die Heimatregion anerkannte. Ihre Arbeit überzeugte über die Stadtgrenze hinaus – sie wurde 2008 in den Kreistag gewählt und errang für die CDU sowohl 2009 als auch 2014 das Direktmandat für den Landtag. Dort war sie u.a. kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion und von 2012 - 2015 Generalsekretärin der Brandenburgischen CDU. Seit dem Februar 2018 ist sie nun Bürgermeisterin der Stadt Elsterwerda. Ehrenamtlich ist sie aktives Mitglied im Förderverein des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft und im Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge.

War die Förderung der Kultur schon ein Herzensbedürfnis in ihrer Zeit als Stadtverordnete, so potenzierte sich Ihr Engagement mit der Übernahme der Vorsitzendenfunktion im Heimatverein Elsterwerda und Umgebung e. V. Sie übernahm 2010 einen Verein, der in die Jahre gekommen war. Unter ihrer Leitung erwachte er zu neuem Leben. Die inhaltliche Arbeit wurde neu ausgerichtet, die Palette von vereinsinterner Arbeit bis hin zu öffentlichkeitswirksamen Aktionen breit gefächert. Die ebenfalls ehrenamtlich organisierten fachlichen Stränge des Heimatvereins, die Kleine Galerie „Hans Nadler“ und das Historische Stadtarchiv, bekamen spürbaren Aufwind. Die Mitgliederzahl des Vereins wuchs auf über 100.

Anja Heinrich ist eine leidenschaftliche Kämpferin für die Belange des Denkmalschutzes. Musste sie trotz ihres Engagements den Abriss des Selkmannschen Hauses auf dem Elsterwerdaer Markt hinnehmen, so war ihr „trommeln“ für das Gärtnerhaus im Schlossareal von Erfolg gekrönt.

Als Privatperson tritt sie regelmäßig als Förderer und Sponsor in Erscheinung, ist als Vorlesepate in Kindergärten und Grundschulen gern gesehener Gast und versucht mit Lesungen in einfacher Sprache Menschen, deren Zugang zum Buch, zur Literatur beeinträchtigt ist, für das Lesen zu begeistern.

Der jährliche Höhepunkt ihrer kulturellen Aktivitäten ist aber ohne Zweifel der Historische Stadtspaziergang durch Elsterwerda. Von ihr initiiert, konzipiert und organisiert steht er jeweils unter einem Thema und verbindet große Geschichte, und wie sie sich im Kleinen heimatgeschichtlich spiegelt, mit Kunst und Kultur, würdigt mit künstlerischen Mitteln bedeutende Persönlichkeiten der Vergangenheit, sensibilisiert die Besucher für den Denkmalschutzgedanken, in dem sie Baugeschichte lebendig werden lässt und vergisst nicht die kulinarische Komponente, die dem Thema aber stets verpflichtet und regional belegbar sein muss. Mit 250 begeisterten Besuchern sind die logistischen Grenzen dieses grandiosen Kulturereignisses sicherlich erreicht. Ihr unvergleichlicher Enthusiasmus wirkt auf unzählige Helfer und das Publikum ansteckend. Alle warten mit Spannung auf den kommenden Historischen Stadtspaziergang.

(pm/leh)