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| 02:47 Uhr

Mit 78 Jahren immer noch an der Töpferscheibe

Auch als Rentner aktiv: Günter Biebach liebt die gestalterische Tätigkeit an der Töpferscheibe.
Auch als Rentner aktiv: Günter Biebach liebt die gestalterische Tätigkeit an der Töpferscheibe. FOTO: vrs1
Hohenleipisch. . "Unser Vater könnte eigentlich, wie andere Rentner, irgendwo auf einer Insel liegen und das Leben genießen. vrs1

Er kann es aber einfach nicht lassen, weil ihm die Arbeit Spaß macht", ist sich Töpfermeister Andreas Biebach sicher. Mit 78 Jahren sitzt sein Vater Günter Biebach noch immer an der Töpferscheibe. Mit 15 Jahren beginnt der 1935 geborene Günter seine Lehre zum Töpfer. Seine Meisterprüfung findet am 19. August 1967 statt. 1986 übernimmt er die Werkstatt seines Vaters, Altmeister Kurt Biebach. 1992 gibt er sie an seinen Sohn Andreas weiter. Heute hilft Günter an der Töpferscheibe oder beim Brennen der Tonwarenprodukte, wenn größere Mengen von einer Serie gebraucht werden oder er Lust auf die gestalterische Arbeit hat.

Der 1874 geborene Großvater Adolf hatte den Betrieb am 1. November 1903 gegründet und zuvor in der Töpferei Thiemig in der Schillerstraße eine Anstellung. Das Gelände der heutigen Töpferei in der Bahnhofstraße in Hohenleipisch war früher ein Waldstück der Familie Kretschmann. Es wurde von Adolf, seiner Ehefrau Emma und deren Schwester Ida Ruhig gerodet, umgegraben und urbar gemacht. Der 1903 geborene Sohn Kurt musste schon mit 14 Jahren mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Otto als Hilfe die Töpferei führen und am Ofen brennen. Betriebsgründer Adolf Biebach musste zum Kriegseinsatz nach Rumänien, erst 1919 kam er aus der Gefangenschaft zurück.