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| 18:56 Uhr

Ehrungen
Mission Versöhnung würdigt Mitstreiter

Mit Ehrenorden der gesamtpolnischen „Mission Versöhnung“ wurden Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich (l.) Sebastian Stephan (EE-Fernsehen), Walter Kroker (ehemaliger Landrat) und Frank Claus (LR, vorn von links mit Urkunden) sowie Dr. Gustav Bekker (4.v.r.) geehrt.
Mit Ehrenorden der gesamtpolnischen „Mission Versöhnung“ wurden Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich (l.) Sebastian Stephan (EE-Fernsehen), Walter Kroker (ehemaliger Landrat) und Frank Claus (LR, vorn von links mit Urkunden) sowie Dr. Gustav Bekker (4.v.r.) geehrt. FOTO: Thomas Langhammer / LR
Elsterwerda. Ehrenorden für den ehemaligen Landrat Walter Kroker, Frank Claus (LR) und Sebastian Stephan (EE-Fernsehen).

Für ihr Wirken im Sinne der deutsch-polnischen Versöhnung nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg sind am Sonnabend der ehemalige Elbe-Elster-Landrat Walter Kroker, Frank Claus von der LR stellvertretend für seine Kolleginnen Annette Siemer und Gabi Böttcher sowie Sebastian Stephan für das Team des Elbe-Elster-Fernsehens durch Tadeusz Kreps, Präses der „Mission Versöhnung“, mit Ehrenorden gewürdigt worden. Elsterwerdas Bürgermeisterin Anja Heinrich und Dr. Gustav Bekker, der sich seit vielen Jahren um die Versöhnung beider Völker bemüht, sind ebenfalls Auszeichnungen überreicht worden.

Walter Kroker sei es seinerzeit gewesen, der auf Vorschlag von Dr. Bekker das Startsignal für eine intensivere Zusammenarbeit mit der polnischen Seite gab. Auch viele Jahre nach dem Krieg gab und gebe es da noch immer Vorbehalte. Walter Kroker habe im Jahr 1997 „zur Versöhnungstat ermuntert“. Schon ein Jahr später sei auf einer bewegenden Versöhnungsfeier in Potulice der polnischen und deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges gedacht worden. Etwa 2000  Menschen hätten sich damals die Hand der Versöhnung gereicht. Noch Jahr darauf, also 1999, „schlossen Sie als Landrat des Landkreises Elbe-Elster mit dem polnischen Partner Powiat Nakielski einen Partnerschaftsvertrag. Gleichzeitig schloss auch die Stadt Elsterwerda mit der Stadt Nakło nad Notecia einen Vertrag über partnerschaftliche Zusammenarbeit“, würdigte Dr. Gustav Bekker. Diese Verträge bildeten die Grundlage der jetzt intensiven Beziehungen, so Tadeusz Kreps.

Sowohl diesen Ereignissen als auch der umfangreichen Versöhnungsarbeit auf deutschem Boden mit Einweihung von Gedenkstätten in Elsterwerda und Bad Liebenwerda sowie zahlreichen Schulprojekten hätten die Lausitzer Rundschau und das Lokalfernsehen breiten Raum gegeben. „Es waren politische Berichte,  Berichte von Aktivitäten einzelner Personen, von menschlichen Begegnungen und kulturellen Ereignissen. Ja, Sie haben deutsch-polnische Kulturarbeit geleistet“, unterstrichen Dr. Gustav Bekker und der ebenfalls an der Ehrung teilnehmende Landrat Christian Heinrich-Jaschinski.

Walter Kroker erinnert sich: „Wir wussten damals nicht, dass wir der erste Landkreis waren, der so eine Partnerschaftsbeziehung eingegangen ist. Es ist unsere Pflicht, einst Geschehenes nie zu vergessen und die Aussöhnung unserer Völker weiter voranzutreiben. Frank Claus unterstrich, dass Versöhnungsarbeit dem „Geist der Redaktion“ entspräche und es wichtig sei, informativ und hinterfragend geschichtliche Ereignisse widerzuspiegeln.

Sebastian Stephan sieht es in einer Zeit, in der es immer weniger Zeitzeugen gibt, als vordringlich an, deren Erinnerungen heute zu nutzen, um zu verstehen, was damals geschah. Einem Anliegen, dem sich alle Geehrten weiter widmen wollen. Und zwar mit einem Mann, der die Gräuel des Krieges hautnah erlebte und der ebenfalls zur polnischen Delegation am vergangenen Wochenende gehörte: Oberst Józef Sowa, der zehn Jahre alt war, als 1943 sein Vater und seine Mutter vor den Augen der Kinder von Deutschen erschossen wurden, weil sie in ihrem Haus Juden und Partisanen versteckt hatten.