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Mischfutter nach Kundenrezept

Um die Körnerfrüchte zu trocknen, wird in dem Grödener Betrieb ein enormer technischer Aufwand betrieben. Geschäftsführer Frank Schmidt (l.) erläutert dem CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Stübgen (3. v. l.) sowie Vertretern des Amtes und der Gemeinde die Funktionsweise der Anlagen.
Um die Körnerfrüchte zu trocknen, wird in dem Grödener Betrieb ein enormer technischer Aufwand betrieben. Geschäftsführer Frank Schmidt (l.) erläutert dem CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Stübgen (3. v. l.) sowie Vertretern des Amtes und der Gemeinde die Funktionsweise der Anlagen. FOTO: Manfred Feller
Gröden. Grödener Betrieb hat sich mit mehreren größeren Investitionen gut für die Zukunft aufgestellt. Die Jahresproduktion macht jetzt einen Sprung. Manfred Feller

Hochbetrieb herrscht in der Grödener Trocknungs- und Futtermittelvertriebs GmbH keineswegs nur während der Getreideernte. Die 21 Mitarbeiter haben nach Auskunft des erst 30-jährigen Geschäftsführers Frank Schmidt das ganze Jahr über zweischichtig und in der Trocknung zeitweise sogar dreischichtig gut zu tun. Denn der Betrieb ist durch seine bisherigen Investitionen zukunftsfähig und breit aufgestellt.

Erst im vorigen Jahr ist pünktlich zur Ernte eine 16 000-Tonnen-Siloanlage in Betrieb gegangen. Die Gesellschafter, das sind heute noch fünf Landwirtschaftsbetriebe der Umgebung, haben dafür immerhin 2,8 Millionen Euro in die Hand genommen.

Das Unternehmen ist in Abständen immer wieder modernisiert und ergänzt worden. Ursprünglich war es eine reine Trocknungsanlage, die seit dem Jahr 1976 arbeitet. Aufgebaut worden war sie seinerzeit von zahlreichen Genossenschaften als überbetriebliche Anlage. Wenige Jahre nach der politischen Wende hatten sich die Gesellschafter dazu entschieden, das Bestehende durch ein Mischfutterwerk zu ergänzen. Dieses arbeitet heute so gut wie automatisch. "Der Mensch überwacht hier mehr", sagt Frank Schmidt, der aus Sorno stammt und in Elsterwerda zu Hause ist. Die Rezepte der Kunden für die Mischfuttersorten sind im Rechner hinterlegt. Dieser steuert jede noch so feine Dosierung perfekt nach Kundenwunsch.

Die Zutatenliste ist lang. Sie reicht von den Hauptgetreidesorten Weizen, Roggen, Gerste und Triticale über Hafer, Erbsen, Ackerbohnen, die Ölfrüchte Sonnenblume und Raps bis zum Körnermais im Herbst und Winter. Dies alles liefern die Landwirte aus der Umgebung direkt an. "Es sind also relativ kurze Wege", legt der Geschäftsführer auch auf diesen Aspekt wert.

Zugekauft werden solche Komponenten wie Soja-, Raps- und Sonnenblumenschrot, Malzkeime (Abprodukte der Bierproduktion), Kalk, Viehsalz und melassierte Zuckerrübenpellets.

Verladen wird entweder loses oder pelletiertes Mischfutter. Abnehmer sind Hofbauern, aber vor allem Betriebe der Tierproduktion in einem überschaubaren Radius von 50 bis 75 Kilometern.

Beim Mischfutter machen die Grödener in diesem Jahr einen gewaltigen Sprung, wie Frank Schmidt erklärt. Die Jahreskapazität werde sich dank eines neuen Großkunden von etwa 17 000 auf 25 000 bis 30 000 Tonnen erhöhen.

Doch damit nicht genug. Aus dem Werk kommt auch Brotroggen für Mühlen. "Wir machen das Getreide lagerfähig - trocknen, reinigen, kühlen und belüften es", so der Geschäftsführer. Auch Mal- und Futterweizen verlässt Gröden. Der Handel mit Pflanzenschutzmitteln und Dünger ergänzt die Palette.

Auf dem Betriebsgelände liegt überall feiner organischer Staub. Dieser werde durch den Wind jedoch nicht in dem Maße weitergetragen, dass er die Wohnqualität auf den in einiger Entfernung liegenden Grundstücken von Gröden beeinträchtigt. Dies versichert der Geschäftsführer. Das Trockenwerk stehe in einem Industriegebiet. Nebenan befindet sich seit vielen Jahren eine Biogasanlage.

Den ersten Kontakt mit dem Grödener Betrieb hatte Frank Schmidt eher zufällig. Für das Studium der Agrarwirtschaft brauchte er Rapssamen. Der Student stellte sich dem damaligen Chef vor und hatte offensichtlich sofort einen überzeugenden Eindruck hinterlassen. Sein baldiger Vorgänger vertraute ihm an, dass er in zwei Jahren in den Ruhestand gehen möchte und einen Nachfolger sucht. Nach einem längeren Gespräch hieß es: "Du wirst es."

Frank Schmidt holte ob der gewaltigen Verantwortung erst einmal tief Luft und stieg nach dem Studium 2011 zunächst als Produktionsleiter ein. Seit dem Jahr 2014 ist er Geschäftsführer. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Seine Mutter und sein Vater sind Diplom-Agraringenieure.