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Landwirtschaftsausschuss
Minister: „Hochwasserschutz an Schwarzer Elster Herausforderung für nächstes Jahrzehnt“

Herbst 2010: Helfer und Feuerwehrleute sichern in Saathain zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda einen Deich entlang dem Fluss Schwarze Elster mit Sandsäcken.
Herbst 2010: Helfer und Feuerwehrleute sichern in Saathain zwischen Elsterwerda und Bad Liebenwerda einen Deich entlang dem Fluss Schwarze Elster mit Sandsäcken. FOTO: Oliver Killig / dpa
Potsdam. Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) hat den Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster als „Herausforderung für das nächste Jahrzehnt“ bezeichnet. 2019 soll es losgehen. Von Benjamin Lassiwe

Wie Vogelsänger am Mittwoch im Landwirtschaftsausschuss des Potsdamer Landtags erklärte, werde die erste Maßnahme zum Hochwasserschutz an der Schwarzen Elster 2019 bei Ortrand beginnen. Weitere Projekte seien mit einem Baustart in den Jahren 2021 und 2022 in Herzberg, Elsterwerda und Bad Liebenwerda geplant. Dort wolle man eine Vorgehensweise, die bereits in Breese in der Prignitz erprobt wurde, in die Lausitz transferieren: Die Baumaßnahmen sollten einhergehen mit der Sanierung der Bundesstraße 169.

Weitere Baumaßnahmen finden in der Lausitz in den nächsten Jahren unter anderem an der Elbe bei Mühlberg und an der Einmündung der Egelneiße in die Neiße bei Guben statt. In der Prignitz seien die Hochwasserschutzmaßnahmen dageegen in der Endphase: Mittlerweile seien 98 Prozent des Hauptdeichs der Elbe erneuert. In Cumlosen sei das Schöpfwerk „in Arbeit“, der Deichbau zwischen Wittenberge und Gnevsdorf abgeschlossen. „Die entsprechenden Termine vor Ort sind für einen Minister sehr entspannt, weil dort viel erreicht wurde“, sagte Vogelsänger. Der Abteilungsleiter im Umweltministerium, Kurt Augustin, sagte im Ausschuss, das Land sei beim Hochwasserschutz auf dem richtigen Weg. So habe man in Wittenberge etwa die Höhe der Deiche erhöht. „Aber die Grundlage muss sein: Gebt den Flüssen mehr Raum“, sagte Augustin.

Allerdings müsse Brandenburg damit rechnen, dass durch den Klimwandel auch die Niederschläge ansteigen, sagte Fred Hattermann vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Witterungsextreme nähmen zu. Hattermann verwies auf Studien, wonach hundertjährige Hochwasser häufiger zunehmen. Deswegen müsse auch mit höheren Schäden etwa an der Elbe gerechnet werden. „Es wird eine deutliche Zunahme bei den Schäden geben, wenn wir uns nicht anpassen“, sagte Hattermann. Auch so genannte Sturzfluten, die ohne große Vorwarnzeiten entstehen, würden künftig zunehmen. Zu den konkreten Hochwasserschutzmaßnahmen in Brandenburg konnte sich Hattermann indes nicht äußern. „Es klingt alles vernünftig für mich“, sagte Hattermann.