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| 18:15 Uhr

Baubeginn vermutlich erst 2019
Langhaus-Erweiterung verzögert sich weiter

Der Miniaturenpark Elsterwerda bei Nacht. Ob es in diesem Jahr einen Abendtermin geben wird, ist noch nicht entschieden.
Der Miniaturenpark Elsterwerda bei Nacht. Ob es in diesem Jahr einen Abendtermin geben wird, ist noch nicht entschieden. FOTO: Veit R“sler/vrs1
Elsterwerda. Enorme Kostensteigerung zwingt die Stadt Elsterwerda zum Umdenken bei geplanter Erweiterung. Von Frank Claus

Zu früh gefreut. Die für dieses Jahr geplante Erweiterung des Langhauses im Miniaturenpark in Elsterwerda verzögert sich weiter. Dabei hatte die Investition schon eine nächste Hürde genommen und die Auswahlrunde zur Leader-Förderung sicher übersprungen. Doch Elsterwerda samt des beauftragten Architekturbüros ist wohl etwas zu blauäugig in die Kostenplanungen gegangen. Zunächst waren 252 000 Euro bei einer 75-prozentigen Förderung von den Stadtverordneten durchgewunken worden. Mit diesem Geld sollten die Sanitäranlagen in das Empfangsgebäude integriert werden, ein Küchenanbau, der Heizungseinbau und die Schaffung von Arbeits- und Umkleideräumen realisiert werden. Doch bei genauerer Betrachtung erwiesen sich die eingestellten Mittel als viel zu gering für einen Anbau mit diesem Anforderungsprofil.

Baupreis-Kostensteigerungen und Umplanungen ließen die Summe auf etwa 700 000 Euro hochschnellen. Zu viel. In der Stadtverwaltung ist die Reißleine gezogen worden. „Das können und wollen wir den Abgeordneten nicht zumuten“, hatte Bürgermeisterin Anja Heinrich (CDU) nach Bekanntwerden der neuen Zahlen sofort erklärt. Was folgte, waren neuerliche Betrachtungen vor Ort. Gerade würden die neuen Varianten gerechnet. Dabei wolle man vorhandene Strukturen nutzen, um die Küche zu integrieren und nicht komplett neu anbauen. „Auf welche Summe wir am Ende kommen, wissen wir nicht. Aber wir gehen da sehr kostenbewusst ran“, sagt der stellvertretende Bürgermeister Ansgar Große, der den Miniaturenpark federführend begleitet.

Übereinstimmung herrsche in der Verwaltung, dass die weitere Qualifizierung der Aufenthaltsqualität zwingend nötig sei, wolle man dem Park eine ordentliche Perspektive geben. Im Grunde genommen sei alles das, was jetzt geplant ist, schon mit Baubeginn am Park geplant gewesen. Aufgrund Geldmangels waren jedoch immer wieder Abstriche gemacht worden.

Dabei mausert sich der Park nach Angaben seines Betreibers immer mehr. „Wir haben in jedem Jahr Besuchersteigerungen“, sagt Frank Brunne. Etwa 9000 Gäste seien im vergangenen Jahr gezählt worden. In diesem Jahr waren der Mühlentag zu Pfingsten, Kindertag und Himmelfahrt bislang die besucherstärksten Tage. Ganz allein trägt sich der Park damit immer noch nicht. Die Stadt hat in diesem Jahr den Zuschuss erstmals von 35 000 auf 50 000 Euro erhöht. Die meisten Gäste kämen mit dem eigenen Pkw oder mit Bussen. „Wir haben weniger Radler. Weshalb, das können wir uns noch nicht erklären“, sagt Frank Brunne. Von den Gästen höre seine Mannschaft immer wieder Lob. „Echt sehenswert“ und „sehr gepflegt“ – das seien nur zwei der anerkennenden Aussagen. Die immerhin 120 Modelle, das sind mehr als doppelt so viele wie in den Anfangsjahren – finden ebenso ihre Bewunderer wie der schöne Bewuchs. Für Elsterwerda, ansonsten nicht gerade reich gesät mit touristischen Highlights, ist der Miniaturenpark also ein gutes Mittel, um Gäste von außerhalb in die Stadt zu locken. Welche Einrichtungen schaffen das sonst noch?

Das Langhaus sei auch immer öfter für Familienfeiern, Jugendweihen, Konfirmationen und Firmenevents gebucht. Bei diesen Gelegenheiten werde freilich immer wieder Kritik zum Gastronomie-Provisorium und zu den Sanitäranlagen geäußert. Eine Behindertentoilette fehle noch immer ganz.

Ansgar Große bleibt zuversichtlich. Mit der Leader-Gruppe sei das weitere Vorgehen abgestimmt. „Wir wollen 2019 schon noch anfangen mit der Erweiterung.“