Die Belegschaft in Bad Liebenwerda soll es am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung mit „Teilnahmepflicht“ erfahren: Die Rhönsprudel Gruppe mit ihren drei Mineralbrunnenbetrieben hat einen neuen Besitzer. Dies teilte die Eigentümerfamilie Schindel am Dienstag mit. Demnach gehen mit Erteilung der Genehmigung durch die zuständigen Behörden die drei Standorte der Rhönsprudel Gruppe in Ebersburg, Bad Liebenwerda und Berlin sowie ein 50-prozentiger Anteil an der Bauer Fruchtsaft GmbH einschließlich der Marken Rhönsprudel Bad Liebenwerda und Spreequell an die französische Alma-Gruppe. Das sei, so heißt es in der Mitteilung, einer der führenden Mineralbrunnenbetriebe Europas. Über den Verkaufspreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Alle Standorte sollen erhalten bleiben

Alle Produktionsstandorte sollen weitergeführt und die 621 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Am Standort in Bad Liebenwerda arbeiten 230 Mitarbeiter, in Berlin sind es 15.
Für die Belegschaft ändere sich demnach nichts: „Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den drei Standorten werden übernommen und die aktuell bestehenden Verträge und getroffenen Vereinbarungen behalten ihre Gültigkeit“, heißt es in der Mitteilung.

Christian Schindel weiter in der operativen Geschäftsführung

Christian Schindel, bisher geschäftsführender Gesellschafter der Rhönsprudel Gruppe, bleibe weiterhin in der operativen Geschäftsführung tätig und soll die Gesamtverantwortung der Roxane GmbH (Alma Group in Deutschland) übernehmen. Die Entscheidung, das in vierter Generation geführte Familienunternehmen zu verkaufen, werde, so die beiden Geschwister Natalie und Christian Schindel „vor dem Hintergrund des schwierigen Marktumfeldes“ von beiden als „beste Zukunftsoption für den Erhalt des Unternehmens“ gesehen.

Bad Liebenwerda

Mineralwasserbranche unter Druck

Natalie Schindel auf LR-Anfrage: „Wirtschaftlich gibt es mehrere Punkte, die uns stark beschäftigen. Einerseits sind dies enorme Preissteigerungen für Energie und Rohstoffe. Die zunehmende Tendenz der Verbraucher von Mineralwasser hin zu Leitungswasser beobachten wir natürlich ebenfalls mit Sorge.“
Das Unternehmen hatte unmittelbar nach dem politischen Umbruch im neu ausgewiesenen Gewerbegebiet Nord im Jahr 1990 den ersten Spatenstich vollzogen. Die Neugründung ist eng mit den Namen von Egon Schindel, Eigentümer der Rhönsprudel-Gruppe, und Horst Kuhl, beide wurden später auch Ehrenbürger der Stadt Bad Liebenwerda, verbunden. In Bad Liebenwerda entstand im Jahr 1955 das VEB Getränkekombinat, nach damaligen Angaben leistungsstärkster Abfüllbetrieb im Bezirk Cottbus. Am 6. Dezember 1990 wurde die Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH als weiterer Betrieb der Rhönsprudel-Gruppe gegründet. Der Direktor des Getränkebetriebs in Bad Liebenwerda wurde auch erster Geschäftsführer. Nach der Investition von zuerst 30 Millionen Euro wurde im September 1991 bereits die erste Produktionshalle in Betrieb genommen. Stetige Erweiterungen folgten.
Nach dem Tod von Egon Schindel leiteten dessen Kinder Christian und Natalie Schindel bereits seit mehren Jahren das Familienunternehmen. „Unsere Unternehmensgruppe hat in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung gezeigt und darauf sind wir als Familie sehr stolz. Die RhönSprudel Gruppe gehört heute zu den Top 10 der deutschen Mineralbrunnen und nimmt mit ihren Marken im jeweiligen Vertriebsgebiet eine führende Position ein“, so Christian Schindel.

Visitenkarte der Alma Group

Die Alma Group ist ein französisches Familienunternehmen in vierter Generation, das an 45 Produktionsstandorten in Europa über 2100 Mitarbeiter beschäftigt. Insgesamt führt die Alma Group über 30 renommierte Marken im Sortiment und ist mit 4,5 Milliarden Abfüllungen Marktführer im französischen Mineralwassersegment. Darüber hinaus ist die Gruppe ein führender Abfüller in Großbritannien und den Benelux-Staaten und verfügt über Produktionsanlagen in den USA.
Quelle: Rhönsprudel