| 16:46 Uhr

Abwasser-Debatte in Bad Liebenwerda beendet:
Mineralquellen leiten jetzt ein

ein historischer Tag:  Ab 1. Dezember 2017 leitet die Mineralquellen GmbH Bad Liebenwerda ihr Abwasser in das benachbarte, knapp einen Kilometer entfernte Klärwerk des Wasser- und Abwasserverbandes Elsterwerda (WAV) ein - BM Thomas Richter, Hartmut Keil, Logistikchef Mineralquellen, Dirk Gebhardt, Dezernent des Landkreises, und WAV-Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel (von links)
ein historischer Tag: Ab 1. Dezember 2017 leitet die Mineralquellen GmbH Bad Liebenwerda ihr Abwasser in das benachbarte, knapp einen Kilometer entfernte Klärwerk des Wasser- und Abwasserverbandes Elsterwerda (WAV) ein - BM Thomas Richter, Hartmut Keil, Logistikchef Mineralquellen, Dirk Gebhardt, Dezernent des Landkreises, und WAV-Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel (von links) FOTO: Frank Claus / LR
Bad Liebenwerda. Jährlich etwa 200 000 Kubikmeter Abwasser fließen jetzt in Bad Liebenwerdaer Klärwerk. Von Frank Claus

Historischer Moment: Seit 1. Dezember dieses Jahres leitet die Bad Liebenwerdaer Mineralquellen GmbH ihre Abwässer in das knapp einen Kilometer entfernte öffentliche Klärwerk des Wasser- und Abwasserverbandes Elsterwerda (WAV) ein. Am 30. Juni dieses Jahres war der Einleitvertrag unterzeichnet worden, am Montag haben Bürgermeister Thomas Richter, Mineralquellen-Logistikchef Hartmut Keil, Kreis-Dezernent Dirk Gebhardt und der WAV-Verbandsvorsteher Maik Hauptvogel noch einmal symbolisch die Hände auf den Schieber gelegt. Jährlich 200 000 Kubikmeter Abwasser fließen nun in das Klärwerk und lasten es künftig zu etwa 75 bis 80 Prozent aus. Etwa 800 000 Euro, zu 50 Prozent vom Land gefördert, sind für Kanalleitungen, ein neues Pumpwerk und die Ertüchtigung des Klärwerkes investiert worden.

Damit endet ein jahrelanges Ringen des Verbandes, der sein Klärwerk in Bad Liebenwerda schon bei der Inbetriebnahme 1994 auf die Einspeisung der Mineralquellen-Abwässer dimensioniert hatte. Doch das zweite Klärbecken ging nie in Betrieb. Diese Minderauslastung musste die Stadt Bad Liebenwerda bislang mit einer Umlage an den Verband teuer bezahlen. Waren es zu Beginn jährlich 100 000 Euro, standen nun noch etwa 76 000 Euro zu Buche. Damit ist jetzt Schluss. Die Stadt zahlt noch fünf Jahre, um den Restwert der Mineralquellen-Kläranlage zu finanzieren, die jetzt in den Besitz des WAV geht und zur Vorklärung benutzt wird.

Die Mineralquellen GmbH war 1991 gezwungen, ein eigenes Klärwerk zu bauen, da die Kapazitäten des aus DDR-Zeiten stammenden Bad Liebenwerdaer Klärwerks damals nicht ausreichten. So erhielt das Unternehmen eine Befreiung von der zentralen Abwasserbeseitigungspflicht bis zum Jahr 2010.

Dass diese Befreiung im gleichen Jahr vom Landkreis nochmals auf 15 Jahre verlängert wurde, darf aus heutiger Sicht als „politische Entscheidung“ gewertet werden. Das Unternehmen hatte in sein Klärwerk immer wieder investiert, ein Anschluss ans zentrale Klärwerk hätte der Firma große finanzielle Lasten aufgebürdet. Zudem befinden sich Teile des Unternehmens hinsichtlich der Gemarkungsgrenzen im Zuständigkeitsbereich des benachbarten Wasserverbandes Kleine Elster, dessen viel zu kleine Anlage die Einleitmengen der Mineralquellen nicht aufnehmen kann. Formaljuristisch stand eine Einleitung der Abwässer der Mineralquellen GmbH zum WAV damit eigentlich nicht an.