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| 12:39 Uhr

Elbe-Elster-Radnetz wird modernisiert
6,6 Millionen Euro für Radwanderwege

 Knotenpunkt 30 an der L 63 zwischen der B 169 und Schraden in Blickrichtung Plessa. Dieser nicht ausgebaute, aber wichtige Radwanderweg an der Schwarzen Elster ist bei Nässe nicht befahrbar. Ansonsten reichen ein paar Kilometer auf dieser Piste und das Fahrrad muss grundgereinigt werden.
Knotenpunkt 30 an der L 63 zwischen der B 169 und Schraden in Blickrichtung Plessa. Dieser nicht ausgebaute, aber wichtige Radwanderweg an der Schwarzen Elster ist bei Nässe nicht befahrbar. Ansonsten reichen ein paar Kilometer auf dieser Piste und das Fahrrad muss grundgereinigt werden. FOTO: LR / Manfred Feller
Elbe-Elster. Die ausgeschilderten rund 900 Kilometer Radwanderwege im Landkreis Elbe-Elster sind in die Jahre gekommen. Wichtige Strecken sollen jetzt mit Millionenaufwand modernisiert werden. Von Manfred Feller

Es gibt herrliche Radwanderwege in Elbe-Elster, aber auch solche: von Zugmaschinen zerfahrene Schlagloch-Sandpisten, im Radfahrgegenverkehr zu schmale Abschnitte und Wellenstrecken, für die Baumwurzeln verantwortlich sind. Alles eine Zumutung für die große Gruppe der Pedalritter, die auch dank der Elektrofahrräder weiter wächst.

Die vom Landkreis schon lange angekündigte Lösung so vieler Wegeprobleme naht. Elbe-Elster erhält von Bund und Land 5,346 Millionen Euro an Fördergeld. Dies sei in etwa die beantragte Summe. „Der Bescheid wird Ende August/Anfang September erwartet“, kündigt Klaus Oelschläger, Sachgebietsleiter Kreisentwicklung, an. Die vorangegangene Entwurfsplanung und Kostenberechnung hat eine Gesamtinvestition in Höhe von 6,6 Millionen Euro ergeben. Die Differenz zur Fördersumme tragen Landkreis und Kommunen. Über den jeweiligen Anteil müssen sie sich einigen.

Modernisierungskatalog mit 48 Einzelmaßnahmen

Die Städte, Ämter und Gemeinden zwischen Schönewalde im Nordwesten, Mühlberg im Südwesten, Finsterwalde im Nordosten und dem Schradenland im Südosten hatten im Vorfeld ihre problematischen Strecken benannt. Herausgekommen ist ein Modernisierungskatalog mit 48 Einzelmaßnahmen. Allesamt liegen diese auf den Radfernwegen Tour Brandenburg, Fürst-Pückler-Radweg und Historische Stadtkernrouten 5 und 6.

Das aufgelegte Modernisierungspensum ähnelt dem des Neubauprogramms in den Jahren 2000 bis 2003, als der Landkreis nicht weniger als 120 Kilometer Radwanderwege gebaut und dafür fast 13 Millionen Euro ausgegeben hatte. Die Gemeinden legten in den Folgejahren vornehmlich im Rahmen des ländlichen Wegebaus noch einmal rund 80 Kilometer drauf. Die Pisten sind in die Jahre gekommen. Viele werden laut Planung aber bis in das Jahr 2022 hinein modernisiert.

Die vorgesehenen 48 Einzelmaßnahmen beinhalten: Den Ausbau von 56 Kilometern Wegen auf eine Breite von 2,50 Meter. Den Einbau von Wurzelschutz auf 91 Kilometern. Den Neubau auf 2,4 Kilometern. Und die Fahrbahnerneuerung auf 140 Kilometern.

Baustart im Jahr 2020

Liegt der Fördermittelbescheid demnächst auf dem Tisch der Kreisverwaltung, beginnt die Maschinerie zu laufen. Der federführende Landkreis schließt mit den betreffenden Städten, Ämtern und Gemeinden, in deren Gemarkung die Wege liegen, Verträge ab, damit geplant und gebaut werden kann. Im nächsten Schritt folgen die Genehmigungs- und Ausführungsplanungen. Dann seien Genehmigungen einzuholen, so Klaus Oelschläger.

Es folgt ein wichtiger Zeitraum für die infrage kommenden Bauunternehmen. „Unser Ziel ist es, zum Jahresende 2019, Jahresanfang 2020 die Bauleistungen auszuschreiben“, blickt der Sachgebietsleiter Kreisentwicklung voraus. Er rechnet im II. Quartal des kommenden Jahres mit dem Baustart auf den ersten Abschnitten.

Ausschilderung bereits auf neuestem Stand

Noch 2019 solle die Strategie stehen, in welcher Reihenfolge aus Effektivitätsgründen vorgegangen wird. Baulose könnten da helfen. Denn die zu bearbeitenden Strecken liegen im gesamten Landkreis.

Bereits jetzt vorbildlich ist die Ausschilderung der Radwanderwege in dem Flächenlandkreis Elbe-Elster. Damit die Radler stets die Orientierung behalten, sind nicht weniger als 3540 Schilder aufgestellt worden. Der Abbau alter und die Montage neuer Schilder samt Pfosten hat bereits mehr als 226 000 Euro gekostet. Die jüngste Errungenschaft sind die nummerierten Knotenpunktwegweiser mit Richtungsanzeiger und touristischen Zielen. Mit einer Karte in der Hand weiß selbst jeder auswärtige Radfahrer sofort, wo er sich befindet. Etwa 70 000 Euro wurden in die Knotenpunkte investiert.