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| 14:32 Uhr

Aus dem Amtsgericht Bad Liebenwerda
Mietschulden holen Mann auch nach Jahren noch ein

 Ein Mietpreller behält seine Schulden und bekommt reichlich gemeinnützige Arbeit obendrauf.
Ein Mietpreller behält seine Schulden und bekommt reichlich gemeinnützige Arbeit obendrauf. FOTO: dpa / Britta Pedersen
Bad Liebenwerda. In Bad Liebenwerda passiert: Die Miete nicht bezahlt. Dann ein gefälschter Kontoauszug, der am Ende 50 Arbeitsstunden kostet.

Pepe Preller (Name geändert) aus Leipzig ist ein sonniges Gemüt. Seine Mietschulden über 1045 Euro, angehäuft in einer Wohngemeinschaft (WG) in Bad Liebenwerda, holen ihn auch nach Jahren noch ein. Die Verbindlichkeiten des heute 28-Jährigen stammen aus dem Sommer 2014. Jetzt endlich musste er sich für seine Urkundenfälschung von damals vor dem Amtsgericht verantworten. Er habe an die Schulden in den vergangenen viereinhalb Jahren einfach nicht mehr gedacht, gibt er zu. Wie denn auch? Ihn drücken noch Mietrückstände aus einer weiteren Wohnung über 2700 Euro. Deswegen liege auf seinem Konto bereits eine Pfändung drauf, sagt er.

Für das Mitwohnen in der Kurstadt-WG besaß der Arbeitslose eigentlich kein Geld. Um die Mietzahlung vorzutäuschen, hatte er den entsprechenden Kontoauszug gefälscht. „Damit ich nicht obdachlos werde“, begründet er die Tat. Er sei zu feige gewesen, um über seine finanzielle Notlage zu reden. Die Fälschung sollte die Zeit bis zur erhofften Zahlung vom Amt überbrücken, behauptet er.

Der Säumige wurde schließlich vor die Tür gesetzt, nachdem er einen Schuldschein über die besagte Summe unterschrieben hatte. Ob die Mietempfänger das Geld jemals sehen werden, scheint fraglich. Pepe Preller ist gelernter Koch, hat jedoch keine Arbeit. „Das ist aber ein gefragter Beruf“, staunt die Richterin. „In Leipzig wohl nicht“, entgegnet der Angeklagte. Er schult jetzt lieber zur Bürokraft um.

Der nicht Vorbestrafte wird schließlich für seine Kontoauszugsfälschung zu 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verpflichtet. Er zeigt sich willig, dies auch zu tun.

(mf)