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| 01:03 Uhr

Menschen und Natur im Fokus

Elsterwerda.. Am Freitag hatte Sabine Prietzel, eine Künstlerin aus Leipzig, zur Vernissage in der Kleinen Galerie „Hans Nadler“ in Elsterwerda eingeladen. „Fotoarbeiten“ heißt die Ausstellung, die dort noch bis zum 20. Februar gezeigt wird. Von Hans-Joachim Neustadt

Sabine Prietzel wurde 1966 in Cottbus geboren. Durch den Vater vorbelastet, schlug sie letztendlich wie ihr Bruder eine fotografische Laufbahn ein. Zunächst lernte sie allerdings Friseuse und arbeitete als Maskenbildnerin in Annaberg-Buchholz und Leipzig. Diese Arbeit war ihr allerdings nicht kreativ genug.
Nach einer Fotografen-Ausbildung bei ihrem Vater arbeitete sie als Fotografin im Museum für Kunsthandwerk im Grassimuseum in Leipzig. Aber auch bei dieser rein handwerklichen Arbeit konnte die Fotografin noch nicht ihre Kreativität richtig entfalten. Also entschied sich die damals 25-Jährige zu einem Fotografiestudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. 1996 erhielt sie das Diplom als Fotografin und hängte an ihr abgeschlossenes Studium ein Aufbaustudium in der künstlerischen Meisterklasse für Videokunst an selbiger Hochschule an. Drei Jahre später erhielt sie dann die Auszeichnung Meisterschülerin.
Schon ihre ersten Aufnahmen der St.-Annen-Kirche in Annaberg-Buchholz mit einer geliehenen Kamera ließen erahnen, dass Sabine Prietzel ihren ganz eigenen Fotografie-Stil finden wird. Seitdem ist ihre Kamera ständiger Wegbegleiter. „Zumindest eine Kompaktkamera trage ich ständig bei mir“ , sagt sie. Spezielle Fototouren unternehme sie nicht, allerdings suche sie bestimmte Personen oder Orte auf, um diese fotografisch umzusetzen. Ihre Motivpalette erstreckt sich über Natur, Tiere und Porträts. Unter ihren Arbeiten finden sich keine Zufallsaufnahmen, jedes Bild soll eine bestimmte Stimmung ausdrücken und wurde schon bei der Aufnahme bewusst gesteuert.
Bei ihren Arbeiten kommt es der Diplom-Fotografin nicht darauf an, Menschen oder die Natur detailgetreu darzustellen, sondern eine besondere Stimmung beim Betrachter hervorzurufen. Es interessiert nicht der detailgetreue Mensch, sondern der nach innen gerichtete Blick, beziehungsweise die Verbindung von Mensch und Natur. Auch ihre Naturaufnahmen sollen eher eine atmosphärische Stimmung zum Ausdruck bringen.
Ihre Arbeitsgeräte sind der Fotoapparat, die Videokamera und der PC. Hierbei zieht sie auch aus Videosequenzen Einzelbilder heraus, um diese dann als Foto zu bearbeiten und zu einem Kunstwerk zu verfeinern. Danach werden alle Bilder, sowohl Standbilder der Videokamera als auch klassische Fotos, mit dem PC aufgearbeitet. Kontrast und Farbintensität werden optimiert. In einigen Fällen erzeugt die Leipzigerin auch monochrome Bilder und experimentiert dabei mit den verschiedenen Farben. Allerdings möchte Sabine Prietzel ihre Bilder nicht am PC verfremden. Pro bearbeiteter Variante entscheiden dann Wochen oder gar Monate, ob das Bild gefällt und für eine Ausstellung geeignet ist. In der Kleinen Galerie zeigt sie Arbeiten aus den letzten zwei Jahren.
Alle Aufnahmen sind rahmenlos, damit nicht eine noch größere Distanz von Mensch und Natur entsteht. Die Fotografin möchte bei ihrer Arbeit den Geheimnissen der Natur etwas näher kommen und ihre Fragen an und über die Natur klären. Die Bilder zeigen Porträts und Landschaftsaufnahmen mit teilweise gewagten, aber sehr guten Bildausschnitten. Auch zeigen sie sehr gut das Spiel der Künstlerin mit Motiv und Farbe. Alle Arbeiten sind großformatige Drucke auf Papier, welche auf dünne Aluminiumplatten aufgezogen wurden. „Den Werkstoff Aluminium habe ich gewählt, weil er passende Eigenschaften für die Aufhängung meiner Bilder hat. Einerseits ist er sehr stabil, was bei diesen Formaten wichtig ist, andererseits betont die dezente glänzende Kante die Bilder noch“ , erklärt die Künstlerin.