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Kommentar
Zerlegt sich eine Branche?

Frank Claus
Frank Claus FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Ich würde ja. Aber samstags kann ich nicht. Und spätestens 17 Uhr muss ich in der Woche auch gehen, weil ich zu Hause ein Pferd zu betreuen habe. – Genau das, so beschwört die Chefin eines Friseurladens, habe eine ausgebildete Friseurin in einem Einstellungsgespräch gesagt.

Was ist nur passiert? Warum will kaum noch jemand Haare schneiden, föhnen und legen? Gab es nicht Zeiten, in denen junge Mädchen wild darauf waren, Friseurin zu werden? Ist es wirklich nur die Entlohnung? Was soll so manche Kassiererin oder Mitarbeiterin im Pflegedienst da sagen?

Der Trend jedenfalls ist düster: Es gibt immer mehr Friseurläden, die keine Leute finden. Im Gegenzug werden es immer mehr Kleinstgeschäfte. Ausgebildete Friseurinnen wagen den Schritt in die Selbstständigkeit, oft als Kleinunternehmerinnen. Das mag gut gehen, kann aber auch scheitern. Auf jeden Fall bilden diese Betriebe nicht aus.

Fakt ist: Der Friseurberuf hat ein Imageproblem: Wenig Geld, Rückenschmerzen, oft Überstunden. Dabei stimmt das längst nicht mehr. In vielen Geschäften wird deutlich über Mindestlohn bezahlt, gibt es ein Schichtsystem. Warum auch das nicht hilft? Ehrlich: Ich weiß es nicht.