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Kommentar
So sieht „totgespart“ aus

Frank Claus
Frank Claus FOTO: Sebastian Schubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Es war wohl die bitterste Erkenntnis dieses „Hochwasser-Abends“ in Bad Liebenwerda. „Am Geld liegt es nicht, sondern am Personal“, räumt Kurt Augustin ein, als er immer wieder massiv gefragt wird, weshalb Hochwasserschutz in Brandenburg so schleppend vorangeht. Von Frank Claus

Brandenburgs Landesregierung hat sich nämlich nicht nur bei Lehren und Polizisten „totgespart“, sondern auch bei Wasserbauern und Planern. Die Mitarbeiter in den zuständigen Abteilungen kommen einfach nicht hinterher, Planungsverfahren zügig einzuleiten und Projekte kontinuierlich zu begleiten. Fachleute fehlen an allen Ecken und Kanten. Nicht nur die Dämme an den Flüssen sind löchrig geworden, auch in den Verwaltungen ist momentan nicht absehbar, wenn Löcher gestopft werden. Da werden Erinnerungen wach, als Siegmar Tilgner, der ehemalige Dezernent Wasserwirtschaft und einer der Mühlberg-Retter, kurz vor seinem Ruhestand im Jahr 2005 meinte: „Mir schwant Böses, wenn ich höre, wie stark unsere Behörde ausgedünnt werden soll.“