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Kommentar
Energiewende an die Wand gefahren

FOTO: Steffen Rasche / LR
Kohle, Erdöl und Erdgas sind zu wertvoll, um sie für Strom, Wärme und Mobilität zu „verfeuern“. Wir brauchen die fossilen Rohstoffe noch lange für die Veredlung. Ich würde lieber heute als morgen mit Elektroenergie, Wasserstoff, Methan oder ­Ethanol unterwegs sein. Doch, was auf dem Markt angeboten wird, ist vielfach zu teuer und nicht für jeden Bedarf alltagstauglich. Von Manfred Feller

Schon Jules Verne soll vom Wasserstoff als Energiequelle der Zukunft gesprochen haben. Und vor 100 Jahren waren viele Elektrofahrzeuge unterwegs. Es hat den Anschein, dass wir heute im Ingenieurland Deutschland nicht viel weiter sind. Im Übrigen sind die Rohstoffe für die aktuelle Generation moderner Batterien begrenzt.

Die gut gemeinte Energiewende ist gegen die Wand gefahren worden, weil sie politisch nicht weitergedacht wurde. Die Akzeptanz sinkt. Sonnen- und Windstrom werden in Hoch-Zeiten verramscht, ohne dass die Preise sinken. Die industrielle Umwandlung in Wasserstoff und dann weiter in Methan und Ethanol befindet sich noch ziemlich am Anfang. In diese Forschung hätten längst mehr Milliarden Euro fließen müssen. Klar sind die Erzeugerpreise noch hoch. Das ist am Anfang immer so. Auch der Energieverlust beim Umwandeln von bis zu 40 Prozent ist beträchtlich. Doch wir hätten endlich speicherfähige Medien, die für die Grundlast fernab importierter Energieträger taugen. Genau hier muss investiert werden, ehe lautstark das Abschalten von Kraftwerken gefordert wird.