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Mehr Vitamine aus Schulgarten

Damit die Pflanzen gedeihen: Minister Jörg Vogelsänger (2. v. r.) hat nach dem Lottogeld auch Gießkannen für den Schulgarten in Hohenleipisch an die Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins übergeben.
Damit die Pflanzen gedeihen: Minister Jörg Vogelsänger (2. v. r.) hat nach dem Lottogeld auch Gießkannen für den Schulgarten in Hohenleipisch an die Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins übergeben. FOTO: Manfred Feller
Hohenleipisch. Wenn das Land Geld mit der Gießkanne verteilt, dann wird das kritisiert. Im Falle Hohenleipisch hat Potsdam die von der Gemeinde beantragten Lottogelder gezielt in den wachsenden Schulgarten gelenkt. Manfred Feller

Um zu schauen, ob die Mittel bereits investiert werden und damit auch wächst, was gesät, gesteckt und gepflanzt wird, hat Jörg Vogelsänger (SPD), Minister für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, am Mittwochnachmittag mit der SPD-Landtagsabgeordneten Barbara Hackenschmidt ein paar bunte Gießkannen vorbeigebracht.

"Nachdem wir die 10 000 Euro beim Ministerium für Ländliche Entwicklung beantragt hatten, ging es auch superschnell", lobt der Hohenleipischer Bürgermeister Lutz Schumann. Doch dann verfinstert sich seine Miene. Mit dem Lottogeld hätte ab dem 1. Mai eine sechs mal sechs Meter große Holzhütte aufgebaut werden können. Doch in der Ausschreibung habe die Amtsverwaltung in Plessa den günstigsten Anbieter nehmen müssen. Und der sitzt weit entfernt und habe Lieferzeiten von drei bis vier Monaten. Das Häuschen soll nun im September geliefert werden. Dann ist die Schulgartensaison leider fast vorbei. Gegenwärtig ist der Bauhof damit beschäftigt, die Pflasterfläche zum Aufstellen der Hütte anzulegen.

Eine pünktliche Arbeit habe hingegen der inzwischen 72 Mitglieder zählenden Obst- und Gartenbauverein unter dem Vorsitz von Gert Anders geleistet. Dieser unterstützt und betreut die Arbeitsgemeinschaft Schulgarten in Hohenleipisch. Der Verein hat angepackt und in einem langen Graben Wasser- und Elektroleitung in den Schulgarten verlegt. Den fachlichen Part haben Firmen erledigt.

Vereinsmitglied Rolf Neustadt betreut die inzwischen 22 Kinder zählende und 2014 gegründete AG. "Ich komme aus der Landwirtschaft. Natur ist meine Leidenschaft", sagt der 65-jährige Hohenleipischer Plantagenbesitzer. Pädagogisches Geschick besitzt der ehemalige Pressenschlosser in der Brikettfabrik 64 in Lauchhammer ebenfalls. Als ehemaliger Fußballer war er Nachwuchstrainer.

Zu den vorhandenen Beeten und Sträuchern, die ohne Chemie heranwachsen, wie er betont, möchte er mit den Kindern noch mehr anlegen. Wenn alles geerntet ist, wird in der Hütte gebastelt und gewerkelt, zum Beispiel Nistkästen gebaut.

Rolf Neustadt möchte den Kindern zeigen, dass Lebensmittel nicht im Supermarkt wachsen. Obwohl vom Lande, sei die Unerfahrenheit oft groß: "Manche haben sich anfangs sogar gescheut, den Mutterboden in die Hand zu nehmen." Und der Landtagsabgeordneten Barbara Hackenschmidt sei einmal Städter begegnet, der eine Radieschenfrucht in den Boden stecken wollte, damit mehr daraus wird. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Minister das Schulgartenprojekt ausdrücklich.