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| 02:38 Uhr

Mehr als 1000 Termine in drei Tagen vergeben

Dieses Foto haben sich Augenärztin Carmen Brückner (r.) und die Arzthelferinnen Ilka Scharnagel (l.) und Henriette Wölkl zur Erinnerung an die Eröffnung der neuen Praxis in Elsterwerda gewünscht: Bürgermeister Dieter Herrchen auf dem Behandlungsstuhl.
Dieses Foto haben sich Augenärztin Carmen Brückner (r.) und die Arzthelferinnen Ilka Scharnagel (l.) und Henriette Wölkl zur Erinnerung an die Eröffnung der neuen Praxis in Elsterwerda gewünscht: Bürgermeister Dieter Herrchen auf dem Behandlungsstuhl. FOTO: Frank Claus
Elsterwerda. Die Augenarztpraxis von Carmen Brückner im Elsterwerdaer Gewerbe- und Gründerzentrum empfängt heute die ersten Patienten und wird fortan über Arbeit nicht klagen können. Mehr als 1000 Termine sind an den zurückliegenden drei Vormittagen vergeben worden. Am Donnerstag ist offiziell Einweihung gefeiert worden. Frank Claus

Wie groß der Bedarf nach augenärztlichen Leistungen ist, zeigt die Zahl von mehr als 1000 Patienten, die einen Termin in der neuen Augenarztpraxis von Carmen Brückner bekommen haben. Henriette Wölkl und Ilka Scharnagel, die beiden Arzthelferinnen, haben schon in den drei Tagen vor der eigentlichen Eröffnung ihre Feuertaufe bestanden. Der Andrang war riesig und der Telekommunikationsanbieter nicht in der Lage, stabile Telefonleitungen sicherzustellen. Deshalb bildeten sich an allen Tagen lange Schlangen, um sich persönlich einen Termin zu sichern.

Überrascht hat der Ansturm keinen. Seit dem 15. März 2013 hatte die Stadt Elsterwerda keine Augenärztin mehr und bereits seit 2011 - da erklärte die Vorgängerin von Carmen Brückner, in zwei Jahren ihre Praxis in Elsterwerda aufgeben und in den Westerwald ziehen zu wollen - gelang es nicht, eine Nachfolgelösung zu präsentieren. Ein Vorwurf sei deshalb niemandem zu machen, denn die Stadt Elsterwerda, so Bürgermeister Dieter Herrchen, habe mit vielen Partnern versucht, eine schnelle Nachfolgeregelung hinzubekommen. Die Kassenärztliche Vereinigung, niedergelassene Ärzte, das Klinikum Elbe-Elster, ehemalige Ärztenetze - sie alle hätten versucht, die entstandene Lücke in der Facharztversorgung zu schließen.

Umso erfreulicher, dass es jetzt gelungen ist. Der Weg dorthin war nur möglich, so Medis-Geschäftsführer Dr. Carsten Jäger, weil drei Partner konsequent an einem Strang gezogen hätten. Das seien die Stadt Elsterwerda mit ihrer 100-prozentigen Tochter, der Gewerbe- und Gründerzentrum GmbH (GGZ), Medis, das Ärztenetz medizinischer Versorgung in Südbrandenburg und das Gesundheitszentrum Niederlausitz gewesen.

Die Gründerzentrum GmbH habe mit Zustimmung der Abgeordneten und des Aufsichtsrates 120 000 Euro in die Umgestaltung des Standortes investiert, "mit Blick in die Zukunft", wie Dieter Herrchen betont. Denn das Ärztenetz beabsichtige, die ehemalige Gründerschmiede noch nachhaltiger zum medizinischen Standort umzustrukturieren.

Dass heute die ersten Patienten behandelt werden können, sei ein Verdienst vieler. Die Entkernungsarbeiten, die der Bauhof der Stadt noch in eigentlichen freien Stunden in der Zeit um Weihnachten realisierte, seien Grundstein dafür gewesen, dass zum Jahresbeginn die Bauarbeiten beginnen konnten. Dieter Herrchen hob die Rolle des kreislichen Bauordnungsamtes unter Leitung von Frank George explizit hervor. "Sputet Euch, an uns soll es nicht liegen", habe er den Elsterwerdaern gesagt und so die schnelle Realisierung entscheidend beeinflusst. Und da seien die Baufirmen mit Hauptauftragnehmer Dirk Wiedemann aus Kraupa an der Spitze, die unmöglich Geglaubtes möglich machten. Frank Peschel, Ansgar Große und Marit Weber seien die unermüdlichen Scharniere gewesen, die alle Partner und die nötigen bürokratischen Abläufe koordinierten.

Schließlich sei es Carmen Brückner mit ihrem Team selbst gewesen, die "fast liebevoll", so Dr. Jäger mit den Bauleuten agierte. Letztere übrigens waren die Ersten, die mit den Fragen nach Terminen schon in der Bauphase zuhauf konfrontiert worden seien.