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| 19:30 Uhr

Straßenverkehr
Toll Collect kontrolliert Mautzahler bald auch in Elbe-Elster

Blaue Mautkontrollsäulen wie diese bei Hannover werden bald auch in Südbrandenburg aufgebaut. Eine wird in Kahla zwischen Plessa und Elsterwerda stehen.
Blaue Mautkontrollsäulen wie diese bei Hannover werden bald auch in Südbrandenburg aufgebaut. Eine wird in Kahla zwischen Plessa und Elsterwerda stehen. FOTO: Marco Urban/Toll Collect / Int und ext. Kom., soz. Medien,
Elbe-Elster. Selbst ohne Autobahn sind im Landkreis für Lastwagen ab 7,5 Tonnen Gesamtgewicht bald Gebühren fällig. Kahla erhält eine Mautkontrollsäule.

Ab dem 1. Juli 2018 müssen die Halter von Lkw ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht auch für die Fahrten auf allen Bundesstraßen die Maut entrichten. Dies soll kontrolliert werden.

Auf der Grundlage des Bundesstraßen-Mautgesetzes beabsichtigt die Firma Toll Collect GmbH deshalb, an den B-Straßen Mautkontrollsäulen aufzustellen, teilt der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg mit. Bundesweit werden es nach Angaben von Toll Collect etwa 600 sein. Davon wird eine Säule an der B 169 am Ortseingang Kahla aus Richtung Plessa errichtet. Der Elektroanschluss und die Schutzplanke am Straßenrand sind bereits im Vorjahr hergestellt bzw. montiert worden. Weitere Standorte in Elbe-Elster sind dem kreislichen Straßenverkehrsamt bislang nicht bekannt, informiert deren Leiter Stefan Wagenmann.

Dafür gibt es einen Grund: Noch sind laut dem Landesbetrieb nicht alle Zustimmungen zum Aufstellen der Mautkontrollsäulen erteilt. Die Standorte werden erst bestätigt, wenn der Stromanschluss gewährleistet werden kann. Erst dann werde bekannt, wo im Süden Brandenburgs weitere Kontrollsäulen aufgestellt werden. Das Land Brandenburg habe mit der Toll Collect GmbH einen Rahmenvertrag zum Errichten und Betreiben eines Mautsystems abgeschlossen.

Auf den ersten Blick scheint das kleine Dorf Kahla einen zweiten Bundesstraßen-Blitzer zu erhalten. Denn die neue Säule sieht von der Gestalt her ähnlich aus. Auch sie besitzt Fenster für Bildaufnahmen. Doch die vier Meter großen Mautkontrollsäulen sind generell in blauer Farbe mit grünen Streifen gehalten. Die darin installierten Geräte überwachen, ob ein Gefährt mautpflichtig ist und ob die Gebühr korrekt bezahlt worden ist.

Von einem passierenden Fahrzeug werden ein Übersichts-, ein Seitenansichts- und ein Kennzeichenbild aufgenommen. Das Gerät im mautpflichtigen Fahrzeug wiederum sendet die Mautdaten an die Säule. Ist die Gebühr vorschriftsmäßig entrichtet worden, werden die aufgenommenen Bilddaten noch in der Kontrollsäule gelöscht, versichert Toll Collect. Es gelten die selben strengen Vorgaben nach dem Bundesfernstraßengesetz wie beim Erfassen mithilfe der Kontrollbrücken auf Autobahnen. Daten würden nur bei Mautverstößen an das Kontrollzentrum weitergegeben und am Ende des Verfahrens gelöscht. Die Kontrollsäulen würden ausschließlich überprüfen, ob die Maut ordnungsgemäß entrichtet worden sei.

Die Kommunen müssten kaum nennenswerte Verlagerungen des Lkw-Verkehrs auf niederrangige Straßen befürchten, heißt es weiter. Untersuchungen nach der ersten Ausweitung der Lkw-Maut im Jahr 2012 auf mehr als 1000 Kilometer Bundesstraßen hätten dies ergeben. Vielmehr sei die Verkehrsbelastung auf einzelnen Bundes- und Landesstraßen gar zurückgegangen, weil Teile des Mautausweichverkehrs auf die Autobahnen zurückgekehrt seien. Ab Juli werden in Deutschland etwa 40 000 Kilometer Bundesstraßen mautpflichtig sein. Bislang sind es etwa 15 000 Kilometer vornehmlich Autobahnen, aber auch Bundesstraßen.

(mf)