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| 15:31 Uhr

Trotz schlechtem Zuschauerjahr
Mehr Komfort fürs Kino in Gröditz

 Im Herbst ist im Gröditzer Castello der Saal 2 renoviert worden. Auffälligste Neuerung: die orange-rötlichen Sessel, zwischen denen sich hier Kinochef Mario Götze postiert hat.
Im Herbst ist im Gröditzer Castello der Saal 2 renoviert worden. Auffälligste Neuerung: die orange-rötlichen Sessel, zwischen denen sich hier Kinochef Mario Götze postiert hat. FOTO: Eric Weser
Gröditz. Das vergangene Jahr war für das Castello kein einfaches. Trotzdem hat Kinochef Mario Götze aus Bad Liebenwerdaer groß investiert – und will das auch 2019 wieder tun. Von Eric Weser

Mario Götze hat sich Skandinavier ins Haus geholt. Gemeint sind die orange-roten Sessel im Saal 2 des Gröditzer Castellos. Die kommen von einem norwegischen Hersteller, erzählt der Kinobesitzer. Im Herbst 2018 sind die neuen Sitzmöbel bei der Rundum-Renovierung des Saals eingebaut worden. Die roten Vorgänger hatten die Besucher nach etlichen Jahren durchgesessen und mit dem einen oder anderen Cola- oder Soßenfleck versehen.

Wie lange die alte Bestuhlung da war, kann der Kinochef, der das Haus seit 2011 führt, gar nicht genau sagen. Aber die Zeit für etwas Neues sei reif gewesen. Bei der Gelegenheit wurden auch die Wände mit neuem, blauem Stoff bespannt und der Boden erneuert. Zwei Wochen habe das alles gedauert, rund 80 000 Euro seien in alles geflossen. Die großen Investitionen fielen in ein Jahr, das für die Kinolandschaft in Deutschland ein schlechtes war. Nur 105 Millionen Besucher wurden gezählt, vermeldete die Nachrichtenagentur dpa kürzlich unter Berufung auf die Filmförderungsanstalt. 2017 seien es noch 122 Millionen gewesen.

Auch im Gröditzer Castello, das jährlich um die 40 000 Besucher zähle, seien nicht so viele Gäste wie in den Jahren davor gekommen, bestätigt Mario Götze. Die Fußball-WM und der lange, warme Sommer sorgten auch im Kino nahe der Röder für eine Besucherflaute. Aus Sicht des Gröditzer Kinounternehmers kamen zwar viele – vielleicht zu viele – Filme neu auf den Markt. Es habe aber an Blockbustern gemangelt. Im zehn Wochen alten Filmjahr 2019 sieht alles schon wieder etwas besser aus, sagt Mario Götze. Die neuen Comic-Verfilmungen aus der Marvel-Reihe kommen nach Erfahrung des 45-Jährigen vor allem bei jungen Leuten an. Die filmischen Biografien „Bohemian Rhapsody“ über Queen-Sänger Freddie Mercury oder der Hape-Kerkeling-Film „Der Junge muss an die frische Luft“ hätten zuletzt beim etwas älteren Publikum gut gezogen.

Bei der Filmauswahl für das drei Säle große Haus achte Mario Götze darauf, dass für jede Altersgruppe etwas dabei ist, sagt der Kurstädter. Bei mehreren Hundert Filmstarts pro Jahr keine einfache Wahl. Nach sieben Jahren Castello glaubt der Kinochef aber, ganz gut zu wissen, was ankommt beim Publikum und was eher nicht. Einem Publikum, das längst nicht nur aus der unmittelbaren Umgebung, sondern dem ganzen Südbrandenburger Raum bis nach Gröditz findet.

Was die Räume im Castello angeht, soll es dieses Jahr mit den großen Investitionen weitergehen. Saal 3, der dem Saal 2 quasi baugleich ist, soll im Herbst renoviert werden. In Orange und Blau sollen Möbel und Wände des Vorführraums, der ebenfalls 92 Sitzplätze aufweist, aber wahrscheinlich nicht gehalten sein. Die Säle sollen nicht mehr wie früher identisch aussehen, sagt Mario Götze. Welche Farben es werden, stehe aber noch nicht fest. Absehbar ist, dass die Renovierung ähnlich viel kosten wird wie beim ersten Saal.

Das Geld hält der Kinochef für gut investiert. Wie bei jedem anderen Geschäft müsse man etwas dafür tun, dass der Laden läuft, sagt der Bad Liebenwerdaer. So lasse sich dann auch mit Kino auch auf dem Land Geld verdienen. Zwischen sechs und neun Euro kostet derzeit eine Kinokarte laut Mario Götze. Hinzu kommen Extras wie Popcorn und Getränke.

In den nächsten Wochen und Monaten will das 365 Tage im Jahr geöffnete Kino davon möglichst viele verkaufen. Schließlich soll nicht nur 2019 weiter investiert werden. Für das Jahr 2020 ist geplant, auch den 250 Plätze zählenden dritten Kinosaal im Castello zu renovieren, blickt Mario Götze voraus.

 Im Herbst ist im Gröditzer Castello der Saal 2 renoviert worden. Auffälligste Neuerung: die orange-rötlichen Sessel, zwischen denen sich hier Kinochef Mario Götze postiert hat.
Im Herbst ist im Gröditzer Castello der Saal 2 renoviert worden. Auffälligste Neuerung: die orange-rötlichen Sessel, zwischen denen sich hier Kinochef Mario Götze postiert hat. FOTO: Eric Weser