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Margarete Kratzer feiert ihr 104. Weihnachtsfest

Bad Liebenwerda.. Als eines von sechs Kindern kam Margarete Rimarzig am 9. September 1901 in Bad Liebenwerda auf die Welt. Bekannt ist sie vielen Kurstädtern vielmehr unter ihrem heutigen Namen Margarete Kratzer. Als Aushilfe fing sie vor fast siebzig Jahren im Modehaus Hänisch an. privat

In diesem arbeitete sie dann schließlich bis zu ihrem 70. Lebensjahr. „Noch heute“ , erzählt ihr Sohn Joachim, „schwärmt sie von der Zeit dort.“ Die Tauschgeschäfte und das gute Verhältnis zur Familie Ungewiß seien immer wieder ein Thema, von dem sie gern berichtet.
„Viel zu früh verstarb mein Vater“ , erzählt Joachim Kratzer, und weiß, „das war auch für meine Mutter schmerzlich.“ Doch die Arbeit, die Erziehung ihres Buben und die spätere Pflege ihrer eigenen Mutter, die 98 Jahre alt wurde, lenkte sie ab. „Zu keiner Zeit“ , erinnert sich der Sohn, „war meine Mutter verbittert. Sie ist auch heute noch eine liebe und ausgeglichene Frau. Vielleicht ist es gerade das, außerdem ein Leben reich an Arbeit und ihre gesunde Lebensweise, was sie so alt werden ließ.“ An lebensverlängernde Rituale oder ähnliches erinnert sich der Sohn jedenfalls nicht.
Trotz ihrer 104 Jahre ist Margarete Kratzer sehr am aktuellen Tagesgeschehen interessiert. Noch geistig rege, verfolge sie die Nachrichten mit großem Interesse, erzählt ihr Sohn. Heute gönnt sich die 104-Jährige auch den Luxus, morgens etwas länger zu schlafen. Für Frühstück-, Mittag- und Abendessen sorgt der Sohn. Außerdem gibt es eine Enkeltochter und zwei Urenkel. Die Nähe zu ihren Lieben sei es, die ihr besonders gut tue, sagt Joachim Kratzer. Aber gut behandelt fühle sich die Seniorin ebenso von den Schwestern des Pflegedienstes, die täglich vorbeischauen und sie umsorgen. „Im Kreise der Familie“ , verrät der Junior, „verbringt die älteste Einwohnerin von Bad Liebenwerda ihr 104. Weihnachtsfest traditionell bei Kartoffelsalat und Wiener Würstchen.“ (mc)